Fruit Ninja VR für PSVR und HTC Vive im Test

0

Der Erfolg von Fruit Ninja ist durchaus ein Phänomen. Das zugängliche Zerhack-Geschicklichkeitsspiel brachte es durch Smartphone-Touchscreens zu weltweiter Bekanntheit und ist für viele Menschen eine nette Beschäftigung für zwischendurch. Das Konzept ist simpel, und doch so genial – ein Wisch mit dem Finger sorgt für einen Schnitt durch virtuelle Früchte. Dabei müssen Spieler auf Bomben achten, die im Gegensatz zu den Früchten nicht zerschnitten werden dürfen. Ein Konzept, das fast jeder kennt. Doch in dieser Weise haben es bisher sicherlich nur wenige unter euch erlebt: Fruit Ninja ist auch für Virtual Reality-Platformen erhältlich! Ich bin mit der HTC Vive und Playstation VR zum Früchte-Ninja geworden und berichte euch, ob Fruit Ninja VR von Halfbrick Studios auch abseits des Smartphone-Bildschirms überzeugen kann.

An der Idee hat sich in VR grundlegend nichts verändert. Nach wie vor tauchen sowohl Früchte als auch Bomben auf, die der Spieler reaktionsschnell zerschneiden oder meiden muss. Was jedoch fundamental anders ist, ist die Darstellung. Statt auf einem flachen Bildschirm werden die Früchte nun direkt vor unsere Augen verfrachtet. Bananen, Äpfel, Zitronen und Orangen wirbeln unmittelbar vor uns im dreidimensionalen Raum, was allemal ein verrücktes Erlebnis bietet, wenn man das Geschehen bisher nur auf gewöhnlichen Bildschirmen kennt. Ich habe einige Freunde und Verwandte spielen lassen, die bereits völlig begeistert von den räumlich toll dargestellten Früchten waren.

Mit zwei Motion Controllern in den Händen wird diese Faszination gesteigert. Denn halten Spieler ein Katana in jeder Hand und müssen die Früchte mit diesen Geräten zerschneiden. An dieser Stelle daher der Hinweis, dass auf PSVR zum Spielen zwei Move-Controller benötigt werden! Der Dualshock 4-Controller wird nicht unterstützt. Im Gegensatz zum Handyspiel wird in Fruit Ninja VR nämlich der ganze Körper strapaziert – und nicht nur der Daumen oder Zeigefinger mit flinken Bewegungen. Wir üben die Schlagbewegungen selbst aus, was den Spielablauf tatsächlich recht anstrengend macht. Denn ist es in einem Durchlauf anfangs noch leicht, die Früchte zu erwischen, steigt mit der Anzahl an Früchten im Sichtfeld auch die Schwierigkeit. Auch resultieren lasche Schläge darin, dass die Früchte nicht zerschnitten, sondern nur weggeschlagen werden – Spieler müssen also ordentlich zulangen! Es macht riesigen Spaß, mit den beiden Controllern in der Hand herum zu fuchteln. Ich fühlte mich stets super cool, wenn ich eine Kokosnuss oder ähnliches ganz nah an einer Bombe in Zwei teilte und eine Kiwi noch im allerletzten Moment erwischte, bevor sie den Boden berührte. Schlitzen wir mehrere Ziele auf einmal auf, gewährt das Spiel gar einen Multiplikator-Bonus. Mit richtiger Spielweise schießt so die Punkteausbeute in die Höhe. Im Endeffekt zielt das Geschehen auf eine Highscore-Jagd ab, denn versuchen Spieler, mit jedem Versuch einen besseren Wert zu erreichen. Mit Online-Ranglisten haben wir jedenfalls ausreichend Motivation, um die flinke Action wieder und wieder zu spielen.

