PS Vita – Ys: Memories of Celceta im Test

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Ys-Celceta-CoverReleasetermin: 21.02.2014

Medientyp: PS Vita Karte, Download
Genre: Action-Adventure, RPG
Entwickler: Nihon Falcom Corporation
Herausgeber: NIS America


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Was ist dieses Ys?

Der Entwickler von Ys: Memories of Celceta Nihon Falcom ist nun schon seit 33 Jahren in der Branche und entwickelt, mit der Ausnahme von Ys IV, seit 27 Jahren die Ys-Serie. Doch wenn jemand nach den bekanntesten oder bedeutendsten Rollenspielen gefragt wird, der wird sicherlich Titel wie Final Fantasy oder Dragon Quest nennen. Warum ihr in Zukunft auch die Ys-Serie zu den Top-RPGs zählen sollt und was der ungewöhnliche Name bedeuten soll, könnt ihr in diesem Review nachlesen.

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Story

Das namensgebende Ys ist ein Mythos über eine versunkene Stadt in der Bucht von Douarnenez in der Bretagne (Frankreich). In dieser Geschichte wird über den Reichtum der Stadt erzählt und wie diese letztendlich in der Sturmnacht von den Fluten versenkt wurde.

Diese Geschichte spielt zwar im Spielverlauf keine große Rolle, dient jedoch als Hintergrund und erklärt auch warum die Charaktere mittelalterliche europäische Namen besitzen. Die Story um euren Protagonisten Adol Christin beginnt, wie soll es auch anders sein, mit einer kleinen Amnesie. Dieser findet sich in einer Stadt namens Casnan wieder und kann sich nicht einmal an seinen eigenen Namen erinnern. Hier in Casnan, welche sich am östlichen Ende von Ispani befindet, wird er Duren treffen, welcher mit Informationen handelt und behauptet, dass er ihn schon einmal zuvor getroffen hat. Offenbar wurde Adol zuletzt gesehen, wie er in Richtung des großen gefährlichen Waldes von Celceta gewandert ist. Es liegt nun an euch, wieder in den Unheil verkündenden Wald zu gehen, um eure Erinnerungen wieder zu bekommen und den Grund eurer Amnesie herauszufinden.

Diese Form der Amnesie-Story ist zwar klischeehaft für das Genre, reicht jedoch als Motivation aus, sich immer tiefer in die gefährlichen Tiefen des Waldes zu stürzen. Eure Erinnerungsfetzen sind überall auf der Weltkarte verteilt und können optional aufgesammelt werden. Ihr werdet dadurch nicht nur mit Werteboni auf euren Stats, sondern auch mit Erinnerungen aus Adols Kindheit belohnt und erfahrt so mehr von seiner Vergangenheit.

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Gameplay

Zwar stammt die Welt von Celceta aus dem Serien-Teil Ys IV, die Gameplay-Mechanik ist jedoch aus Ys SEVEN entnommen. Für Nicht-Kenner dieser Spiele: ihr schlitzt euch in einem Party-basiertem-Echtzeit-Kampfsystem durch die Wälder von Celceta. Anfangs stehen euch lediglich Adol und Duren zur Auswahl, doch im Verlauf des Spiels trefft ihr auf vier zusätzliche Charaktere, von denen ihr immer nur drei aktiv Spielen könnt. Jeder Charakter hat einen spezifischen Waffentyp (Schwert, Handschuhe, Wurfmesser, etc.) und je zwei Charaktere teilen sich eine von drei Schadensarten (Schlitzen/Schneiden, Schlag/Hieb und Stechen). Zudem steht es euch frei Items, Materialien, Artefakte zu finden, verbessern oder herzustellen. Alle Waffen und Rüstungen lassen sich durch die Materialien in 8 unterschiedlichen Stats verbessern, um zum Beispiel eure Gegner zu verbrennen oder im Gegenzug sich vor Verbrennungen zu schützen.

