Releasetermin: 04.09.2018

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: Rollenspiel
Entwickler: Square Enix
Herausgeber: Square Enix

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JRPG-Fans mussten sich lange gedulden. Fünf Jahre sind vergangen, seitdem mit Dragon Quest X das letzte Hauptspiel, das nicht Remaster oder Spin-off ist, erscheinen ist. Bereits im Juli letzten Jahres kam Dragon Quest XI in Japan heraus und nun ist endlich auch die lokalisierte Fassung für PS4 und PC auf dem Markt. Hat sich das Warten auf Dragon Quest XI: Streiter des Schicksals gelohnt? Finden wir es heraus.

Das Abenteuer des Lichtbringers

Spieler nehmen die Rolle des namenlosen Protagonisten ein, der zu Beginn des Spiels seinen Geburtstag feiert. In seinem Heimatdorf Kieslingen ist es üblich, dass man das Erreichen des Erwachsenenalters zum Anlass nimmt und einen Berg in der Nähe erklimmt, wo man die Aussicht auf das weite Erdria genießen kann. Mit diesem Ritual soll man seine Reife und seinen Mut beweisen, anschließend gilt man als “erwachsen”. Die Figur bricht gemeinsam mit seiner Schulfreundin Sandra auf, die ganz zufällig am selben Tag Geburtstag hat. Der Weg gestaltet sich bereits sonderbar, da kleinere Monster um den Hünen herum anzutreffen sind. Oben angekommen, spitzt sich die Lage zu, da die beiden von einem großen Vogel-Monster angegriffen. Die gefährliche Situation scheint aussichtslos, als ein mysteriöses Mal auf der Hand des Protagonisten anfängt zu glühen. Ein Blitz leuchtet auf und zerstört das böse Wesen.

Wieder in Kieslingen angekommen, erfahren wir von unserer Mutter, dass wir adoptiert und die Reinkarnation des Lichtbringers seien. Von dieser Erkenntnis angetrieben, bricht der Protagonist abermals auf und macht sich auf die Suche nach Karneol, der als König des Landes mehr Informationen über die Legende des Lichtbringers haben soll. Was der Protagonist dort allerdings erlebt, hat er wahrlich nicht erwartet…

Charmante Handlung mit vielschichtigen Charakteren

Die Heldengeschichte präsentiert sich nicht sonderlich originell, doch sie hat viele lohnenswerte Impulse zu bieten. Spieler können sich darauf einstellen, viele Wendungen und Überraschungen zu erleben. Dragon Quest XI schafft es, mit den Erwartungshaltungen des Spielers und den aufgegriffenen Klischees des Genres zu spielen. Eine Stärke liegt ebenfalls in der Spielwelt und den Figuren. Ich wollte nach dem Bereisen einer Stadt gerne mehr über die Geschichte und die Bewohner erfahren, da sämtliche Orte sehr aufwendig und lebendig gestaltet wurden.

Ebenso bietet der Titel viele sympathische Charaktere, die insbesondere in den Dörfern und Städten anzutreffen sind. Diese haben zumeist interessanten Hintergrundgeschichten zu bieten. Man möchte sowohl die Figuren als auch die Örtlichkeiten besser kennenlernen, was sehr für die Umsetzung spricht. Ein bisschen Kitsch ist dabei und der Titel ist ab und an sehr kindlich aufgemacht. Häufig bleibt das Geschehen dabei humorvoll, ab und zu schießt es jedoch auch übers Ziel hinaus. Da aber auch gleich mehrere Male emotionale Töne sehr gut getroffen werden, verzeihe ich dem Spiel gerne die ein oder andere kitschige Szene.

Eine bunte Spielwelt, die Erkundung belohnt

Ein Element, das Dragon Quest XI in Verknüpfung mit der toll umgesetzten Spielwelt sehr gut löst, ist die Erkundung selbiger. Weitestgehend stellt der Titel eine eher lineare Erfahrung dar, die nur den Anschein erweckt, eine offene Welt zu bieten. Da die Levelstruktur aber gut umgesetzt ist, möchte ich mich keinesfalls darüber beschweren. Besonders gefallen hat mir, dass man visuell zumeist im Blick hat, wohin die Reise geht. In der Ferne sieht man häufig einen Orientierungspunkt, dem man allmählich entgegen läuft. Diese Tatsache sorgt dafür, dass man sich theoretisch auch ohne Karte stets vorzüglich orientieren kann und sich auf den nächsten großen Ort freut, den man bereisen kann.

