Killing Floor 2 im Test

Samstag, 3. Dezember 2016 - 3:39 Uhr
von Dominik
Wertung
  • Gameplay
  • Inhalt und Umfang
  • Abwechslung
  • Multiplayer
  • Grafik
  • Sound

Releasetermin: 18.11.2016

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: First-Person-Shooter, Survival
Entwickler: Tripwire Interactive
Herausgeber: Deep Silver

 

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Das vermeintlich härteste Spiel ist auf dem Markt! In Killing Floor 2 ist der Name Programm: Spieler ballern was das Zeug hält in diesem ungeschnittenen First-Person-Shooter. Der Titel greift das Konzept auf, das mir in der Left 4 Dead-Reihe schon gut gefallen hat. Es gilt, vorzugsweise mit, zur Not auch ohne Team-Kameraden, Wellen an untoten Feinden zu eliminieren. Damit ist im Grunde genommen auch schon der hauptsächliche Inhalt des Spiels umschrieben. Reicht die fulminante Action, um zu einem befriedigendem Spielergebnis zu führen?

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Horden von Zombies

Left 4 Dead, Gears of War, Call of Duty – viele Shooter haben einen Hordenmodus, der seine Fangemeinschaft im Genre genießt. Tripwire Interactive ist von diesem Prinzip dermaßen überzeugt gewesen, dass die Entwickler nicht nur ein, sondern mittlerweile gar zwei Spiele um den Überlebensmodus angefertigt haben. Killing Floor 2 soll da weitermachen, wo der erste Teil aufgehört hat.

Das Spielprinzip ist schnell erklärt. Verrückte Wissenschaftler kreieren untote Kreaturen, die mit biochemischen Elementen und tödlichen Waffen ausgestattet für Chaos sorgen – so genannte Zeds. Unser Ziel ist denkbar simpel: Wir müssen die Scharen an grässlichen Gestalten ausschalten. Wer auf eine ausführliche Story hofft, sollte sich von diesem Gedanken gleich verabschieden. Denn geschichtlich geht das Gezeigte nicht über diese Prämisse hinaus. Das Shooter-Gameplay steht voll und ganz im Vordergrund und ist glücklicherweise auch extrem gut ausgefallen.

Fantastisches Spielgefühl

Die Waffen fühlen sich wuchtig an und spielen sich äußerst abwechslungsreich. Neben einer Handvoll Nahkampfwaffen bietet Killing Floor 2 eine Reihe von kreativen Gewehren und explosiven Gadgets. Es macht einfach großen Spaß, sich mit dem Waffenaufgebot an den Zombie-artigen Gegnern auszutoben. Die Gefechte fallen recht flott aus, was gute Reflexe und Mobilität erfordert. Zeds können von allen Seiten auf uns zukommen, was die Survival-Action effektiv gestaltet.

Bestimmte Treffer resultieren in einem stylischen Zeitlupeneffekt in Schwarz und Weiß mit rotem Blut-Akzent, was zum Gemetzel spaßig beiträgt. Allen voran mit dem Katana kommt man in diesen Sequenzen besonders gut zurecht! In diesen Zeitlupe-Momenten macht sich auch bemerkbar, wie brutal der Titel ist. Blut spritzt in Strömen, Körperteile fliegen ab. Ich bin wahrlich kein Fan von überspitzter Gewalt, doch passt die blutige Darstellung schlicht gut zum Konzept. Was wären schon Zombie-Ballereien, bei denen die Feinde keinerlei Reaktion auf unsere Schüsse und Schläge zeigen würden?

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Zeds – in vielen Formen und Größen

In vier Wellen, wenn gewollt auch sieben oder zehn, gilt es, die anstürmenden Zeds auszuschalten. Nach jeder Welle können wir an der “Händlerkapsel” für neue Ausrüstung sorgen. Munition, Schutzweste, Granaten, neue Waffen – es kann über Leben und Tod entscheiden, was wir in der Minute zwischen den Wellen alles einpacken. Hier kommt Geld zum Einsatz, das wir in der Runde zuvor verdient haben. Das Einteilen und überlegte Ausgeben der Währung ist von enormer Wichtigkeit. Die Zeds kommen in unterschiedlicher Ausführung daher, was einmal mehr unterstreicht, dass wir vielfältige Waffen einpacken müssen.

Neben recht schnellen, aber schwachen Exemplaren gibt es auch unsichtbare oder krabbelnde Wesen, die kreischende Sirene, Gift-speiende Giganten oder muskelbepackte Nahkämpfer, die es auf Distanz zu halten gilt. Ein kniffliger Bosskampf in der letzten Welle rundet das Geschehen ab. Die Gegnervielfalt ist sehr gelungen und trägt dazu bei, dass Killing Floor 2 so spaßig ist. Daran haben auch die Maps ihren Anteil. Es gibt 12 Karten, die allesamt clever gestaltet wurden und perfekt auf das Geschehen ausgelegt sind. Spieler bekommen eine Menge Abwechslung bei den Schauplätzen geboten.

