VR Cover Vive Foam Replacements 6mm Waterproof & 18mm Velour im Test

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Ich liebe Virtual Reality und habe schon viele spaßige Stunden mit Playstation VR und HTC Vive verbracht. Gerade letztere VR-Brille aber stört mich in einem Punkt: Der Komfort lässt beim Tragen zu wünschen übrig. Das Headset ist so konzipiert, dass die Hardware sehr frontlastig liegt und dadurch das meiste Gewicht auf das Gesicht drückt. In kurzen VR-Runden ist das alles kein Problem, doch besonders bei längeren Spiele-Sessions müssen einige Tricks abhelfen, damit das Tragen der Brille angenehmer wird.

Nachdem ich in der Vergangenheit schon einen Polster-Überzug von VR Cover benutzt habe, freute ich mich darüber, dass mir die netten Kollegen zwei neue Produkte zum Testen zugesendet haben. Diesmal handelt es sich jedoch nicht um einen Überzug, sondern gar einen Ersatz des Gesichtspolsters. Die Vive Foam Replacements weisen nicht nur unterschiedliche Breiten auf, sondern kommen auch mit verschiedenen Stoffen und variierendem Nutzen daher. Ob die VR Cover Produkte überzeugen und welches Zubehör für wen am besten gedacht ist, erfahrt ihr in unserem Review.

Fangen wir mit einer kleinen Erklärung an. Die Gesichtspolster sind im Prinzip die einzigen Berührungspunkte, die unser Gesicht mit der VR-Brille haben. Da es sehr unbequem wäre, direkt das Hartplastik des Gerätes ins Gesicht gedrückt zu bekommen, ist die Schaumstoffeinlage sehr wichtig. Die beiden Original-Exemplare, die der Vive beilagen, tun ihre Sache schon ganz gut. Sie kommen in zwei dezent unterschiedlichen Formen daher, um schmalere und breitere Gesichter zu unterstützen. Bei den Original-Versionen finde ich allen voran die Brillenaussparungen an den Seiten toll, zudem ist der Komfort für kurze VR-Ausflüge mehr als ausreichend. Hat man aber längere Trips vor oder schwitzt stark beim Spielen – und das kann je nach Titel dann doch einmal schnell passieren – sind die bereitgestellten Einlagen nicht optimal.

Zum Glück haben HTC und Valve den Austausch besonders einfach gemacht. Der Schaumstoff wird mit einem Klettverschluss befestigt und lässt sich recht einfach abziehen. Hier kommt VR Cover ins Spiel, denn hat das Unternehmen alternative Exemplare angefertigt, die ebenfalls mit Klettverschluss ausgestattet sind. Die Anbringung fällt leicht aus: Wir nehmen uns die Brille mit den Gläsern zu uns zeigend vor, legen das neue Stück passend auf und drücken es am Klettverschluss fest. Am besten zeigen euch die Hersteller einmal selbst, wie dieser Vorgang abläuft:

Während das Vive-Original ein kleines Stück Plastik auf seiner Innenseite besitzt, was den exakten Mittelpunkt bestimmt und das Anbringen erleichtert, fehlt dieses Plastik-Fitzelchen bei den VR Cover-Produkten. Dies ist auch mein erster kleiner Kritikpunkt: Es kann etwas anstrengend sein, die Einlagen auch wirklich passgenau anzubringen. Die Plastik-Hilfe fehlt, was erschwert, den Mittelpunkt mit Leichtigkeit zu finden. Dadurch musste ich den Schaumstoff oftmals abziehen und erneut anlegen, weil die Position nicht genau stimmte. Habe ich aber ausreichend an der Positionierung getüftelt und den richtigen Sitz gefunden, sind beide Varianten von VR-Cover, die ich testen durfte, eine Verbesserung zu den Original-Lösungen.

Jede Bestellung wird mit jeweils 2 Exemplaren ausgeliefert. Das ist besonders praktisch, falls man einmal ein Gesichtsstück reinigen muss – dann steht dennoch Ersatz parat. Zudem ist ein Tuch Teil des Lieferumfangs, mit dem man entweder die Linsen der VR Brille oder im Falle der folgenden Variante auch die lederartige Oberfläche von Schweiß befreien kann.

