Releasetermin: 27.09.2019

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: Action RPG
Entwickler: Bandai Namco Studios, Shift
Herausgeber: Bandai Namco Entertainment

Bestellen bei Amazon.de

Das japanische Entwicklerstudio Shift ist für die erfolgreichen God Eater Spiele bekannt und wird von Fans sehr geschätzt. Mit Code Vein schlagen die Entwickler eine etwas andere Richtung ein und begeben sich mehr in die Bereiche eines Dark Souls. Mit einem Anime Soulslike-Spiel möchten die Macher Anime und Manga Fans eine Alternative zu sonst üblichen Genretiteln bieten. Kaufgrund soll aber auch die Handlung von Code Vein sein, die sich dieses Mal deutlich verständlicher geben soll. Der Einsatz von Kameraden soll zudem eine Teambindung aufbauen, die es so in bisherigen Soulslike Titeln noch nicht gegeben hat. Ob den Entwicklern dieses Unterfangen gelungen ist, klärt sich im Test. 

Blut bestimmt über Leben und Wahnsinn 

In Code Vein schlüpft ihr in die Rolle eines selbsterstellten Wiedergängers. Das sind Menschen, die durch einen Parasiten zum ewigen Leben verdammt sind. Weiterhin werden sie durch einen Durst nach Blut geplagt, der schwere Folgen mit sich bringen kann. Erhält ein Wiedergänger kein Blut verfällt er dem Wahnsinn und verwandelt sich in einen sogenannten Verlorenen – eure Gegner im Spiel. Das Prinzip ähnelt stark dem der Vampire. Jedoch spielen wir noch immer einen Menschen, der solange lebt wie sein Herz intakt ist. 

Zu Beginn trefft ihr auf Louis, einen anderen Wiedergänger, den ihr in seine Basis begleitet. Schnell bemerkt er, dass ihr in der Lage seid, die mysteriösen Blutquellen wieder zum Sprießen zu bringen. Das ist eine Fähigkeit, die anscheinend nur unser Charakter verrichten kann. So erhaltet ihr Blutperlen, die zum Weiterleben notwendig sind. Ihr macht euch daher auf den Weg die Blutquellen wieder zu erwecken, um so das Leiden der Infizierten zu beenden und ein friedliches Leben zwischen Menschen und Wiedergängern zu ermöglichen. Auf eurem Weg trefft ihr auf allerlei gefährliche Verlorene und diverse Antagonisten, die etwas im Schilde führen.  

In Code Vein spielt ihr einen Wiedergänger, der mysteriöse Blutquellen wiederherstellen muss.

In der Basis kommuniziert ihr mit Louis Truppe und freundet euch Anime-typisch mit allen aus dem Team an. Jeder hat seine eigenen Qualitäten. Die einen verkaufen euch wertvolle Gegenstände oder werten eure Ausrüstung auf, andere versorgen euch mit relevanten Informationen und nochmal andere begleiten euch auf eurem Weg durch die gefährliche Welt. 

Der Einsatz von Videosequenzen, einer vollständigen Vertonung eurer Komplizen und dem ständigen Teamzusammenhalt verstärkt den Einfluss der Handlung ungemein. Ihr entwickelt im Laufe des Spiels eine gewisse Bindung zu euren neu gewonnenen Freunden und möchtet mit ihnen gemeinsam euer Ziel erreichen. Anders als in einem Dark Souls seid ihr so nie auf euch alleine gestellt. Euer Begleiter unterstützt euch sogar im Kampf, bufft und spricht mit euch in Gefechten, was sich ebenfalls positiv auf den Plot der Geschichte auswirkt. Anders als in vielen anderen Spielen, gibt es hier keine Sammelobjekte wie Logs oder Dokumente. Stattdessen legte man viel Wert eine in sich fließende Geschichte zu erzählen. Die Sammelobjekte wurden durch Erinnerungen getauscht, die ihr im Laufe der Story findet und so einzelne kleine Passagen aus der Vergangenheit diverser Charaktere interaktiv ansehen könnt. Dadurch konnten sich die Entwickler mehr auf die Story und den Zusammenhalt zwischen euren Teamkollegen fokussieren. Das ist ihnen auch durchaus gelungen, da im gesamten Storyverlauf keine Lücken existieren, die durch Lesbares wieder gefüllt werden müssen. Um die einzelnen Figuren besser zu verstehen, ist es natürlich dennoch sinnvoll, die Erinnerungen anzusehen. Da es sich hier aber um interaktive Sequenzen handelt, die ihr aktiv durchläuft, fällt es Spielern leichter den Erinnerungen für den Handlungsstrang nachzugehen, anstatt haufenweise mit Text überladene Dokumente zu lesen. Das ist eine willkommene Alternative, von der sich andere Entwickler ruhig eine Scheibe abschneiden können. 