Fruit Ninja VR bietet vier verschiedene Modi. Es gibt den Klassik-Modus, bei dem wir drei Leben haben. Eine zerschnittene Bombe bedeutet das Ende, während eine verpasste, fallengelassene Frucht ein Leben abzieht. Zwar können wir durch besonders gute Manöver Leben zurückgewinnen, doch müssen Spieler in Klassik ganz besonders vorsichtig sein – sonst ist die Runde im Nu vorbei. Der Arcade-Modus hingegen geht auf Zeit und gibt ein 1-Minute-Limit vor. Treffen wir Bomben, wird Zeit abgezogen. Hier gibt es allerdings auch eine Reihe von besonderen, bunt leuchtenden Früchten. Gleitet man mit dem Katana durch diese, werden unter anderem Zeit hinzugefügt, die Punkteausbeute kurzzeitig verdoppelt oder die Früchte vor uns “eingefroren”. Zen ähnelt dem Arcade-Modus, denn gelten hier die selben Regeln – allerdings spielen wir hier komplett ohne Bomben. Dieser Modus ist zwar der vermeintlich entspannteste, doch ist die Jagd nach immer mehr Punkten auch in dieser Variante spaßig. Den Abschluss macht Überleben. Hier gesellen sich nach und nach immer mehr fliegende Roboter aufs Feld, die mit Körben voll von Früchten ausgestattet sind. Im Sekundentakt beschießen uns die Kreaturen mit Früchten, die wir abermals nicht ungeschnitten zu Boden gehen lassen dürfen. Einmal mehr gibt es drei Leben, die mit Pech schon nach wenigen Versuchen weg sind. Zu allem Überfluss werden Spieler nach einiger Zeit gar von Bomben abgeschossen, die es physisch auszuweichen gilt. Es ist schön, unterschiedliche Modi zur Verfügung zu haben. Vier klingt auf dem Papier nach einer netten Abwechslung, doch stach für mich lediglich Überleben so wirklich aus dem Früchte-Wahnsinn heraus. Die anderen drei Spielvarianten spielen sich sehr ähnlich. Ihr werdet also merken, dass Fruit Ninja VR keinen allzu großen Tiefgang zu bieten hat. Das war bei so einem simplen Konzept schlicht nicht zu erwarten. Da die hektische Schwert-Action aber unglaublich viel Spaß macht, verzeih ich dem Spiel den Mangel an Abwechslung und Tiefgang gerne.

Dieser Screenshot und die folgenden Bilder stammen von der PSVR-Version

Fruit Ninja VR erhält durch die Virtual Reality Erfahrung durchaus einen Mehrwert. Während mich das Handyspiel nur für kurze Zeit bespaßen konnte, punktet die VR-Version mit toller Bewegungssteuerung, die das Früchte-Zerstören unglaublich spaßig gestaltet. Das Konzept profitiert zwar nicht so sehr von Präsenz-Gefühl wie beispielsweise das Shooter-Genre, doch ist es einfach sehr unterhaltsam, in einer bunten Umgebung mit Controllern als Schwertimitationen virtuelles Obst zu zerschneiden. Das Geschehen funktioniert dabei auf Playstation VR wie auch der HTC Vive gut. Das Controller-Tracking der Vive ist zuverlässiger, weshalb gerade schnelle Zerstückelungsbewegungen auf dieser Plattform leichter von der Hand gehen. Doch ist das Tracking der Move-Controller gut genug, um im Stehen präzise Schnitte abzugeben. Die Grafik ist auf den PC-VR-Brillen Hardware bedingt natürlich etwas besser, doch kann PSVR trotz eines niedriger aufgelösten Displays in Sachen Optik gut mithalten. Die knallbunte Grafik ist mit jeder Menge Effekten auch auf der PS4 gelungen. Da der Titel hauptsächlich stehend mit 180° Ausrichtung und nicht mit 360°-Spielfeld oder gar Room-Scale-Umsetzung gespielt wird, hinkt das Spielerlebnis auf PSVR keineswegs hinterher. Egal ob HTC Vive, Oculus Rift oder Playstation VR – unabhängig der benutzten VR-Brille dürften Spieler eine unterhaltsame, gleichwertige Erfahrung bekommen. Ich griff aufgrund der geringfügig besseren Bewegungserfassung dennoch etwas lieber zur Vive- als zur PSVR-Version.

Fazit

Fruit Ninja VR ist natürlich nicht das tiefgründigste Spiel in der virtuellen Realität. Die Minispiel-Art für kurze Highscore-Jagden zwischendurch hat der Titel auch in VR inne. Auf dem ersten Blick mag der Preis von 14,99€ bzw. 16,99€ daher ein wenig hoch gegriffen wirken. Im Endeffekt aber hatte ich großen Spaß mit dem Titel – wenn auch nur in kurzen Runden. Ich bin mir aber sicher, dass ich auch in Zukunft noch viele VR-Sitzungen mit einigen Minuten an Früchte-Chaos starten werde. Fruit Ninja VR ist der perfekte Titel, um die Technik auch Kollegen spaßig vorzustellen. Denn das Konzept von Fruit Ninja kennt wirklich jeder und so ist die Begeisterung zumeist groß, wenn Freunde und Verwandte das Geschehen erstmals in VR erleben. Dem Titel mag es zwar an Abwechslung mangeln, doch sorgt die hochpolierte Umsetzung auch für ein hochwertiges Spielgefühl. Ich kann Fruit Ninja VR durch seine zugängliche, unterhaltsame und gar körperlich anstrengende Action sowohl für HTC Vive als auch PSVR empfehlen!

Im Playstation Store kaufen – 16,99€

Im Oculus Store kaufen – 14,99€

Auf Steam kaufen – 14,99€

Teilen