 

Vive Foam Replacement Waterproof 6mm

Das Vive Foam Replacement Waterproof 6mm trägt eine wichtige Neuerung bereits im Produkttitel. Das Zubehör fällt dünner aus als sonstige Lösungen. Das hat einen bestimmten Grund: Je dünner die Einlage, desto näher sind unsere Augen an den Linsen. Je geringer die Entfernung, desto höher fällt das Sichtfeld aus. Schon einmal eine Brille aufgehabt und sich über den Taucherbrillen-Effekt beschwert, der an den Rändern des sichtbaren Bereichs einen schwarzen Rahmen verursacht? Diese Einlage hilft dabei, den Sichtbereich zu vergrößern. Die schwarzen Ränder verschwinden keineswegs – das mag vielleicht erst in einigen Jahren mit anderer Konzipierung möglich sein, wenn überhaupt. Der Taucherbrillen-Effekt ist nach wie vor vorhanden, doch wird das Sichtfeld geringfügig, aber spürbar, vergrößert.

Das gute Stück kommt mit einer Art Lederoberfläche daher, die sich auf der Haut angenehm anfühlt. Die Oberfläche ist weitestgehend wasserabweisend, was insbesondere für hitzige Gefechte mit Schwitzgefahr ein Segen ist. Mir hat gut gefallen, dass sämtlicher Schweiß nach dem Spielen ganz einfach abgewischt werden kann. Vor Schweiß triefender Schaumstoff gehört mit diesem Exemplar der Vergangenheit an! Da der Schweiß aber von keinem Stoff aufgesaugt wird, sammelt er sich beim Spielen an. Wer sehr viel schwitzt, muss nach einer Weile also wohl doch eine Pause einlegen, um das Material trocken zu wischen. Mich hat dieses Problem weniger betroffen, doch plagte es einige Kollegen von mir nach rund einer halben Stunde an hitzigen Smashbox Arena-Partien.

Auch wenn mich das Polster an fast allen Fronten überzeugt hat, störe ich mich doch an einem wichtigen Punkt. Hinsichtlich des Komforts bietet das 6mm-Waterproof-Einlagestück keine allzu große Verbesserung im Vergleich zum Vive-Original. Der Stoff ist zwar grundsätzlich bequem, doch fällt er nun einmal dünner aus. Dadurch drückt das Gewicht der Brille nach einiger Zeit merklich auf die Berührungspunkte im Gesicht. Egal wie ich das VR Cover-Ersatzstück eingesetzt habe – mehrere Kollegen gaben mir nach Testversuchen recht, dass der Komfort nach einer Weile etwas zu wünschen übrig lässt. Genau wie beim Original ist das Drücken keineswegs unerträglich. Ich habe mich an die Frontlastigkeit schon längst gewöhnt und halte Stunden mit festgeschnallter VR-Brille aus. Dennoch macht es mehr Spaß, nach einigen Runden VR-Action eine Pause einzulegen – daran ändert leider auch dieser Schaumstoff-Ersatz nichts.

Mit vergrößertem Sichtfeld und wasserabweisender Oberfläche spricht vieles für die 6mm Waterproof Version. Besonders strapaziöse Titel wie Raw Data und Holopoint stellen fortan für stark schwitzende Leute kein Problem mehr dar, denn lässt sich sämtlicher Schweiß mit Leichtigkeit abwischen. Da das Material aber keinerlei Flüssigkeit aufnimmt, sammelt sich Schweiß nach einer Weile an, was dann doch zur Pause zwingt. In puncto Komfort konnte ich keine große Verbesserung feststellen, doch hat das Produkt von VR Cover genügend Vorzüge, um im Vergleich zum Vive-Original als Sieger hervorzugehen.

Waterproof 6mm – Bestellen bei VR Cover

 

Vive Foam Replacement Velour 18mm

Ich hatte jedoch auch das Vergnügen, ein anderes Exemplar ausprobieren zu dürfen. Das Vive Foam Replacement Velour 18mm kommt mit anderen Eigenschaften daher. Es macht viele Sachen anders als die obige 6mm-Variante und ist somit für andere Anforderungen gerüstet.

