Seit einiger Zeit besteht die Diskussion über ‚Pay to Win‘. Es gibt jedoch ein Thema, das sich zusätzlich hierzu immer weiter hervorhebt. Hierbei handelt es sich um das Glücksspiel. Oftmals geht es mit ‚Pay to Win‘ Hand in Hand. Zumeist wird dieser Wandel im Spielgeschehen negativ betrachtet. Weniger wertend aber gleichwertig informativ geht es im folgenden Beitrag zu. Das Thema Glücksspiel in der Videospielwelt wird von allen Ecken beleuchtet. So können sich Spieler ihr eigenes Bild machen. Zudem besteht so die Möglichkeit zu erkennen, wann eventuell eine ungewollte Verlockung zum Glücksspiel besteht.

Was ist eigentlich Glücksspiel?

Der Duden definiert Glücksspiel als „[…] Spiel, bei dem der Erfolg, Gewinn oder Verlust fast nur vom Zufall abhängt.“ Die Bezeichnung Glücksspiel kann somit wortwörtlich genommen werden. Es handelt sich schließlich um reines Glück, wenn man bei dem Spiel gewinnt. Wenn man diese Definition als Maßstab nimmt, dann gelten jedoch viele Spiele als Glücksspiel. Es muss hierbei schließlich nicht sein, dass man um Geld spielt. Mensch ärgere Dich nicht kann man also ebenso gut als Glücksspiel bezeichnen, wie Blackjack. Bei beiden Spielen verlässt sich der Spieler auf den Zufall. Ob dies nun vom Wurf eines Würfels abhängt oder den gezogenen Karten, macht kaum einen Unterschied.

Was hat es mit ‚Pay to Win‘ auf sich?

Traditionell wurde ein Videospiel einmalig erworben und es fielen keine weiteren Kosten an. Heutzutage scheint es vermehrt andersherum zu sein. Das Spiel an sich ist kostenlos, doch im Spiel selbst werden Käufe angeboten. Hierbei handelt es sich zumeist um besondere Gegenstände, wie Ausrüstungen oder Zutaten. Diese bieten dem Käufer oftmals gewisse Vorteile im Spiel. Natürlich gibt es auch die Variante, dass sowohl das Spiel etwas kostet, als auch besondere Items kostenpflichtig angeboten werden. In beiden Fällen wird diese Vorgehensweise dann als ‚Pay to Win‘ bezeichnet, wenn die Käufe mehr Einfluss auf den Erfolg des Spielers haben, als sein Geschick.

Weshalb wird Glücksspiel oft als negativ angesehen?

Wenn vom Glücksspiel die Rede ist, dann ist hiermit selten ein Kinderspiel wie Mensch ärgere Dich nicht gemeint. Es geht um die Spiele, die unter anderem in Casinos angeboten werden. Und dort spielt man um Geld. Sobald Echtgeld im Einsatz ist, geht es um viel mehr als nur die Ehre. Das macht das Glücksspiel spannender, doch gleichzeitig steigt die Gefahr süchtig zu werden. Vor allem seit der Einführung von Online Casinos wird immer wieder aufs Neue darüber diskutiert, ob ein Verbot nicht das Beste wäre. Das Glücksspiel ist nicht in allen Ländern erlaubt. In denen es zugelassen ist, gelten zumeist Altersbeschränkungen. Im Internet kann es schwer sein, nachzuvollziehen, wer sich hinter dem Bildschirm befindet. Selbst wenn beste Online Casinos im Netz regelmäßig eine Verifikation durchführen, findet diese doch oft erst nach Anforderung einer Auszahlung statt. Somit werden Bedenken nicht nur wegen der Suchtgefahr, sondern auch des Jugendschutzes laut.

Genauso gut gibt es Gegenstimmen, die ein Verbot für den falschen Weg halten. Glücksspiel gibt es schließlich seit Jahrhunderten. Ein Verbot würde es nicht eindämmen, sondern in den illegalen Untergrund treiben. Das könnte es erst recht gefährlich machen: von illegalem Geldverleih über unfaire Anbieter bis hin zu Mord und Totschlag. Um Online Casinos sicher zu betreiben, bedarf es somit sowohl auf regulierender Seite als auch der Seite des Spielers Umsicht.