Trotz linearer Struktur bietet der neue Dragon Quest-Teil auch viele weitläufigen Areale mit abzweigenden Wegen, die vollgespickt sind mit vielen Truhen und sonstigen Schätzen. Auf diese Weise werden Spieler dazu ermutigt, jeden noch so kleinen Winkel der virtuellen Spielwelt abzusuchen. Wer mag, kann diesen Aspekt auch außer Acht lassen und nur dem wesentlichen Pfad folgen. Dann würden euch aber nicht nur wichtige Items durch die Lappen gehen. Denn auch die Freude, die man beim Entdecken eines versteckten Areals verspürt, sollte man nicht missen.

Clever gestaltete Dungeons, die mit einigen Tricks und Fallen die Spieler auf Trapp halten und zudem noch kreative Fortbewegungsmittel in petto haben, runden die fantastische Spielwelt ab. Die Fortbewegung auf den Feldern und Straßen kann hingegen mit einem eher traditionellen Mittel angegangen werden. Spielern haben ein Pferd zur Verfügung, mit dem die Fortbewegung sehr flott ausfällt. Natürlich können wir auch laufen, sogar recht schnell rennen. Alternativ kann man sein getreues Ross jederzeit an einer Rufglocke zu sich führen. Diese Rufglocken findet man bei jeder Stadt und an unzähligen Lagerplätzen.

Schmied dir deine Waffen und Ausrüstung

Diese Lagerplätze nutzen wir nicht nur, um unser Pferd zu rufen und uns auszuruhen. Die „Pfiffige Schmiede“ lässt sich an jedem Lagerplatz nutzen und dient zur Herstellung und Verbesserung von Waffen, Rüstung und Zubehör. Dafür sind zum einen Materialien nötig, die sich hauptsächlich finden und im Kampf verdienen lassen. Außerdem benötigt man verschiedene “Anleitungen”, die die Herstellung der diversen Rüstungsstücke und Waffen überhaupt erst möglich machen. Diese lassen sich einmal mehr verdienen, z. B. durch absolvierte Quests, oder auch im Bücherregalen in den Städten des Spiels finden. Zur Umarbeitung von Ausrüstung werden weiterhin Perfektionsperlen verlangt, die ebenfalls gefunden werden können, allerdings auch bei der Herstellung von Teilen entstehen. Es lohnt sich also, die Pfiffige Schmiede häufig anzuschmeißen. Im späteren Verlauf können die Perlen zudem für Gold gekauft werden.

Der eigentliche Schmiede-Vorgang ist mit einer Art Minispiel verbunden, bei dem man mit einem Hammer selbst ans Werk geht. Wir haben eine begrenzte Anzahl an Schlägen und müssen die verschiedenen Proportionen unserer Werke formen. Anfangs ist diese Tätigkeit sehr simpel, doch mit zunehmender Schwierigkeit der Anleitungen und mit zusätzlichen Schmiedetechniken erhält sie immer mehr Kniffe und macht tatsächlich auch Spaß. Je nach Erfolg bei diesem Minispiel wird das Resultat mit einer +1, +2 oder +3 versehen und ist dementsprechend mit stärkeren Werten ausgestattet. Das Crafting-System ist eine wirklich gelungene Komponente, die meinen Erkundungsdrang positiv beeinflusste und in seiner Ausführung erstaunlich unterhaltsam ist.

Klassisches Kampfgeschehen auf Rundenbasis

Auf den Feldern von Erdria und in den Dungeons können wir sämtliche Feinde in Echtzeit sehen. Zufällige Kämpfe gibt es nicht, stattdessen werden sie aktiv gestartet oder gemieden, indem man auf die Wesen zugeht oder ihnen ausweicht. Auf dem Pferd können wir zudem galoppieren und Gegner umwerfen, ohne einen Kampf zu starten. Es ist allerdings nicht empfehlenswert, allen Feinden auszuweichen. Spätestens bei einem der Bosskämpfe merkt man dann nämlich, dass man mehrere Level zu wenig auf dem virtuellen Buckel hat. Die Kämpfe finden auf klassischer Rundenbasis statt. Spieler können sich im Zug aktiv auf dem Kampffeld mit manueller Kamerasteuerung bewegen. Doch wer die volle Dröhnung Old-school-JRPG möchte, kann auch eine klassische Kamera aktivieren, die sämtliche Manöver sehenswert präsentiert. In den Gefechten stehen Angriffe mit der ausgerüsteten Waffe, Fähigkeiten, Zauber und Gegenstände zur Verfügung. Da jeder Charakter mit unterschiedlichen Fertigkeiten daherkommt, ergibt sich bei den Figuren eine gelungene Abwechslung im Vorgehen.

