Releasetermin: 07.07.2017

 

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: Action-Adventure / JRPG
Entwickler: Studio ArtDink
Herausgeber: Bandai Namco

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Videospielumsetzungen vom Anime-Phänomen Sword Art Online haben wir in den letzten Jahren so einige gesehen. Ein Crossover mit Accel World war lange überfällig – schließlich deuteten beide Serien immer wieder an, in der selben Welt zu spielen. Die Überkreuzung ist nun in Form von Accel World vs Sword Art Online auf PS4 und PS Vita erhältlich. Die Idee ist zweifelsohne gelungen, doch wie fällt die Umsetzung aus, die beiden Vorlagen für ein Videospiel miteinander zu kombinieren? Finden wir es heraus!

Langersehntes Crossover zweier beliebter Reihen

Fans haben es schon lange gewusst: Accel World spielt im selben Universum wie Sword Art Online. Während letzteres jedoch quasi noch die Anfangszeiten der aufstrebenden Virtual Reality-Technik zeigt, spielt Accel World viele Jahre später und präsentiert ausgereiftere Technik der virtuellen Immersionsmöglichkeiten. Die Prämisse hinter dem Crossover ist schnell erklärt: Kirito und Asuna sind gemeinsam mit ihrer virtuellen Tochter Yui in Alfheim Online unterwegs, als die mysteriöse Figur “Personna Babel” auftaucht und das kleine Mädchen entführt. Chancenlos müssen die Protagonisten diese Entführung mit ansehen und brechen auf, um Yui zu retten.

Dabei stoßen sie schnell auf Kuroyukihime aus Accel World – denn Burst Linker aus der Zukunft sind in der Welt von ALO gelandet. Zwischen den Protagonisten bricht ein Kampf aus, allerdings ist auch diese Feindseligkeit auf Personna Babel zurückzuführen, denn spielte sie die SAO und AW Figuren gegeneinander aus. Die Machenschaften der Antagonistin fliegen kurzerhand jedoch auf und so verbünden sich die Figuren der beiden Serien miteinander. Denn gilt es fortan nicht nur, Yui zu retten, sondern Babel auch davon abzuhalten, die jeweiligen Spiele der Charaktere – Brain Burst und ALfheim Online – ins Chaos zu versetzen.

An für sich ist die Idee des Crossovers gelungen und auch die Handlung ist im Grunde genommen solide. Fans des Universums werden sich über viele kleine Details freuen, die die lang erwartete Überkreuzung in vielerlei Hinsicht zum Spaß machen. Schade aber, dass die Präsentation nicht auf Höhe der Erwartungen ist. Dass viele der Konversationen in Form von 2D-Figuren präsentiert und mit Textfeldern stattfinden, kann ich noch verzeihen. Schließlich wählen viele Anime- bzw. JRPG-Spiele dieses Format, das bei geringem Budget dennoch jede Menge Dialog möglich macht.

Die richtigen Zwischensequenzen sind allerdings unspektakulär inszeniert. Viele der Animationen wirken abgehackt und die Action wird größtenteils schwach in Szene gesetzt. Während der Anime von den brachialen, toll umgesetzten Choreographien lebt, kommen selbst die animierten Kämpfe in den Zwischensequenzen ein wenig langweilig herüber. Auch die kaum vorhandenen Soundeffekte können den Szenen nur wenig Schwung verleihen, weshalb die Inszenierung erstaunlich schwach ausfällt. Während die Geschichte prinzipiell ganz unterhaltsam ausfällt, werden sich dennoch nur richtige Fans des Materials mitreißen lassen. Ich hatte meinen Spaß mit der Anime-Serie von Accel World und habe viele Folgen der Sword Art Online-Adaptionen geschaut, aber konnte mich die Geschichte hier nicht wirklich in den Bann ziehen.

Dutzende Figuren und spaßige Erkundung

Nicht nur geschichtlich geht das Geschehen ineinander über. Auch im Gameplay wird ersichtlich, dass hier gleich zwei verschiedene Vorlagen verwertet werden. Das fällt sofort bei der Charakterwahl auf. Regelmäßig stoßen neue Burst Linker aus Accel World und alte Bekannte aus Sword Art Online zum Aufgebot durch Story-Fortschritt und Bewältigung von Aufgaben hinzu. Wir sind mit einer Party bestehend aus drei Figuren unterwegs, die bunt durchgemischt werden können. Mir hat besonders gut gefallen, wie unterschiedlich sich die Charaktere spielen.

Die Helden haben verschiedene Waffen und variierende Fertigkeiten zur Hand. Zudem unterscheiden sich die Figuren der Vorlagen grundsätzlich in einigen Aspekten. Die Roboterwesen aus Accel World sind zumeist recht sperrig und halten viel Schaden aus. Sie können ihren Sprung aufladen und mit großer Wucht in die Luft schießen. Während Accel World Charaktere diese Art “Supersprung” ausüben und über dem Boden gleiten können, haben Sword Art Online Figuren gar die Möglichkeit zu fliegen. Außerdem sind sie auf Magie fokussiert und verfügen über große Manaleisten, die sich schnell wieder füllen. Die Charaktere präsentieren also nicht nur unterschiedliche Fortbewegungsmöglichkeiten, sondern spielen sich auch im Kampf abwechslungsreich.

