In unserem ersten Teil konntet ihr bereits über einige unserer Highlights der Gamescom 2017 lesen. Wir waren in Köln, um Eindrücke zu den neuesten Spielen zu sammeln und lassen euch wie jedes Jahr wissen, welche Titel in den kurzen Anspielzeiten besonders überzeugen konnten. Nachdem Niklas euch bereits etwas über Star Wars Battlefront 2, Detroid, Ni No Kuni 2 oder auch Super Mario Odyssey erzählt hat, findet ihr nachfolgend Impressionen zu weiteren Titeln der Messe von mir.

 

Assassin’s Creed Origins

Ein Titel, den ich mir auf keinen Fall entgehen lassen wollte, war der neue Assassin’s Creed-Ableger. Es sind bereits fast zwei Jahre vergangen, seitdem der letzte Teil Syndicate erschienen ist. Bei Ubisoft hat man die Pause genutzt, um mit Assassin’s Creed Origins so einiges in der Reihe umzukrempeln. Zum Start der Demo fand ich mich in einer recht großen Stadt in der Wüste wieder. Die gelungene Grafik ist mir als erstes ins Auge gesprungen. Die Weitsicht war fantastisch, der Protagonist Bayek wirkte sehr detailliert in Szene gesetzt. Die Spielwelt wirkte recht lebendig, aus allen Richtungen waren Konversationen dumpf zu hören. In der Umgebungen gab es sehr viele Kleinigkeiten zu entdecken – und da mir vor Ort versichert wurde, dass das bespielte Devkit “lediglich” über Xbox One-Hardwarekonfiguration verfüge, bin ich sehr optimistisch, was die Grafik von PS4 Pro und Xbox One X angeht.

Schnell startete ich eine Quest und sah mich meiner ersten Stealth-Herausforderung gegenübergestellt. Es galt, eine Sklavin aus einem Haus zu eskortieren – und das nach Möglichkeit ungesehen. Das ist mir nicht gelungen, was zum einen daran lag, dass ich die Steuerung nicht sofort verinnerlichte. Ich wurde ohne Tutorial ins kalte Wasser geschmissen und hatte somit nicht die volle Kontrolle über Bayeks Gadgets. Zum anderen kann das aber auch daran liegen, dass ich mich mit Stealth grundlegend schwer tue. Es hatte aber auch etwas positives, dass ich aufgeflogen bin: Ich konnte schnell das überarbeitete Kampfsystem ausprobieren. Vorbei sind die Zeiten des simplen Konter-Knopfdrückens. Origins bietet eine größere Herausforderung beim Kämpfen und legt größeren Wert auf präzises Timing. Wird Bayek umzingelt, hat er nicht gerade die besten Aussichten, das Gefecht lebend zu verlassen. Auch wenn ich nur wenige Minuten mit dem Kampfsystem verbracht habe, bin ich positiv gestimmt. In Verbindung mit den erweiterten Stealth-Möglichkeiten, die in einigen Trailern bereits gezeigt wurden, werden sich hoffentlich vielfältige Herangehensweisen an viele Situationen ergeben.

Die Nutzung von Adler Senu zeigt, in welche Richtung es gehen kann. Bayek kann den Vogel entsenden und mit ihm die Umgebung auskundschaften. In meinem Versuch fand ich die Steuerung des Vogels recht knifflig und so tat ich mich schwer daran, ihn in der richtigen Höhe zu halten. Ich bin mir aber optimistisch, dass die Steuerung von Senu eine Sache der Übung sein wird. Jedenfalls ist der Adler eine sehr gute Ergänzung, um sich für die Stealth-Einlagen einen Überblick zu verschaffen. Leider kam die Erkundung in meinen rund 15 Minuten mit Assassin’s Creed Origins etwas zu kurz. So kam ich beispielsweise kaum zum Klettern, um die Dächer der Stadt auf Schätze abzusuchen. Meine wenigen Klettermomente haben mir aber gezeigt, dass die Mechanik so gut wie eh und je ausfällt. Ich freue mich sehr darauf, Pyramiden und Tempel der unterschiedlichsten Größen zu erklimmen. Als sich meine Session dem Ende neigte, hatte das Spiel noch eine Überraschung für mich auf Lager. Nichtsahnend ritt ich durch die Wüste, als ich von Feinden angegriffen wurde, die ebenfalls auf einem Pferd saßen. Zur Verteidigung konnte ich mein Schwert benutzen oder auf Distanz Pfeile per Bogen verschießen. Das hat gut funktioniert und ich kann mir vorstellen, dass derartige Überfälle für verzwickte Situationen sorgen können.