Die Charakterentwicklung beschränkt sich dabei auf die Erhöhung der Basisstats wie HP, Stärke und Verteidigung und dem Erlernen neuer Skills. Die XP-Verteilung geschieht automatisch mit Besiegen von Gegnern und wirkt sich auch auf inaktive Mitglieder aus, sodass der Fokus darauf liegt, seine Waffen und Reaktionen zu verbessern. Denn neben den normalen Attacken besitzt jeder Charakter eigene Skills und eine ultimative Attacke. Normale Attacken füllen dabei die SP-Leiste auf, die für die Anwendung der Skills notwendig ist. Die Skill-Attacken füllen hingegen die Extra-Gauge auf, die für die ultimative Attacke benötigt wird. Um jedoch auf höheren Schwierigkeitsgraden gegen Bosse bestehen zu können, müssen noch Flash-Guard und Flash-Move erlernt werden. Der Trick hierbei ist, im letzten Moment vor dem Eintreffen der gegnerischen Attacke sich entweder zu schützen oder auszuweichen. Der Flash-Guard bewirkt, dass eure nächsten Attacken kritisch sind, der Flash-Move hingegen, dass sich der Gegner für einige Sekunden in Zeitlupe bewegt. Das Ganze hat zur Folge, dass das System zwar einfach zu erlernen ist, aber in der Anwendung gegen Bosse gekonnt sein muss. Man fühlt sich so immer wieder gefordert, aber nicht überfordert.

Um in der großen offenen Welt von Celceta voranzukommen, könnt ihr euch mithilfe von Warpsteinen zwischen verschiedenen Stationen hin und her teleportieren. Anfangs wird man hier jedoch etwas eingeschränkt, sodass man nur zwischen farblich gleichen Steinen reisen kann. Erst später im Spielverlauf erhält man ein Item, das das Reisen von jedem Punkt zu jedem Warpstein ermöglicht.

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Grafik / Sound

Grafisch wird Ys: Memories of Celceta leider keine Preise gewinnen können, da es etwas unpoliert wirkt. Schlecht sieht es aber auch nicht aus, denn die Städte glänzen mit vielen Details, die verschiedenen Umgebungen mit schönen Weitsichten und unterschiedlichem Terrain. Außerdem sind die Charaktere und Monsterarten schön unterschiedlich gestaltet und bieten einen Wiedererkennungswert. Auch die Effekte und Skill-Attacken sind hübsch anzusehen, jedoch sind manche Statusveränderungen nicht sofort erkennbar.

Musikalisch ist das Spiel sehr gelungen, denn zu den verschiedenen Umgebungen gibt es jeweils eine andere Art von musikalischer Untermalung. Ob leichter oder schneller Rock oder mit etwas Flötenspiel, hier wurden meine Ohren immer wieder überrascht. Auch sind die Charaktere teilweise vertont und gut anzuhören, auch wenn es etwas mehr sein dürfte. Insgesamt ist Ys jedoch eins der schönsten Spiele, die ich auf der PS Vita sehen und spielen durfte, da das Gesamtbild in sich stimmig ist.

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Umfang / Extras

Neben der Hauptstory gibt es außerdem zahlreiche Nebenquests, die mal mehr und mal weniger Spaß machen. Damit seid ihr erst einmal ca. 30 Stunden lang beschäftigt. Um das Spiel zu komplettieren, gibt es noch zusätzlich einen New Game Plus und einen Boss-Rush-Modus. Und wenn ihr alle Trophäen ergattern wollt, habt ihr noch viel mehr zu tun: alle Waffen und Items finden/kaufen/craften/verbessern, alle Skills aufwerten, Erinnerungen finden, Monsterkompendium vervollständigen und die komplette Karte von Celceta aufdecken. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: das Spiel ist komplett auf Englisch und bietet keine anderen Sprachen an. Allerdings reicht hier Schulenglisch, um alles zu verstehen.

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Fazit

Auch ich konnte mir anfangs nicht viel unter dem ungewöhnlichen Namen vorstellen und bin unbefangen an das Spiel herangegangen. Ys: Memories of Celceta hat mich jedoch sehr schnell gepackt und nicht mehr losgelassen. Das Spiel ist zum einen durch das schnelle Gameplay sehr zugänglich für Anfänger und zum anderen sehr umfangreich und fordernd für Fortgeschrittene. Und da es keinerlei Vorkenntnisse von den Vorgängern erfordert, ist es perfekt für den Einstieg in Ys Welt. Falcom hat damit ein Spiel geschaffen, das viele Spielerschichten anspricht. Denn jeder der etwas mit dem Setting, Action-Adventures oder RPGs etwas anfangen kann, kann mit Ys: Memories of Celceta sehr viel Spaß haben. Es hat nicht viel gefehlt: eine bessere Grafik, mehr Tiefgang in den Charakteren und in der Story – dann gäbe es auch eine volle 5-Sterne-Wertung von mir.

Positiv-Icon Interessante Charaktere …

Positiv-Icon Detailreiche Umgebung …

Positiv-Icon Musikalische Untermalung

Positiv-Icon Einfach zu erlernendes Kampfsystem

Negativ-Icon … mit zu wenig Tiefgang

Negativ-Icon … leider etwas unpoliert

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