Das offensichtliche Glücksspiel in Konsolenspielen

The Witcher 3 ist nur ein Beispiel der Playstation-Spiele, die ein Glücksspiel enthalten. Hierbei handelt es sich um ein ausgedachtes Kartenspiel namens Gwent. Spieler treten gegen andere Spieler an. Das tun sie, wann immer sie möchten. Der Ausgang des Kartenspieles hat in gewisser Weise einen Einfluss auf das The Witcher 3 Spiel – es ist schließlich Teil hiervon. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um ‚Pay to Win‘. Ebenso wenig stellt Gwent ein verstecktes Glücksspiel dar.

Das Konsolenspiel Red Dead Redemption enthält ebenfalls Glücksspiele. Es ist möglich, seine Zeit mit einem Pokerspiel zu vertreiben. Zudem wird auch Liar‘s Dice angeboten. Bei beiden Spielen handelt es sich um traditionelle Glücksspiele: ein Kartenspiel und ein Würfelspiel. Zwar spielt man um Geld, es handelt sich dabei jedoch um Spielgeld. Zu keinem Zeitpunkt wird der Spieler aufgefordert, eine Echtgeldzahlung zu tätigen.
Diese Arten von Glücksspielen sind leicht als solche erkennbar. Der Spieler wird weder hineingetrickst sie zu spielen, noch wird ein Hehl daraus gemacht, um was für ein Spiel es sich hierbei handelt. Anders sieht es bei versteckten Glücksspielen in Videospielen aus.

Das versteckte Glücksspiel in Konsolenspielen

Wenn ein Spieler sich nicht bewusst ist, dass es sich um ein solches handelt, wird es zu einem versteckten Glücksspiel. Dieses kann allerhand Formen annehmen. Zum Beispiel, wenn die Art der Beute zufällig ist. Das ist bei vielen Fantasy- und Actionspielen der Fall. Besiegt der Spieler einen Gegner, öffnet sich eine Kiste und er erhält eine Beute. Sollte diese nach dem Zufallsprinzip zugeteilt werden, handelt es sich strenggenommen um Glücksspiel. Mal erhält der Spieler eine bessere Beute, mal eine nicht so gute.

Etwas offensichtlicher, aber dennoch versteckt, geht es bei der Zuteilung über ein Glücksrad oder ähnlichem zu. Bei dem App-Spiel Battle Camp erhalten Spieler zum Beispiel Monster per Zufallsprinzip über eine Greifmaschine. Hierbei gibt es unterschiedliche Seltenheitsstufen. Je seltener das Monster, desto geringer die Chance, dass man dieses zieht.

Die Kombination aus ‚Pay to Win‘ und Glücksspiel

Wenn ‚Pay to Win‘ vorhanden ist und dieses mit Glücksspiel kombiniert wird, dann handelte es sich bislang stets um versteckte Glücksspiele. Spielern ist oftmals nicht bewusst, dass sie gerade Geld zahlen, um dieses sprichwörtlich aufs Spiel zu setzen. Um bei FIFA Ultimate Team zum Beispiel an bessere Spieler zu gelangen, müssen diese erworben werden. Dies geht mithilfe von Münzen, die Spieler durch das Erreichen von Zielen erhalten. Doch es ist auch möglich (und wesentlich einfacher) Echtgeld in Münzen umzuwandeln. Sobald ein Spieler ein Spielerpack erwirbt, wählt der Zufall aus, welche Fußballer darin enthalten sind. Bessere Fußballspieler verhelfen dem Spieler natürlich eher zum Sieg, als schlechtere.

Es ist genau diese Kombination aus ‚Pay to Win‘ und Glücksspiel, bei der es am meisten Kritik hagelt. Wie dieser Artikel aus der online Zeitung Welt.de beschreibt, könnte sie Kinder zum Glücksspiel verleiten. Während der Zutritt zu Casinos nur Volljährigen gestattet ist, haben Kinder auf viele derartige Konsolenspiele Zugriff. Ihnen mag oftmals nicht bewusst sein, dass sie gerade um echtes Geld spielen.

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