Eine Viertelstunde ist viel zu wenig, um ein Spiel wie Assassin’s Creed Origins richtig einschätzen zu können. Ich kam kaum dazu, mich mit den RPG-Elementen zu beschäftigen. Klettern konnte ich nur im kleinen Ausmaße, die Pyramiden habe ich nur aus der Ferne gesehen. Ich habe einen kleinen Einblick auf das Kampfsystem bekommen, wurde aber bei weitem nicht auf alle Funktionen aufmerksam gemacht. Nach einer bewältigten Nebenquest kann ich natürlich überhaupt keine Schlüsse auf die Story ziehen. Ich bin keinerlei gefährlichem Tier begegnet, die ebenfalls eine Rolle in Origins spielen sollen. Ihr merkt schon – ich habe lediglich einen äußerst beschränkten Vorgeschmack auf das neue Ubisoft-Spiel bekommen. Dennoch hat mich alles, was ich gesehen habe, hoffen lassen, dass die Pause von zwei Jahren (und Entwicklungszeit von vier Jahren) die richtige Entscheidung war und wir einen richtig guten Ableger der Reihe erwarten können.

 

Dragon Ball FighterZ

Ich bin zwar nicht der größte Beat’em Up-Fan und auch die BlazBlue-Reihe kannte ich bisher nur vom Hören und Sehen. Dennoch bin ich einfach nur begeistert, was die Entwickler von Arc System Works derzeit mit Dragon Ball FighterZ auf die Beine stellen. Als Kindheitsfan der Manga- und Anime-Vorlage klemmte ich mich mit Spannung vor den Controller. Sofort ist mir die fantastische Inszenierung aufgefallen. Sämtliche Angriffe und Bewegungen sind dem Original super nachempfunden. Die Animationen sehen aus, als wären sie direkt dem Anime entsprungen. Dazu kommt die farbenfrohe Action, die den Bildschirm zeitweise vollständig mit Explosionen füllt. Egal ob Genkidama, Kamehameha oder der Todesstrahl – jede nachgebildete Attacke überzeugte mich mit äußerst hübschen Effekten. Zwar war hin und wieder etwas Aliasing auf der gespielten Xbox One-Fassung zu sehen. Da der Titel aber erst im Februar nächsten Jahres erscheint, haben die Entwickler noch genug Zeit, um für eine lupenreine Optik zu sorgen.

Zahlreiche Figuren wurden ausgestellt – unter anderem auch die Son Goku-Figur, die Fans mit der Collector’s Edition des Spiels erlangen können.

Spieler nehmen drei Figuren mit in den Kampf und können zwischen diesen hin- und herwechseln oder Unterstützungsangriffe der passiven Charaktere anfordern. Dadurch ergibt sich besonders dynamische Action, die von der Vielfältigkeit der ikonischen Figuren profitiert. Bisher sind SS Son Goku, SS Vegeta, Future Trunks, SS Son Gohan, Piccolo, Freezer, Cell und Buu bestätigt. Zur Gamescom wurden Krillin, Android 16 sowie Android 17 und 18 als Duo enthüllt. Zu diesem Aufgebot werden sicherlich noch weitere Helden und Feinde dazu stoßen. Auch die Umgebungen konnten mich als Fan der Vorlage in Umfang und Gestaltung bereits jetzt zufriedenstellen. In meinen beiden kurzen Kämpfen habe ich das Kampfsystem nicht sonderlich detailliert erforschen können – außerdem weiß ich als Beat’m Up-Laie sowieso nur bedingt, worauf zu achten ist. Doch auch als Anfänger hatte ich sofort riesigen Spaß mit den gebotenen Möglichkeiten, sich im Nahkampf und mit verschiedenen Ki-Attacken die Köpfe einschlagen zu können. Dragon Ball FighterZ macht bislang alles richtig und hat das Potential, nicht nur bei Dragon Ball-Fans im nächsten Jahr Wellen zu schlagen.