Einmal mehr fällt schnell auf, dass die Breite des Schaumstoffes von Bedeutung ist. Die Vive wird mit zwei verschiedenen Gesichtspolstern ausgeliefert, die rund 14mm und rund 18mm Durchmesser aufweisen. Die vorliegende 18mm-Version von VR Cover knüpft an diese breitere Umsetzung an, weshalb keine Vergrößerung des Sichtfeldes vorliegt. Ganz im Gegenteil: Während die Original-Einsätze sehr weich sind und das Gesicht so durch den Druck des Headstraps näher an die Linsen gedrückt wird, fällt der Stoff des VR Cover-Exemplars erstaunlich hart aus. Das Gesicht wird kaum Richtung Linsen gedrückt, was im kleinsten Field of View resultiert, das ich bisher auf der Vive erlebt habe. Das Sichtfeld ist immer noch groß genug, um immersiv in die VR-Welt abzutauchen. Natürlich ist aber ein möglichst großer Sichtradius anzustreben, weshalb allen voran das 6mm-Produkt in diesem Punkt ein besseres Erlebnis bietet.

Auch habe ich hier ein weiteres Problem erlebt. Ich bin kurzsichtig und brauche normalerweise Kontaktlinsen bzw. eine Brille. Während das auch auf meine Zeit mit Playstation VR zutrifft, benötige ich für die Vive tatsächlich keine Brille, um scharf sehen zu können. Ich kann es mir selbst nicht genau erklären, doch sehe ich mit den Original-Einsätzen und oben gezeigter 6mm-Variante auch ohne Sehhilfe gestochen scharf. Mit dem 18mm Velour-Exemplar habe ich jedoch erstmals auch auf der Vive mit Unschärfe, bedingt durch meine Kurzsichtigkeit, zu kämpfen. Da meine Augen so weit von den Linsen entfernt sind wie sonst nie, konnte ich mir die Problematik leicht ableiten. Wer ebenfalls unter Kurzsichtigkeit leidet, normalerweise aber keine Brille mit der Vive nutzt, sollte bedenken, dass sich das mit diesem Gesichtsstück ändern könnte. Leider kommt das Exemplar ohne Aussparung für eine Brille daher und so griff ich zumeist nach meinen Kontaktlinsen. Meine Brille hat keinen sonderlich breiten Rahmen, doch sah ich keinerlei Möglichkeit, sie mit dem Schaumstoff zu nutzen.

Reduziertes Sichtfeld, dazu eine erstaunlich harte Oberfläche – hat die 18mm Velour-Umsetzung denn überhaupt Vorteile zu bieten? Ich musste mein Headstrap deutlich verstellen, doch saß alles nach kurzer Experimentierphase richtig, war ich positiv überrascht, wie bequem sich die Vive folglich anfühlte. Ja, der Stoff ist hart und so fühlt sich die Brille auf dem Kopf zunächst wahrlich seltsam an. Im Inneren des Stoffes befinden sich jedoch Formgedächtnispolymere, die sich an die Gesichtsform anpassen. Dadurch fühlt sich das Headset zwar nach wie vor nicht federleicht an, denn ist das Gewicht schließlich nun einmal da. Doch ist durch das Gesichtspolster ein vergleichsweise hoher Komfort geboten. Auch über mehrere Stunden ändert sich das verminderte Druckgefühl nicht, sodass diese Variante tatsächlich das bisher bequemste Erlebnis mit meiner Vive bot. Konnten bisher alle anderen Lösungen nicht vermeiden, dass ich früher oder später gehörigen Druck auf meine Nase verspürte, tritt dieser Effekt mit diesem Produkt nicht auf, was sich als freudige Überraschung entpuppte.

Das genutzte, flauschige Material fühlt sich ebenfalls angenehm auf der Haut an. Ich konnte auch nach längerer Spielzeit keinen Juckreiz oder ähnliches verspüren. Dennoch hat der Stoff auch einen Nachteil: Wer viel schwitzt, wird den Schaumstoff schnell vollsaugen lassen. Zum Glück ist das Zubehör für die Waschmaschine geeignet und kann daher besonders einfach gewaschen werden. Dennoch ist das Gesichtsstück nur bedingt für adrenalingeladene Gefechte geeignet.