Mit drei Kämpfern ausgestattet, macht sich der Spieler auf die große Reise. Dabei werden riesige Areale durchquert, in denen etliche Quests auf den Abschluss warten. Schauplatz ist hier Svart Alfheim, das manch einer bereits aus Sword Art Online: Lost Song kennen wird. Allerdings kommen durch den Zeitreise-Aspekt der Handlung auch Level aus Brain Burst zum Zuge. Die Erkundung lohnt sich, denn lassen sich in der Spielwelt viele Schätze finden. Da sogar Dungeons in den Gebieten versteckt sind, war ich wirklich gern in der Umgebung unterwegs und suchte jeden Winkel nach neuen Geheimnissen ab. Leider werden in besagten Dungeons die besonderen Fortbewegungsmöglichkeiten deaktiviert, doch ist es trotzdem spaßig, die Monster zu erledigen, die in den düsteren Höhlen auf den Spieler warten.

Mit einer Menge an verfügbaren Aufgaben haben wir allen Grund, die Spielwelt zu durchstreifen. Auch wenn die Hauptstory nach etwa 25 Stunden erledigt sein kann, sorgen darüber hinaus auch viele Nebenquests für einen unterhaltsamen Zeitvertreib. Sowohl auf Nachrichtenbrettern im zentralen Hub als auch unterwegs durch NPCs können wir neue Missionen erlangen. Diese spielen sich zwar nicht sonderlich abwechslungsreich, denn zielen sie zumeist auf die simple Itembeschaffung und Monsterbekämpfung ab. Da das Kampfsystem aber wirklich spaßig ist, konnte ich von den Aufgaben lange nicht genug bekommen.

Kampfsystem ist einfach zugänglich und simpel, bietet aber einige nette Kniffe

Die Gefechte fallen im Kern sehr simpel aus. Leichte und schwere Angriffe sind ebenso gegeben wie die Möglichkeit zum Springen, Ausweichen, Blocken und Anvisieren. Diverse Spezialmanöver frischen das Geschehen auf und so ist nicht nur einfaches Button-Mashing gegeben. Mir hat gefallen, dass jederzeit zwischen den drei Figuren gewechselt werden kann. Durch das “Switch”-System kann gar während eines laufenden Angriffs der Charakter ausgetauscht werden, was eine Art mächtige Tag-Team-Kombo auslöst. Das Kampfsystem ist einfach zugänglich, bietet darüber hinaus aber auch einige komplexere Angriffsmöglichkeiten in Kombination mit den Fortbewegungskniffen an.

Dennoch war es für meinen Geschmack fast eine Prise zu simpel, so dass nach einer Weile Monotonie einsetzt. Dieses Gefühl wird jedoch gekonnt von Spezialwaffen und einem Ausrüstungssystem verschleiert. Regelmäßig lassen sich neue Waffen und Rüstungsteile finden, die wiederum mit Ressourcen aufgestuft werden können. Zudem steigen sie durch die Benutzung auch im Level auf. Generell gehört das Level-Konzept von Accel Worlds vs Sword Art Online zu den großen Stärken des Spiels, da es uns in angenehmer Häufigkeit mit einem Fortschrittsgefühl belohnt. Auch wenn die Kämpfe also simpel ausfallen, macht es das Gefühl, im Verlauf der Reise immer stärker zu werden, teilweise wieder wett.

Online mit gelungener PvE- und PvP-Umsetzung

Auch der Multiplayer-Modus hilft dabei, die eigentlich simplen Kämpfe spannend zu gestalten. Online bieten sich uns diverse Modi, um mit und gegen andere Spieler zu kämpfen. Im 1-gegen-1-Duell und in 4-gegen-4-Teambattles gilt es, sein PvP-Können unter Beweis zu stellen. Zudem ist die Möglichkeit gegeben, auch gemeinsam gegen KI-Feinde anzutreten. Mit bis zu drei Online-Mitspielern lässt es sich insbesondere auf riesige Bossgegner besser einprügeln. Ich freue mich immer wieder, wenn Spiele mit einem sinnvollen Multiplayer-Aspekt daherkommen. Wenn dieser dann auch noch so gut umgesetzt ist, bin ich absolut zufrieden. Wer nach einer Weile genug von den KI-Feinden und -Party-Mitgliedern hat, kann sich mit anderen Spielern austoben. Lediglich eine lokale Mehrspieler-Option habe ich vermisst.

Nur selten ein hübscher Anblick

Optisch gibt Accel World vs Sword Art Online über weite Strecken kein besonders schönes Bild von sich. Viele Umgebungstexturen präsentieren sich matschig und auch die 3D-Figuren sind zumeist nicht sonderlich detailliert in Szene gesetzt. Wenn man mir erzählen würde, dass das Spiel auf der PS3 läuft, würde ich es aufgrund der schlechten Bildqualität vermutlich glauben. Da der Titel parallel auch für die PS Vita veröffentlicht wurde, mussten wohl einige Kompromisse getroffen werden. Immerhin muss ich das Spiel für die abwechslungsreichen Umgebungen loben. Die Areale in Svart Alfheim sind farbenfroh und kreativ gestaltet, während die dystopischen Gebiete von Brain Burst trist und bedrückend wirken. Auch die 2D-Figurenmodelle in den Konversationen haben mich überzeugt, so dass ich dem Spiel die altbackene Grafik nicht zu sehr ankreiden möchte.

Wertung im Einzelnen
Story
6
Gameplay
7.5
Inhalt und Umfang
7
Multiplayer
8
Grafik & Sound
6
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