 

Kingdom Come Deliverance

Gefühlt schon seit Jahren in Entwicklung und nun konnte ich es auf der Gamescom erstmals ausprobieren: Das ambitionierte Rollenspiel Kingdom Come Deliverance. Sofort ist mir die fantastische Grafik ins Auge gesprungen, die mit ihren beeindruckenden Foliage-Effekten einen tollen Anblick bot. Allerdings sah das Gezeigte nicht mehr so bahnbrechend gut aus, wie es noch in manchen Prototyp-Videos wirkte. Das ändert aber nichts daran, dass der Titel einen positiven Eindruck bei mir hinterlassen hat. Die stimmungsvolle Musik zog mich gleich in den Bann und führte dazu, dass ich mich in dieser Spielwelt schnell wohl fühlte. In einem kleinen Dorf spielte ich scheinbar den Anfang von Kingdom Come Deliverance. Eine Reihe von kleineren Aufgaben gaben einen Ausblick auf das Spielgeschehen. Ich habe der Demo hauptsächlich zwei Punkte entnommen: Es scheint ein recht umfangreiches Handelssystem zu geben, mit dem wir bei diversen Händlern Waren und Gold tauschen können. Das ist für solch ein RPG eine durchaus vielversprechende Komponente.

Zum anderen haben mir die Dialogoptionen gefallen, die sich in den Konversationen ergeben haben. Inwiefern meine gewählten Antworten und Handlungen einen Einfluss auf die Geschichte und Spielwelt haben werden, kann ich nach der kurzen Anspielzeit natürlich nicht abwägen. In einer Nebenmission musste ich beispielsweise einen betrunkenen Dorfbewohner einschüchtern, um Geld einzutreiben, das er unserer Familie geschuldet hat. Dies konnte ich lediglich mit Worten versuchen, doch verlor ich schnell meine Geduld und schlug auf ihn ein, woraufhin ich den Schlüssel zu seiner Hütte fand und mit darin gefundenen Wertstücken zumindest einen Teil des geschuldeten Betrages zurückholen konnte. Abseits dieser kurzen Prügelei habe ich leider aber nicht viel vom Kampfsystem gesehen. Ich habe mir in meinen rund 20 Minuten mit dem Spiel zu viel Zeit gelassen, sodass ich effektiv gar nicht viel erlebt habe. Dennoch bin ich vom grundsätzlichen Konzept und der scheinbar hochwertigen Umsetzung durchaus angetan und bin gespannt, ob Kingdom Come Deliverance in einer ähnlichen Liga wie The Witcher 3 mitspielen wird.

 

The Crew 2

The Crew hatte keinen leichten Start und kam anfangs nicht ausschließlich positiv bei Rennspielfans an. Das Konzept, ganz Amerika befahren zu können, hatte durchaus seinen Reiz. Allerdings hat das schwammige Fahrgefühl viele Spieler abgeschreckt. Eine komplette Überarbeitung mit neuer Grafik-Engine und viele DLCs später stehen viele ganz anders zum Spiel. Eine gute Basis, auf die The Crew 2 aufbauen möchte. Während der Nachfolger erneut ganz Nordamerika zum Schauplatz macht, steht diesmal etwas anderes im Vordergrund. Die Entwickler haben sich überlegt, in ihrem Spiel dieses Mal nicht nur Autos steuern zu lassen. The Crew 2 bietet weiterhin Motorboote, Stuntflugzeuge und Motorräder an, die ein abwechslungsreiches Fahrgefühl gewähren sollen.

Dieses habe ich in der kurzen Demo auch erleben können. In der kurzen Fahrt wechselte ich von einem Auto zum Boot und flog abschließend ins Ziel. Durch die Kontrolle unterschiedlicher Vehikel wird das Spielgeschehen sicherlich mehr Abwechslung bieten als die meisten regulären Racer. Allerdings habe ich die Befürchtung, dass man schnell ein Lieblingsvehikel für sich entdeckt und die anderen links liegen lässt. Während mir das Arcade-Fahrgefühl von Auto und Boot umgehend gefallen haben, tat ich mich mit der Kontrolle des Fliegers schwer. Ich habe die Hoffnung, dass man mit dem Kniffen der Vehikel umzugehen lernt und so von der Vielfalt im Renngeschehen profitieren kann. Leider konnte ich in der Demo keinen manuellen Wechsel der Fahrzeuge vollziehen, sondern wurde ich in gescripteten Momenten in ein anderes Vehikel gesteckt. Ich habe es aber so verstanden, dass man in der Vollversion jederzeit selbstständig den Wechsel vollziehen können soll. Wie das funktionieren wird, leuchtet mir noch nicht so ganz ein – ich bin aber gespannt. Auch optisch machte der Titel einiges her und überzeugte mich allen voran mit verrückten Inception-artigen Verzerrungen der Spielwelt. Ich werde im März jedenfalls meine Augen offen halten, wenn The Crew 2 auf den Markt kommt!