Klassisch wählt man für alle Figuren der eigenen Party nacheinander eine Aktion. Wer sich lieber auf einen Charakter konzentrieren möchte, kann die anderen Kämpfer allerdings auch eigenständig agieren lassen. Dafür gibt es eine Einstellung, mit der man die Taktiken der Figuren grob vorgeben darf. Sollen die Partymitglieder besonders aggressiv spielen und stets ihre besten Angriffe wählen? Oder sollen sie beispielsweise auf Angriffe, die Mana verbrauchen, verzichten, da wir eh gegen schwache Feinde kämpfen? Ich persönlich habe zwar meistens alle Charaktere manuell gesteuert. Zum gelegentlichen Aufleveln habe ich die automatischen Taktiken dann aber doch sehr gern genutzt. Da man diese Taktiken für jede Figur einzeln bestimmen kann, steht dem Spieler völlig offen, welche Kämpfer in welchem Ausmaß von der KI gesteuert werden sollen.

Gestärkt in den Kampf – und danach in den Charakter-Baukasten

In den Gefechten kommt es immer wieder dazu, dass unsere Figuren Schaden einstecken. Nach einer Weile greift das Spiel ein und versetzt einzelne Charaktere in einen “gekräftigten” Zustand. Dadurch glüht die entsprechende Figur nicht nur blau auf, sondern teilt auch mehr Schaden aus und hat mehr Ausdauer sowie eine höhere Chance, kritische Treffer zu landen. Dieser Effekt hält mehrere Runden an und erstreckt sich mit etwas Glück auch über mehrere Kämpfe. Alternativ können die Figuren, sobald mehrere gleichzeitig verstärkt sind, gemeinsam eine spektakuläre Koop-Attacke starten. Die verfügbaren Koop-Kräfte ändern sich mit den freigeschalteten Fähigkeiten und bieten vielfältige Möglichkeiten. Spieler können in diesem Fall entscheiden, ob sie lieber ein besonders mächtiges Manöver ausnutzen oder vom andauernden Angriffsbonus profitieren möchten. Das Kräftigungs-Feature ist ein sehr mächtiges Hilfsmittel, das allerdings mit einem großen Haken daher kommt. Auch Feinde können im Laufe eines Kampfes verstärkt werden, weshalb Vorsicht geboten ist.

Wie in fast jedem traditionellen JRPG steigen die Figuren durch Erfahrungspunkte im Level auf. Hier verdienen sie zudem Talentpunkte, die im so genannten Charakter-Baukasten ausgegeben werden. Wir können Upgrades in vier verschiedenen Richtungen freischalten, die den Kämpfern entweder neue Fähigkeiten und Zauber verleihen oder ihre Attribute verbessern. Dieses System stellt sich dar durch aneinander gereihte Felder. Schaltet man ein Feld mit den Talentpunkten frei, werden die angrenzenden Felder verfügbar zur Freischaltung. Man sollte sich also schon zu Beginn alle Felder anschauen und sich früh festlegen, in welche Richtung man zunächst gehen möchte. Bei einem Geistlichen, in einer Kirche oder an einer Statue kann man jedoch, neben dem manuellen Speichern, auch die sogenannte Reformation vornehmen und gegen etwas Gold die Talentpunkte neu verteilen.

