Releasetermin: 30.05.2017

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: Action-Adventure, Simulation
Entwickler: Red Storm Entertainment
Herausgeber: Ubisoft

 

Bestellen bei Amazon.de

 

Virtual Reality macht es oftmals möglich, in ganz neue Rollen zu schlüpfen. Für Star Trek Fans könnte dank Ubisoft daher jetzt ein Traum in Erfüllung gehen: Bridge Crew steckt seine Spieler an Bord der USS. Aegis in die Fußstapfen ikonischer Figuren des Star Trek Universums. Doch hat Ubisoft aus diesem abgefahrenen Erlebnis auch ein spaßiges Spiel gemacht, oder landet der Titel eher in der Kategorie “nett gemeint und für 5 Minuten ganz cool, aber als richtiges Spiel?”, in der leider schon so einige VR-Titel gelandet sind? Finden wir es heraus.

Willkommen auf der Kommandobrücke

Star Trek: Bridge Crew verfrachtet seine Spieler auf die USS Aegis (NX-1787), die in den modernen Filmen zum Einsatz kommt. Gemeinsam mit drei Freunden oder Fremden gilt es, in der Rolle von hochrangigen Offizieren das Schiff mitsamt Crew durch allerlei Gefahren zu bringen und einen unerforschten Sektor im Weltraum zu erkunden. Spieler nehmen dabei vier bedeutsame Positionen an Bord an: Die des Captains, des Steuermanns, des Taktischen Offiziers und die des Ingenieurs. Jede Rolle kommt mit einer Menge Verantwortung und Aufgaben daher, über die Star Trek Fans sich freuen würden. Spieler kontrollieren die unterschiedlichsten Werte, lesen und deuten Karten, drücken diverse Knöpfe, feuern mächtige Phaser – und beschleunigen die USS Aegis auf Warpgeschwindigkeit. Für manche Anhänger der Vorlage geht hier wahrlich ein Traum in Erfüllung.

In seinen besten Momenten sorgt Bridge Crew mit (An-)Spannung und gelungener Kooperation für ein unglaublich unterhaltsames VR-Erlebnis. Die Erfüllung einer Mission hängt zwar auch davon ab, sein Handwerk zu beherrschen und die vorgestellten Spielmechaniken zu verstehen. Primär aber spielt die Kommunikation miteinander die größte Rolle. Wir informieren uns gegenseitig über Gefahren, geben uns Tipps, sprechen weiteres Vorgehen ab. Ich habe Online wirklich tolle Momente mit mir völlig fremden Menschen erlebt, mit denen ich an Bord der Aegis ein Stück weit gar zusammengeschweißt bin – ohne überhaupt die Namen meiner Mitstreiter zu kennen. Niemand war mir böse, wenn ich einmal Schuld am Scheitern einer Mission war – vielmehr habe ich aufmunternde Worte erhalten. Auch wenn das Internet und vor allem die Interaktion mit anonymen Fremden nicht immer ihre positiven Seiten hat, hat mich dieser Aspekt in meiner Zeit mit dem Spiel am meisten überzeugt.

KI-Offiziere als Koop-Partner

Alternativ bietet Bridge Crew auch die Möglichkeit, den Titel offline zu erleben. Spieler agieren an der Seite von KI-Crewmitgliedern, geben den computergesteuerten Figuren Befehle. Zudem können wir hier die Station wechseln, wenn eine bestimmte Aktion an einer anderen Position von Nöten ist. Ich habe mich darüber gefreut, dass Ubisoft auch eine Singleplayer-Variante implementiert hat. Nicht jeder hat Spaß an der Interaktion und Kommunikation mit anderen Spielern, außerdem fällt beim Thema VR immer die Frage der verfügbaren Spielgemeinschaft an. Ich habe zwar zumeist recht schnell ein volles Spiel gefunden, doch kann sich das in einigen Monaten ändern. Die Offline-Variante funktioniert grundsätzlich gut, doch steckt die wahre Magie des Konzepts in den kooperativen Erfolgen. Es macht schlichtweg viel mehr Spaß, die Herausforderungen im Team zu bewältigen.

Gut gemeinter Umfang, doch mit schwächelnder Abwechslung

Star Trek: Bridge Crew kommt mit einer Art Kampagne daher, die jedoch recht kurz ausfällt. In insgesamt 7 Missionen inklusive Tutorial lernen wir primär die Rollen und Aufgaben kennen. Bei einer Spielzeit von rund 3 Stunden kann also wahrlich nicht von einer umfangreichen Kampagne die Rede sein. Allerdings wird Star Trek Fans freuen, dass die Abschlussmission in der klassischen Enterprise ausgeführt, die allerdings schwerer zu manövrieren ist.

Mehr Substanz haben da die “laufenden Missionen”. Hierbei handelt es sich um zufällig generierte Missionen, die Solo oder Online im Koop absolviert werden können. Es ist schön, quasi eine unbegrenzte Anzahl an Missionen zu haben. Diese Illusion der Abwechslung wird allerdings durch die begrenzten Tätigkeiten limitiert. Sämtliche Aufgaben auf der Kommandobrücke lassen sich auf einige wenige Manöver zurückführen, die sich nach einer Weile repetitiv spielen. Trotz generierter Missionen und variierender Tätigkeiten hat Bridge Crew leider nicht viel Abwechslung zu bieten. Je mehr Missionen ich spielte, desto mehr ist mir dieser Umstand aufgefallen. Dennoch hatte ich in den letzten Tagen immer wieder Spaß daran, immer mal wieder zumindest für eine Runde die USS Aegis zu betreten.

Klasse VR-Umsetzung mit optionalem Move-Support und toller Grafik

Das Spiel löst seine Aufgabe als VR-Erlebnis sehr gut. Das Gefühl der Präsenz ist durchaus gegeben, was nicht nur auf das stimmige Koop-Geschehen, sondern vor allem auf die atmosphärische Grafik-Gestaltung der Kommandobrücke zurückzuführen ist. Die Innenausstattung und technischen Aspekte der USS Aegis sind hübsch in Szene gesetzt und geben sogar über die recht geringe Auflösung von PSVR ein tolles Bild ab. Allen voran die Szenerien, die sich durch das Fenster im Weltall ergeben, überzeugen optisch. Insgesamt präsentiert sich der Titel hochpoliert und gehört in Sachen Präsenz zu den besten Spielen für Playstation VR.

Was hingegen eher irritiert, sind die Armbewegungen anderer Spieler. Bridge Crew lässt sich auch auf PSVR mit Motion Controllern spielen. Während die Bewegungserfassung präzise genug ist, um sämtliche Manöver korrekt auszuführen, sieht es bei anderen Spielern einfach urkomisch aus. Da lediglich die Hände, nicht aber die Arme getrackt werden, sind die Animationen des Oberkörpers anderer Spieler gelegentlich wirklich amüsant anzuschauen. Alternativ ist die Steuerung per Dualshock 4 möglich, die natürlich eine noch präzisere Kontrolle möglich macht. Dafür aber spielt sich das Geschehen mit zwei Move-Controllern schlichtweg am intuitivsten und unterm Strich auch am spaßigsten.

In VR macht es mit Bewegungscontrollern sogar Spaß, einfache Knöpfchen sinnlos zu drücken
Wertung im Einzelnen
Spielspaß
8
Inhalt und Umfang
6.5
VR-Umsetzung
9
Grafik und Sound
8
Teilen