 

Need For Speed Payback

Michael Bay: Das Rennspiel – mit einer Prise Fast & Furious. So würde ich das neue Need For Speed Payback von EA nach meiner Zeit mit der Demo auch nennen. Spielen konnte ich die selbe Szene, mit der das Spiel auf der E3 vor mehreren Wochen bereits vorgestellt wurde. Auf einem Highway gilt es, einen irre schnellen Truck einzuholen, da dieser einen exotischen Boliden birgt. In einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd musste ich nicht nur den rasanten Truck immer wieder einholen, sondern auch feindliche Fahrzeuge zu Schrott fahren. Hier jagt eine Zeitlupe-Darstellung die nächste und ich wurde an die Burnout-Reihe erinnert. Auch eine Polizeiverfolgung wurde angedeutet, die ich jedoch nicht spielen durfte. Die Demo hatte allerdings noch ein gewöhnliches Rennen im Canyon in petto, das ich mit Leichtigkeit gewann. Ich hoffe in der Vollversion daher auf knackigere Rennen oder diverse Schwierigkeitsgrade.

Grundsätzlich hat mir das klassische Arcade-Fahrsystem gut gefallen. Es macht Spaß, mit 200 km/h durch die Kurven zu driften. Auch die Burnout-Einlagen waren unterhaltsam. Need For Speed Payback präsentierte sich in der Demo optisch ansprechend, allerdings lief es auf einem High-end PC, was nicht gerade auf die Konsolenperformance schließen lässt. Auch wenn ich in der rund 15-minütigen Session meinen Spaß hatte, bin ich vom Konzept um die bombastische Geschichte noch nicht vollständig überzeugt. Ich brauche keine Explosionen, sondern möchte einfach spannende Rennen fahren, die ihre Spannung nicht durch solche Showeinlagen erhalten. Vielleicht hat die Demo einen falschen Eindruck gegeben, sodass ich mich im November gerne eines besseren belehren lasse und durchaus neugierig bin, in welche Richtung das Spiel letzten Endes gehen wird.

 

Gran Turismo Sport

Rennspiel-Fans werden in diesem Jahr regelrecht verwöhnt. Neben Multiplatform-Titeln wie Project Cars 2 oder Need For Speed Payback ist auch Polyphony Digital am Start und wird im Oktober mit Gran Turismo Sport das erste PS4-Spiel des Studios abliefern. Ich habe den Titel auf der Gamescom mit einem Lenkrad ausprobiert und bin von der Fahrphysik begeistert. Wie es sich für die Reihe gehört, macht auch Sport einen weiteren Schritt Richtung Realismus und präsentiert sich als Simulation, die auf viele noch so winzigen Details achtet. Das hat sich bei den vielen Anpassungsmöglichkeiten bemerkbar gemacht. Vor Rennstart hatten Spieler die Chance, nicht nur Fahrhilfen anzupassen, sondern auch etliche Änderungen an der Beschaffenheit des Wagens vorzunehmen. Während die meisten Leute vor Ort sich schnell auf die Rennstrecke begeben haben, gab es tatsächlich einige, die sich minutenlang mit dem Luftdruck, dem Gewicht des Wagens und der Ergonomie beschäftigt haben. Gran Turismo bietet eben einmal mehr einen “Car-Porn”!