Solo-Spieler kämpfen schneller mit Monotonie – Koop-Multiplayer als Highlight

Der Titel schwächelt etwas, wenn man die Zombie-Action lediglich alleine spielt. Das fängt bei der Schwierigkeit an. Gelegentlich kann es sich zu fordernd anfühlen, stets Ausschau in alle Richtungen zu halten. Die Feinde kommen von überall und sind in der Gruppe besonders gefährlich. Zwar können wir in regelmäßigen Abschnitten eine Spritze anwenden, mit der sich unsere Gesundheit langsam wieder regeneriert. Doch kann es im Solodurchgang hin und wieder trotzdem schon auf dem Schwierigkeitsgrad “Normal” recht schwer ausfallen. Zudem kommt die Abwechslung im Offline-Geschehen etwas zu kurz. Die Vielfalt an Gegnern, Waffen und Maps tut ihr bestes, um ein Monotonie-Gefühl möglichst lange zu verschleiern. Da wir aber letztendlich immer wieder das gleiche Konzept erleben und es voll und ganz auf das Ballern in Wellen hinausläuft, spielt sich Killing Floor 2 im Singleplayer nach einer Weile repetitiv.

Besser steht es da um den Multiplayer. Wir können mit fünf weiteren Spielern Koop-Gefechte eingehen, die mit Teamplay den Spielspaß in die Höhe treibt. Im Grunde genommen ändert sich auch hier nichts am Prinzip, doch ist die Action im Koop noch um einiges dynamischer. So können wir unser Geld mit Kameraden teilen und sie zudem heilen. Durch die hohe Spielerzahl fällt außerdem das Problem des Umzingelt-werdens weg. Wir können stattdessen aber die Schwierigkeit der Feinde hochdrehen. Das sorgt dafür, dass Teamplay extrem wichtig ist und wir im besten Fall mit unseren Mitspielern kommunizieren. Mit vier Schwierigkeitsgraden ist das Spiel auch für die allerhärtesten Survival-Experten gerüstet, denn hat es der “Hölle auf Erden”-Modus extrem in sich – ich habe Online mit keiner Sechser-Truppe ein Match auf dieser Stufe geschafft.

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Überraschender PvP-Modus und motivierendes Vorteilssystem

Insgesamt ist der Koop-Modus wahnsinnig spaßig und das Highlight des Spiels. Wer den Titel mit einigen Kollegen angeht, wird mit großer Wahrscheinlichkeit mehr und länger Spaß am Spiel haben. Die Action artet gelegentlich so extrem aus, dass ich in manchen Momenten wirklich aus dem Staunen nicht mehr heraus kam!

Zu meinem Erstaunen bietet Killing Floor 2 sogar einen PvP-Modus an. In “VS-Überleben” übernimmt ein Teil der Spieler die Helden, während der andere Teil in die Rolle der Zeds schlüpft. Die Untoten haben mehrere Respawns, da sie wesentlich schneller ins virtuelle Gras beißen als die Soldaten. Zur Halbzeit tauschen die Teams ihre gespielten Wesen. Mit unterschiedlichen Zombie-Klassen mit unterhaltsamen Angriffen machte mir auch dieser Modus Spaß. Ich bin allerdings eher Fan des Koop-Geschehens gewesen, weshalb ich nicht allzu viel Zeit mit VS-Überleben verbracht habe.

Online wie auch Offline kommen die “Vorteile” zur Hilfe. Es gibt eine Handvoll verschiedener Waffenklassen, die durch erfolgreiche Spielweise und Verdienen von XP aufgestuft werden. Mit jeder neuen Stufe streichen wir weitere Vorzüge ein. Alle fünf Aufstiege gibt es gar eine neue Fähigkeit zum Anwenden. Dieses Perk-System motiviert ungemein und es dauert gefühlt eine Ewigkeit, eine Klasse auf den höchsten Rang zu bekommen. Angesichts der vielen Kategorien blicken Spieler hier einer wirklich hohen Spielzeit entgegen. Für Fans von kosmetischen Elementen ist außerdem für Waffenskins und Klamotten bzw. Accessoires gesorgt.

Klasse Grafik auf der PS4 Pro – nur viel zu oft so dunkel!

Killing Floor 2 sieht auf der PS4 Pro sehr gut aus. Ich habe den Titel auf der neuen Konsole in 1080p gespielt, wo es von einer Auflösung von 1800p herunterskaliert wird. Dadurch bietet das Spiel eine fantastische Bildqualität. Sämtliches Geschehen kommt extrem klar und scharf über den Bildschirm. Aliasing ist mir überhaupt nicht aufgefallen. Die Beleuchtung ist fantastisch und ruft so manch atmosphärischen Anblick auf den Bildschirm. Sehr beeindruckend: Im Laufe der Wellen färbt sich der ganze Boden voll mit Blut der Zeds ein – nach zehn Runden lässt sich ein regelrechtes Blutbad bestaunen. Die PS4 Pro hat “Ultra Texturen” spendiert bekommen, was sich durchaus bemerkbar macht. Die Waffenmodelle sind detailliert gestaltet und auch die Umgebungen sowie die Zeds überzeugen mit ihrer Darstellung. Die Animationen der Untoten können ebenso punkten.