Ich habe viel Zeit mit der Einlage in Google Earth VR verbracht. Hier betätigen wir uns keineswegs sportlich, sondern schauen uns entspannt die wunderbaren Eigenschaften der Erde an. Zudem ist es hier nicht von größter Bedeutung, das “Mittendrin”-Gefühl zu verspüren. Der verringerte Sichtradius spielt hier keine große Rolle. Für ruhige und entspannte Applikationen wie Google Earth VR ist diese Schaumstoff-Variante ideal. Auch langfristig ist der Komfort gegeben. Dafür müssen einige Abstriche gemacht werden, doch fallen diese in gelassenen VR-Erfahrungen nicht auf. Im Gegensatz würde ich dieses Exemplar nicht für wilde VR-Erlebnisse empfehlen, da hier die Schwächen des Produktes viel mehr zum Tragen kommen.

Velour 18mm – Bestellen bei VR Cover

Fazit

Das “perfekte” VR Cover habe ich leider nicht gefunden. Die beiden Produkte Waterproof 6mm und Velour 18mm haben durchaus ihre Vorzüge im Vergleich zu den beiden Standard-Gesichtsstücken, aber kommen auch mit Schwächen daher. Die 6mm Variante überzeugt mit vergrößertem Sichtfeld und leicht pflegbarer Oberfläche, ist für aktive Spiele gut geeignet. Gleichzeitig sammelt sich Schweiß an, da er vom Material nur abperlt. Auch der Komfort ist nicht optimal und so lastet das Gewicht des Headsets nach einer Weile deutlich auf meiner Nase. Die 18mm Velour-Umsetzung hingegen punktet hinsichtlich Komfort. Dafür müssen aber Abstriche gemacht werden: Das Field of View schrumpft, dazu wird Schweiß zum lästigen Problem, denn kann sich der Stoff vollsaugen und muss gewaschen werden.

Ich habe unterm Strich die 6mm Waterproof-Einheit am häufigsten benutzt und kann diese empfehlen – eine Verbesserung zum Original ist es allemal. Auch das 18mm Stück kommt bei mir zum Einsatz. Ich nutze es hauptsächlich mit ruhigen Erlebnissen wie Google Earth VR oder Tilt Brush. Da ich die verschiedenen Modelle durchwechseln kann, bin ich mit den Produkten zufrieden. Ich hoffe aber weiterhin auf eine Variante, die alle Vorzüge ideal kombiniert und keine Kompromisse erfordert – und gerne auch mit Brillenaussparung daher kommt.

Jedes Zweier-Set kostet knapp unter 34€ inklusive Standard-Versand, was angesichts der gelungenen Fertigungsqualität ein fairer Preis ist. Schade nur, dass Käufer die verschiedenen Varianten nicht für ein Zweier-Pack kombinieren können. Denn wäre ein Bundle aus den beiden getesteten Exemplaren das wohl interessanteste Angebot.

Ebenfalls zu empfehlen: Die Stoff-Überzüge werden über das Original gestülpt und kosten im Zweierpack knapp über 24€

VR Cover hat auch noch andere Versionen wie beispielsweise einen Stoffüberzug im Angebot, der die Vive-Polstereinlage nicht ersetzt, sondern über das Original drüber gestülpt wird. Diese Überzüge sind besonders pflegeleicht, denn sind sie waschmaschinentauglich und somit eine tolle Möglichkeit, Familie und Freunde das VR-Spektakel ebenfalls erleben zu lassen. Denn kann jede Person einen anderen Schaumstoff-Bezug benutzen, was für alle Spieler mit Hygiene-Bedenken ein Segen sein dürfte. Auch wenn ich persönlich nur eine HTC Vive besitze und Zubehör für diese Brille ausprobieren kann, hat VR Cover zudem auch Angebote für die Oculus Rift in petto, die sicherlich ähnlich gut funktionieren. Falls ihr ein VR-Headset auf dem PC besitzt, lohnt es sich definitiv einmal reinzuschauen!

Hier geht’s zum Shop von VR Cover

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