Erstmals habe ich zudem Nachtfahrten live in Aktion gesehen, die sich wirklich spektakulär gezeigt haben. Hier trumpfte allen voran die geniale Beleuchtung auf, die die Entwickler von Polyphony mit ihrer Engine sehr toll umgesetzt haben. Die Demo bot auch eine wirklich gute Bildqualität, die mich darauf schließen lässt, dass vor Ort auf einer PS4 Pro gespielt wurde. Mit dem fantastischen Fahrgefühl und der beeindruckenden Liebe zum Detail hat Gran Turismo Sport das Zeug dazu, in wenigen Wochen die Herzen der Racing-Fans zu überzeugen. Lediglich der Umfang macht mir noch Sorgen, doch freue ich mich auch darauf, den VR-Modus auszuprobieren.

 

Blind

Vor 2 Jahren noch berichtete ich vom Prototypen eines VR-Spiels, den ich auf der Gamescom zu Gesicht bekam. Das Konzept wirkte sehr gelungen, doch war die Umsetzung noch in einem derart frühen Stadium, dass ich damals noch keine wirkliche Einschätzung über das Spiel abgeben konnte. Nach einer längeren Funkstille freute ich mich daher, Blind in diesem Jahr erneut auf der Gamescom zu entdecken. Nach meiner Anspielsession kann ich sagen, dass Blind nun viel mehr als Spiel zu erkennen ist als noch vor zwei Jahren. Das Konzept ist nach wie vor sehr kreativ und eignet sich ausgesprochen gut für die virtuelle Realität. Spieler schlüpfen in die Rolle einer blinden Protagonistin, die sich mithilfe des Prinzips von Echoortung in ihrer Welt zurecht findet. Die dunkle Umgebung wird kurzzeitig erhellt, wenn ein Ton erklingt. In diesem Moment sind für rund eine Sekunde Umrisse von nahegelegenen Objekten zu sehen, die die Orientierung ermöglichen. Ich habe die Demo auf der Oculus Rift mit Touch-Controllern gespielt. Die Fortbewegung lief über den Analog-Stick ab, während ich meine Händen jederzeit zur Interaktion nutzen konnte. Spieler erhalten einen Gehstock, der mit der rechten Hand auf den Boden oder gegen Wände und Objekte geschlagen werden kann. Auf diese Weise finden Spieler sich in der Umgebung zurecht, da das erzeugte Klopfgeräusch einmal mehr die Echoortung möglich macht.

So weit zur Fortbewegung, doch was genau macht man in Blind? Das Spiel bietet ein ruhiges Gameplay, das eine große Betonung auf Rätsel legt. Die Interaktionen mit der Umgebung nimmt einen großen Stellenwert ein. Die Sinne spielen ebenfalls eine große Rolle und so kommt besonders das Hören verstärkt zum Tragen. Es gab in der Demo zum Beispiel ein Rätsel um eine Melodie, die ich mir einprägen und nachspielen musste. Ich hatte das Gefühl, dass die Lösungen der Rätsel teilweise etwas konfus waren – doch störte mich der Lärm der Messe teils auch so sehr, dass ich wohl viele akustische Hinweise verpasst habe. Ich fand das Spielgeschehen insgesamt aber sehr interessant und bin gespannt, welche cleveren Rätsel die Entwickler sich noch ausgedacht haben. In der Demo haben sich auch seichte Storyelemente angedeutet. Gezeichnete Figurendarstellungen wurden gepaart mit eingesprochenen Dialogen präsentiert. Der schwarz-weiß Artstil hat mir gefallen und auch die Erzählart hatte ihren Charme. Trotz des wohl geringem Budgets ist die Art der Präsentation gut gelöst. Wenn die Story einige emotionale Töne treffen kann und der Umfang sowie die Vielfalt der Rätsel punkten können, hat Blind das Potential zu einem wirklich besonderen VR-Spiel.

 

Die Gamescom hielt einmal wieder viele tolle Erlebnisse bereit. Es gab einen Ausblick auf vielversprechende Spiele. Die Hallen boten vielfältiges Programm für Gaming-Fans bereit. Mit Glück konnte man auch in den öffentlichen Bereichen hin und wieder auf Entwickler treffen und mit diesen plaudern. Wer eine Passion fürs Zocken hat (und große Menschenmengen ertragen kann), sollte die Messe definitiv eines Tages besuchen! Die Gamescom 2017 ist zwar erst vor wenigen Tagen beendet worden, doch freue ich mich jetzt bereits schon auf das nächste Jahr!

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