Selten eine Herausforderung – die Drakonischen Regeln schaffen Abhilfe

Ich hatte viel Spaß mit dem Kampfsystem. In seinen Grundzügen ist es recht simpel gestaltet, hat mit seinen Fähigkeiten und Zaubern, darunter insbesondere durch die Buffs und Debuffs, sowie mit den Koop-Kräften durchaus auch seine komplexeren Kampfmechaniken. Trotzdem war ich etwas enttäuscht, wie leicht sich Dragon Quest XI weitestgehend spielt. Es geht sehr schnell, dass man zu viel levelt und die regulären Gegner dadurch kaum eine Gefahr darstellen. In Verbindung mit den Taktiken, die eine automatische Kampfsteuerung ermöglichen, spielt sich das Spiel streckenweise fast schon von selbst. Strategie in den Gefechten ist nur selten notwendig, das trifft zumeist nur auf Bosskämpfe zu. Ich konnte der entspannten Art allerdings durchaus auch etwas abgewinnen. Nach einem langen Arbeitstag ist das Geschehen vom Spiel für einige Stunden nach Feierabend sehr angenehm, gerade weil es nicht wirklich fordernd ist.

Gelegentlich hätte ich mir jedoch gewünscht, dass man während der Kämpfe etwas mehr sein Köpfchen anstrengen muss. Theoretisch hat der Titel gar einen Modus mit erhöhter Schwierigkeit. Vor Spielbeginn kann man sich selbst nämlich einige Steine in den Weg legen, indem man diverse der “Drakonischen Spielregeln” aktiviert. Diese stellen uns beispielsweise vor deutlich stärkere Gegner oder verhindern die Möglichkeit, bei Shops einzukaufen, was wiederum zu einer stärkeren Abhängigkeit von den Funden in der Umgebung führt und das Erkunden belohnt. Ich war zu Spielbeginn eingeschüchtert von den Optionen und startete das Spiel ohne Einschränkungen. An dieser Stelle würde ich euch empfehlen, dass ihr experimentierfreudig seid und einige der Regeln aktiviert. Im Laufe des Spiels kann man sie jederzeit deaktivieren, falls das Erlebnis doch zu hart ausfällt. Leider kann man die Optionen im Nachhinein aber nicht dazuschalten, weshalb es ein wenig bereue, mein Abenteuer ohne eine der Drakonischen Regeln begonnen zu haben.

Gewaltiger Umfang und Suchtpotential im Kasino

Dragon Quest XI setzt seinen Spielern stets ein Hauptziel vor, lässt ihnen aber auch viele Freiheiten, anderen Tätigkeiten nachzugehen. Neben der Erkundung kann vor allem das Absolvieren von Nebenquests eine Menge Zeit in Anspruch nehmen. Mal hat ein Dorfbewohner etwas verloren, mal müssen bestimmte Monster gejagt und spezielle Gegenstände beschafft werden. Es lohnt sich, die Augen offen zu halten und den Bitten der NPCs nachzugehen. Wertvolle Ausrüstung und hilfreiche Gegenstände können der Dank sein, was in einem JRPG von immenser Bedeutung ist. Da die meisten Figuren sehr liebenswürdig präsentiert sind, habe ich gerne so viele der Nebenmissionen in Angriff genommen, wie es mir möglich war.

Darüber hinaus hat das JRPG noch weitere Tätigkeiten auf Lager. So gibt es in Gallopolis zum Beispiel eine Pferderennbahn, bei der wir unser Geschick beim Reiten unter Beweis stellen dürfen. Ein wahrer Zeitfresser ist weiterhin das Kasino, das mit seinen Spielautomaten und Pokerrunden regelrecht süchtig machen kann. Zum Glück verliert man im Glücksspiel von Dragon Quest XI jedoch nicht sein echtes, sondern nur virtuelles Geld und kann so sorgenfrei stundenlang am Automaten sitzen.

Wer bereits einen Teil der Reihe in der Vergangenheit gespielt hat, wird wissen, dass Dragon Quest-Spiele für gewöhnlich einen gewaltigen Umfang haben. Dies trifft auch auf das elfte Hauptspiel zu. Allein für die Story dürften die meisten Spieler 40 bis 50 Stunden brauchen und sind dann noch nicht einmal fertig – dann fängt es erst so richtig mit dem “end game content” an. Nach der eigentlichen Geschichte gibt es einen umfangreichen finalen Akt. Hier steigt auch der Schwierigkeitsgrad der Kämpfe an, was mir gut gefallen hat. Ein “echtes” Ende kann freigeschaltet werden, was den Spielern nochmal gut und gerne weitere 20 Stunden abverlangt. Packt man da noch sämtliche Nebenmissionen und weitere Tätigkeiten oben drauf, kommt man auf eine Spielzeit von über 100 Stunden. Ihr sucht ein Spiel, das euch für euer Geld so richtig etwas bietet? Dragon Quest XI könnte mit seinem gewaltigen Umfang genau dieser Titel sein.