Mit einer Framerate von weitestgehend 60 FPS fallen die Gefechte sehr flüssig und geschmeidig aus – nur im Multiplayer kann die Bildrate aufgrund der bombastischen Action dann doch einmal deutlich in die Knie gehen. Ich habe außerdem anzumerken, dass die Areale fast ausschließlich dunkle Farbtöne aufweisen. Das führt dazu, dass ich die gelungene Grafik hin und wieder nicht richtig zu schätzen wusste und mich die düstere Farbgebung nach einer Zeit etwas anödete. In den meisten Maps ist das Gezeigte schlicht extrem dunkel – daran ändert auch die Taschenlampe nur wenig. Das ist auch der Grund, warum mir beispielsweise die Paris-Map am besten gefallen hat. Diese ist keineswegs knallbunt dargestellt, sondern ebenfalls schummrig präsentiert. Da man aber mehr von der Umgebung sieht, trumpft die Optik des Spiels hier so richtig auf. Killing Floor 2 gibt gerade auf der PS4 eine tolle Figur ab, die sich durch exzellente Bildqualität bemerkbar macht.

Der Sound ist solide umgesetzt. Die Zeds geben schreckliche Laute von sich ab, die mir nicht nur die Haare zu Berge stehen ließen, sondern es mir auch grob möglich machten, die Kreaturen zu orten. Die Waffeneffekte klingen gelungen und so ergibt sich eine düstere Stimmung, die wunderbar zum Geschehen passt. Schade nur, dass die Figuren ständig dazwischen labern müssen. Allen voran Online lassen die Soldaten einen Spruch nach dem anderen ab. Dabei ist ein Satz sinnloser als der nächste. Auch stehen wir mit einer Dame in Kontakt, die uns stetig wissen lässt, wann sie die Händlerkapsel öffnet und wieder schließt – und mir ebenfalls nach einer Weile auf den Senkel ging. Auch wenn ich kein Fan von den ständigen Kommentaren bin, muss ich zumindest den Aufwand loben, dass deutsche Sprecher für die hiesige Version aufgetrieben wurden.

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Fazit

Obwohl Killing Floor 2 lediglich eine Spielvariante bietet, den klassischen Hordenmodus, in dem es Welle für Welle ums Überleben geht, ist das Werk unterm Strich gelungen. Die Waffenmechaniken fühlen sich vorzüglich an und gehören zu den besten im Shooter-Genre. Das Survival-Geschehen ist hervorragend umgesetzt und trumpft allen voran im Online-Koop auf. Mit bis zu fünf Freunden oder Fremden macht die Jagd auf Zeds und das Freischalten neuer Vorteilsränge am meisten Spaß!

Ein schlauer Umgang mit verdienten Geld zwischen den Wellen ist extrem wichtig und verleiht dem Titel eine Prise Taktik. Insgesamt 12 Maps, mehrere Figuren, kosmetische Aspekte, ein ausführliches Vorteils-System, ein tolles Waffenaufgebot und abwechslungsreiche Zombie-Arten sorgen dafür, dass Shooter-Fans auch langfristig Spaß am Titel haben. Für Solo-Spieler könnte aber nach einiger Zeit die Luft raus sein – im Grunde ist der Titel schließlich wahnsinnig repetitiv.

Wer sich daran nicht stört, erhält mit Killing Floor 2 einen sehr spaßigen und extrem hübschen, wahnsinnig brutalen und blutigen Überlebensshooter, der in diesem Gebiet zum besten auf dem Markt gehört.

 

Positiv-Icon Fantastisches Waffengefühl und gutes Waffenaufgebot

Positiv-Icon Temporeiches Spielgeschehen mit wahnsinnig viel Action und Blut

Positiv-Icon Umfang grundsätzlich sehr gelungen: Viele Maps, Charakter, Skills, Ausrüstungsstücke

Positiv-Icon Wellen-Prinzip mit Geldausgabe nach jeder Runde ist toll umgesetzt

Positiv-Icon Im Multiplayer mit entsprechendem Teamplay ein riesiger Spaß!

Positiv-Icon Grafik sieht auf der PS4 Pro fantastisch aus

Negativ-Icon Im Kern repetitiv, macht sich allen voran für Solo-Spieler schnell bemerkbar

Negativ-Icon Offline gelegentlich frustrierend knifflig und selbst im Multiplayer teils sehr gnadenlos

 

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