Sammelobjekte gibt es nicht. Stattedessen erfahrt ihr mehr über die Hintergründe der Charaktere über optionale interaktive Erinnerungssequenzen, die ihr durchläuft und mit wertvollen Informationen belohnt werdet.

Code Vein schafft es so eine spannende Handlung zu erzählen, die Spieler während des ganzen Spiels unterhält und stets neue interessante Charaktere einführt. Während man in einem Dark Souls eher rätseln muss, was die kryptischen Dialoge zu bedeuten haben, werden Storyfreunde bei Code Vein sehr gut abgeholt. Schade wiederrum ist, dass euer gewählter und erstellter Protagonist über keine Voicelines verfügt – sich also alles stumm anhört und nickt. Man kann zwar zu Beginn unter vielen Optionen einen sehr individuellen Charakter erstellen und sogar zwischen mehreren Stimmen aussuchen, aber dennoch spricht der Protagonist zu keinem Zeitpunkt im Spiel mit den Teamkollegen. Dadurch wirkt es teilweise so als spielen eure Teamkameraden eine wichtigere Rolle. Man selbst identifiziert sich eher mit den anderen Charakteren als mit dem eigentlichen Protagonisten des Spiels. 

Teamzusammenhalt 

Die Gemeinsamkeiten im Team sind allerdings nicht nur in der Story bemerkbar, denn eure Kollegen beteiligen sich auch effektiv am Kampfgeschehen. Ihr habt die Wahl zwischen mehreren Charakteren, könnt aber aus Balance Gründen immer nur einen Teammate dabeihaben. Jeder NPC hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Einer nutzt schwere Waffen wie Breitschwerter, ein anderer eher leichte Waffen, oder ein weiterer Fernkampfangriffe. Ihr könnt je nach Gegnerart demnach frei entscheiden welcher Kamerad euch zur Seite stehen soll. Neben normalen Angriffen versorgen euch eure Kollegen auch mit Buffs oder beleben euch wieder, wenn ihr mal den Löffel abgeben solltet. Durch die Unterstützung fallen die Kämpfe nicht ganz so hart aus wie in einem Dark Souls. Wem das aber zu einfach wird, kann natürlich auch auf eigene Faust Verlorene schlachten gehen. Es steht euch frei, ob ihr die Hilfe wahrnehmen möchtet oder lieber alleine loszieht.
Die NPCs handeln meist intelligent und lenken andere Monster ab, während ihr ein anderes parallel bekämpft. Auch werdet ihr regelmäßig mit Buffs versorgt oder zurück ins Leben gerufen. Für Letzteres gehen jedoch Lebenspunkte eures Teammates drauf. Das Wiederbeleben klappt demnach nicht immer. 

Im Kampfgeschehen begleitet euch einer eurer Kameraden, der euch aktiv zur Seite steht. Ihr könnt aber auch alleine losziehen.

Wie bereits erwähnt findet ihr in der Welt verteilt einige Fragmente von Erinnerungen eurer Freunde. Diese haben leider einen Teil ihrer Erinnerungen verloren und ihr könnt diese so wiederherstellen. Obwohl durch den Bund dieses übliche Animeflair entsteht, hat jeder der Charaktere eine eigene düstere Vergangenheit. In einer Traumwelt durchlebt ihr die Geschehnisse erneut und erfahrt, was den armen Seelen wiederfahren ist. Da die Charaktere gut ausgearbeitet worden sind, möchte man mehr über sie lernen und stets an deren Vergangenheit interessiert. Belohnt werdet ihr mit neuen Fähigkeiten für euren Blutcode. 

