Arslan: The Warriors of Legend im Test

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Releasetermin: 12.02.2016

 

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: Action-Adventure, Hack’n’Slay
Entwickler: Omega Force
Herausgeber: Koei Tecmo

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Arslan: The Warriors of Legend ist ein Videospiel, das auf einem Anime basiert, der wiederum auf einem Manga basiert, der sich auf eine Serie an historischen Romanen stützt – phew! Das neue Arslan-Spiel von Koei Tecmo bedient sich an einem berühmten Franchise, das außerhalb Japan bisher aber weniger bekannt war. So werden nur die wenigsten wissen, dass The Warriors of Legend bereits nach einem Strategie-Ableger von Sega in 1993 der zweite Videospieltitel ist, der sich auf die historische Vorlage des Arslan stürzt. Kann das zweite Spiel, dieses Mal aus dem Hause Koei Tecmo und Omega Force, die heroische Figur hierzulande verbreiten? Wir sind in das Spiel gestürzt und berichten von unserem Erlebnis.

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Vorlage gut umgesetzt

Das Entwicklerteam von Omega Force ist mit den Dynasty- und Samurai Warriors-Reihen bekannt geworden und führt das beliebte Konzept auch in diesem Spiel fort. Arslan bietet ein recht simples Hack’n’Slay Geschehen, das sich durch Zugänglichkeit und brachiale Action auszeichnet. Aufgrund einer umfangreichen Vorlage bietet Arslan zudem eine reichhaltige Story-Komponente. Wir lernen den jungen Prinzen bei seinen ersten Schritten kennen, der zunächst von seinem Meister in der Kampfkunst unterrichtet wird. Ich will euch nichts vorwegnehmen und gehe daher auch nicht weiter auf die Handlung ein. Mit insgesamt 14 Romanen hat das Spiel jede Menge Quellmaterial verarbeitet, wodurch ein umfangreicher und unterhaltsamer Handlungsmodus entstanden ist. Wir lernen diverse Figuren kennen, die an der Seite von Arslan kämpfen und auch jene, die sich ihm entgegen stellen und gar hintergehen. Der Vorlage verschuldet sind diverse Twists und Überraschungen gegeben, die die Handlung neu auf zu mischen wissen. Mit interessanten Vorfällen und epischen Großschlachten hat mich Arslan: The Warriors of Legend gut bei der Stange halten können.

The Warriors of Legend stammt unverkennbar der Schmiede von Omega Force ab. Die Parallelen zu den Warriors-Reihen im Spielgeschehen fallen deutlich auf, auch wenn Arslan den einen oder anderen Aspekt eigenwillig angeht. Charaktere können wie gewohnt normale und schwere Angriffe ausführen. Neben einem Block-Manöver sind auch diverse Möglichkeiten zum Ausweichen gegeben. Spezialangriffe bringen eine besondere Würze ins Kampfgeschehen, die von der „Charge Shift“-Funktion sogar gesteigert wird. Dieses neue Konzept präsentiert eine filmreife Komboaneinanderkettung mit einer Waffe, die in einem Finishing Move mit einer anderen endet. Der Waffenwechsel während der Kombo macht besonders brachiale Manöver möglich, die sich gegen die gewohnt großen Gegnermaßen gut eignen.

Pferde kehren einmal mehr zurück, sind aber nicht nur ein gewöhnliches Fortbewegungsmittel. Die Figuren haben spezielle Reitattacken, die vom Pferd aus in befriedigendem Schaden resultieren. Mit dem „Mardan Rush“ hat sich ebenfalls eine besonders mächtige neue Möglichkeit auf das Schlachtfeld eingeschlichen. Hier erhalten Spieler kurzzeitig die Kontrolle über ein ganzes Bataillon an Bogenschützen, Infanterie oder Reiteinheiten. Dieser Angriff wird zumeist genutzt, um verschlossene Tore zu zerstören und verschanzte Feinde zu überrumpeln. Doch auch nach besonders effektiver Kombokette winkt Mardan Rush als Belohnung und so taucht ein großer Strudel des Öfteren in der Umgebung auf, der die Rush-Attacke initiiert. Obwohl der verheerende, großflächige Angriff ein wenig unrealistisch inszeniert ist, macht er natürlich wahnsinnig viel Spaß und passt in die gewaltigen Schlachten dennoch wie die Faust aufs Auge.

Arslan lässt seine Spieler mächtig wirken, was in einem tollen Spielgefühl resultiert. Gelegentlich schnetzelt es sich zu leicht durch die Gegnermaßen, weshalb Omega Force die großen Schlachten in Abwechslung mit Bosskämpfen bringt. Die Bosse können durchaus auch einmal kniffliger ausfallen, weshalb Spieler mit den verschiedenen Kombos gut vertraut sein und nicht vorm Blocken und Ausweichen zurückscheuen sollten. Button-Mashing ist bis zu einem gewissen Punkt möglich, doch spätestens in den Boss-Begegnungen ist eine kontrollierte Spielweise von Nöten. Bei einer Niederlage beim Boss ist das Spiel selten gnädig, denn anstatt den Kampf direkt wiederholen zu können, schickt uns Arslan zum letzten Checkpoint. Dass dieser zumeist ein gutes Stück vom Austragungsort des Kampfes entfernt ist, kann zeitweise zu Frust führen.