Grandiose Grafik mit vielen putzigen Gegnerdesigns

Einen tollen Artstil hatte die Reihe schon immer. Das kommt unter anderem daher, dass mit Akira Toriyama ein legendärer Zeichner am Werk ist, der mit der Optik der Dragon Ball-Serie bekannt wurde. Nun ist mit der Unreal Engine 4 auch noch eine hochmoderne Engine genutzt worden. Zudem läuft das Spiel am PS4 und PC auf starker Hardware, was in der Vergangenheit mit Veröffentlichungen auf der Wii, fdd nicht immer der Fall war. Das Resultat ist eins der schönsten JRPGs, das ich jemals gespielt habe. Die Figuren sind liebevoll gestaltet und verfügen mit dem typischen Toriyama-Stil über eine Menge Charme. Viele der Gegner sind so knuffig, dass ich sie kaum bekämpfen und lieber ein Plüschtier der Varianten haben wollte.

Die weitläufigen Areale bieten viele Sehenswürdigkeiten, die man im First-Person-Kameramodus so richtig genießen kann. Eine Menge knalliger Farbe ist im Spiel, weiterhin sind die Areale und Städte abwechslungsreich designt. Es gibt einen Tag- und Nachtwechsel, außerdem ein limitiertes Wettersystem mit ansehnlichen Regenschauern. Auch die Animationen im Kampf sind überzeugend in Szene gesetzt. Die Framerate ist auf 30 FPS begrenzt, zumindest auf Konsole, was angesichts der gelungenen Grafik aber wahrlich kein Problem darstellt. Immerhin ist die Bildrate sehr stabil und so gibt es quasi keine Ruckler zu bemerken. Ich kann der Grafik eigentlich nur eine Sache vorwerfen, die aber auch nicht direkt Kritik ist. Das JRPG ist sehr kindlich aufgemacht, was den einen oder anderen womöglich abschrecken mag. Wer darüber hinwegsehen kann, bekommt eine beeindruckend gute Grafik geboten.

Nette Musik, von der man irgendwann genug hat

Nicht nur im Grafik-Bereich, sondern auch in puncto Soundtrack hat Streiter des Schicksals Prominenz hinter den Kulissen zu bieten. Koichi Sugiyama mag als Person wegen seiner Ansichten umstritten sein, doch als Komponist ist er zweifelsohne sehr talentiert. Er ist für den Soundtrack der Reihe verantwortlich und hat auch die Musik von Dragon Quest XI komponiert. Während die Songs episch sind, toll zur fantasievollen Stimmung passen und meiner Meinung nach der Serie würdig sind, bin ich dennoch nicht vollends zufrieden.

Zum einen hätte ich mir gewünscht, dass Square Enix die Songs in ihrer orchestralen Fassung implementiert. Stattdessen haben wir eine MIDI-Umsetzung des Soundtracks bekommen, die qualitativ nicht mit dem Orchester-Original mithalten kann. Zum anderen finde ich, dass weniger manchmal mehr gewesen wäre. Im Hintergrund dudelt permanent eine der Melodien, selbst wenn überhaupt nichts auf dem Bildschirm passiert. Bei einem Titel, den ich bis zu 100 Stunden lang spiele, kann ich die Lieder irgendwann einfach nicht mehr hören. So toll der Soundtrack auch ist – er ist mir persönlich schlicht etwas zu präsent. Ich hätte mir gewünscht, dass die Songs etwas dezenter präsentiert würden, um wichtigen Szenen mit den richtigen Klängen umso mehr Gewicht zu verleihen. Der Soundtrack hat mir insgesamt gut gefallen, leider ist er aber nicht ideal eingearbeitet. Immerhin konnte die englische Sprachausgabe bei mir punkten. Charmante Sprecher mit teils total komischen Akzenten tragen gelungen zur freudigen Atmosphäre bei.

Wertung im Einzelnen
Story
8.5
Gameplay
8.5
Inhalt und Umfang
9.5
Grafik
9
Sound
8
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