Fordernde Kämpfe mit brutalen Fähigkeiten 

Im Actionspiel rüstet ihr euch mit sogenannten Blutcodes. Das ist quasi das Pendant zu den Klassen aus Dark Souls, lassen sich aber jederzeit nach Belieben wechseln. Wer lieber mit dicken Schwertern die Gegend unsicher macht, sollte auf den Berserker setzen. Möchtet ihr später im Spiel aber lieber zaubern, könnt ihr das tun, indem ihr auf den Zauberwirker wechselt. Jeder Blutcode bringt seine eigenen Talente und Fähigkeiten mit sich. Es gibt aktive Fähigkeiten sowie passive Talente. Die aktiven Skills sind beispielsweise wuchtige Angriffsskills oder Buffs, die eure Werte erhöhen. Passive Fähigkeiten setzen sich aus dem permanenten Erhöhen von Werten oder Resistenzen zusammen. Während ihr eine Klasse ausgerüstet habt, könnt ihr seine Talente auswählen und bestimmte kompatible Waffen tragen. Von Letzerem gibt es jede Menge: Von massiven Schwertern bis zum Bajonett ist alles dabei, um es mit euren Feinden aufzunehmen. Ihr könnt immer bis zu 2 Waffen gleichzeitig ausrüsten und nahtlos zwischen ihnen wechseln. So öffnen sich neue strategische Herangehensweisen, da für jeden Feind andere Waffen von Vorteil sind. Mit unterschiedlichen speziellen Angriffen seid ihr zudem gewappnet für diverse Monster. Natürlich kostet der Einsatz von Spezialattacken und Buffs Ichorpunkte, die aber durch das Töten von Gegnern, dem Rasten oder dem Einnehmen von Tränken wieder gefüllt werden können. Ihr solltet euren Blutcode, die damit verbundenen Fähigkeiten und Waffen also mit Bedacht einsetzen. 

Im Spiel stehen euch dutzende Blutcodes zur Verfügung, die mit diversen Talenten und Skills glänzen und jederzeit beliebig gewechselt werden können.

Blutcodes schaltet ihr im Laufe der Story frei, erhaltet diese durch Interaktion mit anderen Charakteren oder findet sie in den verwinkelten Ecken der Dungeons. Die Möglichkeit diese am laufenden Band zu wechseln animieren Spieler dazu mehr auszuprobieren, anstatt sich auf eine Klasse festzulegen und tragen so positiv zur Abwechslung bei.  

Die Kämpfe selbst fallen zwar durch die Unterstützung eures Begleiters leichter aus als in den mysteriösen Dark Souls Ablegern, sollten aber dennoch nicht unterschätzt werden. Ihr werdet noch immer mit wenigen Schlägen ausgeschaltet oder begegnet manchmal sogar einer ganzen Horde voller Verlorener, die euch schnell über den Jordan schicken. Code Vein bemüht sich in den ganzen Level stets neue Gegnertypen einzuführen. Dennoch wiederholen sich des Öfteren gerne mal Gegnerarten, die man schon in vorherigen Dungeons gesehen hat. Dank der Varianz an Waffen und Fähigkeiten, die ihr in Kombination nutzen könnt, bleibt das Kampfsystem schön innovativ und durch die konstante Freischaltung an neuen Blutcodes und damit verbundenen Skills, nutzt es sich auch nach einiger Spielzeit nicht ab.  

Bosskämpfe und Online-Modi 

Was macht ein Soulslike Spiel so besonders? Genau – unter anderem spielen Bosskämpfe in einem gelungen Genrevertreter eine bedeutende Rolle. Code Vein weiß dies und wirft euch allerlei monströse Kreaturen entgegen, die ihr im Team bewältigen müsst. Manche ändern ihr Moveset nach der Hälfte an verlorenen Leben und gar manche verwandeln sich sogar und stellen so eine noch größere Bedrohung dar. Die fiesen Biester sind daher stark an das Vorbild angelehnt und machen euch wie gewohnt das Leben schwer – auch wenn ihr zu zweit seid. 

In Code Vein werdet ihr üblen Kreaturen gegenüberstehen müssen.

Kommt ihr manchmal nicht weiter, könnt ihr auf die Hilfe eines anderen Spielers zurückgreifen. Ohne bestimmte Items dafür zu benötigen, darf wann immer man möchte nach Unterstützung gerufen werden. Nach relativ kurzer Dauer kommt ein anderer Spieler in eure Welt, um euch bei schwierigen Leveln oder Bossen zu helfen. Wer möchte, kann sich mit diesem per Emotes und Smileys kommunizieren. Auf der anderen Seite könnt ihr natürlich auch nach anderen Spielern suchen, die eure Hilfe benötigen. So schafft es auch eine Online Komponente ins Spiel. Während es immer schön ist, anderen zu helfen, gehen PvP Fanatiker in Code Vein leider leer aus. Auch das Hinterlassen von Nachrichten ist im Spiel nicht enthalten. 

Verzwickte Welt 

In der Welt von Code Vein lauern jede Menge Gefahren hinter jeder Ecke. Gegner überraschen euch von der Seite oder greifen euch aus dem Hinterhalt an. Wer die hintersten Ecken der Dungeons ausführlich erkundet, wird dafür aber häufig mit Belohnungen wie neuen Erinnerungsfragmenten, Blutcodes oder sogar Items belohnt, die eure dauerhafte Heilungsphiolen erhöhen. Es lohnt sich also die einzelnen Areale sorgfältig zu durchsuchen und neue Geheimnisse aufzudecken.  