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Bekannte Formel, gewohnter Spaß

Inhaltlich kommt The Warriors of Legend den etablierten Reihen von Omega Force ebenfalls sehr nahe. Neben dem Story-Modus liegt ein „Free Mode“ vor, der sich nach und nach durch Bewältigung der Geschichte freischaltet. Hier können die Missionen der Handlung erneut gespielt werden, doch steht hier die Charakterwahl völlig frei. Spieler werden also dazu eingeladen, sich mit verschiedenen Figuren und Kampfstilen auseinander zu setzen. Wie gewohnt lassen sich beide Modi auch im Zwei-Spieler-Coop genießen – sowohl lokal als auch online. Gemeinsam schnetzelt es sich wie immer am spaßigsten! Je effektiver und schneller ein Spieler sich durch eine Mission kämpft, desto höher ist der Rang am Ende. Je besser die Bewertung, desto besser die Belohnung. Dieses simple Konzept motiviert durchaus, die Areale auch mehrfach zu vollenden und trägt zum Langzeitspaß bei. Der Umfang wird abgerundet durch „Skill Cards“, die gefallene Gegner im Kampf hinterlassen. Diese können auf Figuren angewandt werden, die fortan über verstärkte Fähigkeiten verfügen. Der Umfang ist respektabel und so werden Fans des Geschehens etliche Stunden mit Arslan und Co. verbringen können. Hinsichtlich der Abwechslung sieht es leider anders aus. Selbst als Fan der Musou-Spiele wird mir das Gameplay nach einer Weile zu repetitiv. Auch wenn das Kampfsystem überaus spaßig ist, bleibt der Tiefgang ein wenig auf der Strecke – allzu viele Kombomöglichkeiten sind nämlich nicht gegen. Mit kniffligen Bossen und einem verstärkten Fokus auf ein kontrolliertes Kampfvorgehen wird in dieser Hinsicht zwar nachgebessert, doch nach mehreren Stunden Spielzeit verliert das Geschehen nichtsdestotrotz an Reiz. Weiterhin sind die eigentlichen Aufgaben nicht sonderlich abwechslungsreich gestaltet, denn es läuft ohnehin immer aufs große Kloppen hinaus. In kleineren Sitzungen habe ich mit dem Genre hin und wieder wahnsinnig Spaß, doch leidet auch Arslan an den typischen Schwächen des Genres, die mir persönlich lange Sessions zunichte machen.

Ansehnliches Effektefeuerwerk

Grafisch fängt The Warriors of Legend sehr gut den Look des Animes ein. Über weite Stecken hat mich der Titel optisch überzeugt, was auf eine starke Beleuchtung (beispielsweise gut bei Feuereffekten zu beobachten) und den tollen Grafikstil zurückzuführen ist. Hin und wieder zeigen sich jedoch auch hässliche Texturen im Schlachtfeld. Da der Titel parallel zur PS4-Version auch auf der PS3 erhältlich ist, sind grafische Restriktionen also kein Wunder. Allen voran die Effekte im Kampf sind aber schön in Szene gesetzt, was eine ansehnliche Optik zur Folge hat. Das Spiel bietet einen abwechslungsreichen Soundtrack, der gekonnt je nach Situation von ruhigen Klängen zu schnellen, rockigen Songs springt. Die Sprecher liegen im japanischen Original vor, zudem sind englische Texte verfügbar. Wie bei so vielen Veröffentlichungen aus Japan ist keinerlei deutsche Umsetzung gegeben, was entsprechende Englisch-Kenntnisse voraussetzt. Die Stimmen der Sprecher ertönen übrigens aus dem Lautsprecher des Dualshock 4-Controllers, was ich stets als nette Spielerei begrüße.

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Fazit

Arslan: The Warriors of Legend gibt im bekannten Warriors-Gewand eine gute Figur ab! Sowohl das grundsätzliche Spielgeschehen als auch die Strukturierung des Inhalts orientiert sich an den etablierten Musou-Serien von Omega Force. Mit einigen neuen Funktionen im Gameplay und einer umfangreichen Story nach Roman- bzw. Anime-Vorlage setzt Arslan allerdings durchaus eigene Akzente und punktet dank der Lizenz mit eigenwilligem Charme. Musou-Fans freuen sich auf die gewohnten Stärken: Brachiale Action, zugängliches Gekloppe, ein guter Umfang und Coop-Geschehen. Wer mit dem Genre jedoch nichts anfangen kann und sich schnell über die repetitive Ader beschwert, wird allerdings auch Arslan links liegen lassen müssen.

Wertung im Einzelnen
Story
8
Gameplay
7
Inhalt und Umfang
8
Langzeitspaß
7
Multiplayer
9
Grafik und Sound
7
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