Leider fällt dies nach einiger Zeit etwas schwer. Das liegt unter anderem daran, dass die Farbgestaltung der Level stellenweise sehr eintönig und trist gehalten ist. Auch die Grafik wirkt dadurch etwas altbacken und reizt die Ansprüche der Playstation 4 nicht komplett aus. Nach einiger Zeit fühlt es sich so an als hätte man schon alles gesehen, obwohl man sich an anderen noch nicht erkundeten Orten befindet. Es gibt zwar wenige Ausnahmen – sprich Areale, die diesem Kritikpunkt nicht ganz so stark entsprechen, aber das sind in der Regel eher wenige. Nach einer Weile Monster schlachten, freut man sich endlich an einer Mistel zu rasten.  

Code Vein wirft euch in mal mehr und mal weniger interessante Orte. Oftmals sind die Areale so verwinkelt, dass ich euch schnell verlauft. Was manchmal auf den ersten Blick sehr schick aussieht, bleibt über die meiste Zeit eines Dungeons leider sehr eintönig, wodurch sich die Level in die Länge ziehen.

Die Mistel ist das Leuchtfeuer in Code Vein. Wer daran rastet, füllt seine Heiltränke wieder auf, kann seine Stufe durch von Monstern erhaltenen Dunst erhöhen, darf sich zu anderen Orten teleportieren, schaltet neue Fähigkeiten frei oder, wie soll es anders sein, bewirkt den Respawn aller Monster in der Umgebung. Die Vernetzung der Dungeons ist durchaus gelungen und wird durch Abkürzungen zur Mistel als auch einiger geheimen Passagen unterstützt. 

Nebenmissionen gibt es vereinzelt auch. Besucht ihr bereits erkundete Gebiete nach einiger Zeit erneut, kann es sein, dass ihr auf einen NPC trefft. Dieser berichtet meist von einem Verlorenen, der woanders sein Unwesen treibt. Besiegt ihr ihn, könnt ihr eure Belohnung vom NPC abholen, die leider nicht besonders groß ausfällt. Wer vom Level-Design noch nicht genug hat, darf sich auch in den Tiefen austoben. Das sind einzelne Sonderdungeons mit jeweils einem Boss am Ende. Die Bosse sind jedoch aus der Hauptstory recycelt und bieten nicht ganz so viel Wiederspielwert. 

Makabre Technik 

Unglücklicherweise muss ich auch an der Technik etwas aussetzen. Wie bereits gesagt, könnte an der Grafik noch etwas geschraubt werden. Framedrops gibt auf auf der Playstation 4 Pro so gut wie gar nicht. Dennoch konnte ich an bestimmten Orten Ruckler feststellen. Zumeist dann, wenn ihr euch auf dem Übergangsweg zum neuen Gebiet befindet. Ansonsten läuft Code Vein relativ stabil und lässt sich flüssig spielen. Was mich aber besonders stört sind die langen Ladezeiten. Speziell dann, wenn ihr euch in ein anderes Gebiet teleportieren wollt oder Erinnerungen ansehen möchtet. Da das des Öfteren mal vorkommt, fallen die langen Ladezeiten besonders auf. Selbst beim Rasten an der Mistel wird das Bild kurz schwarz und blendet ein Ladesymbol ein. Hier sollte definitiv noch etwas getan werden. 

Wertung im Einzelnen
Story
9
Gameplay
8
Grafik und Technik
6,5
Inhalt und Umfang
7,5
Sound
8
Teilen
Lexrer
Hallo zusammen, mein Name ist Alex, bin derzeit 24 Jahre alt und lebe derzeit im Ruhrgebiet in der schönen Wasserstadt Mülheim an der Ruhr. Zu meinen Hobbys gehören u.a. Sport, Kino, Videobearbeitung und natürlich das Spielen, Informieren und Konsumieren von Videospielen aller Art. Ich freue mich euch jederzeit mit den spannensten Neuigkeiten aus der Gaming Branche zu versorgen. :) Gamer bin ich seit meiner Kindheit und nutze seit jeher hauptsächlich die Playstation als Platform. Falls Fragen bestehen, könnt ihr mich gerne kontaktieren. Genres: Action, Horror, Shooter, Adventure, RPG, Online Gaming, Beat Em Up, MMO, Walking Simulator, ...