Releasetermin: 28.09.2018

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: Sport, Simulation
Entwickler: Electronic Arts
Herausgeber: Electronic Arts, EA Sports

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Jedes Jahr erscheint ein weiterer Ableger des berühmtesten Sport Spieles im Gaming Universum, das jährlich diverse Neuerungen und Änderungen an der Spiel Mechanik erhält. Fifa 19 macht hier keine Ausnahme und bietet einige Features, die die Fußball Simulation weiter ausbauen sollen. Versprochen werden unter anderem neue Fußball Modi wie die Champions League sowie Änderungen am Gameplay, die frischen Wind ins Genre bringen sollen. Ob EA das gelungen ist, klären wir im Test. 

Im Kern steht der Fußball 

Auch in FIFA 19 dreht sich alles ums Thema Fußball. Wie immer gilt es den Ball ins gegnerische Tor zu befördern. Die Regeln lehnen in der Simulation sehr an die des realen Fußballs an. Das Spiel achtet somit genau darauf, wie man seinen Gegenspielern den Ball abnimmt oder berechnet Abseitsregeln genau ein. Dieses Mal sind über 700 Mannschaften dabei mit über 20 neuen Stadien. Der Signal Iduna Park zählt beispielsweise neu enthalten. Auch Premier League Stadien sind nun in FIFA 19 vertreten, da EA die kompletten Rechte an der Premier League erhalten hat. Jedes Stadion ist dem Original detailgetreu nachempfunden. Demnach kann man die Unterschiede genau erkennen. Der Rasen ist unterschiedlich angeordnet und die Tribünen sehen komplett anders und ziemlich realistisch aus. Die Teams hingegen sind teilweise leider nicht komplett lizensiert, sodass einige generische Namen verwendet wurden. Trotzdem findet sich eine beachtliche Anzahl an Mannschaften in der Fußball-Simulation wieder. Von bekannten Teams aus unserer Bundesliga bis hin zu Teams aus Ligen aller Welt können ausgewählt werden. Selbstverständlich haben es auch die Nationalmannschaften mit ins Spiel geschafft. Lediglich die japanische Nationalmannschaft fehlt leider immer noch. Wer viel lieber mit Frauen spielt, kommt in FIFA 19 ebenfalls nicht zu kurz. Die Frauen Nationalmannschaften sind ebenfalls spielbar.
Die Spieler eines Teams haben unterschiedliche Stärken. EA versucht diese immer an die aktuellen Stärken und Schwächen der jeweiligen Spieler anzupassen und stellt das Gesamtergebnis der Wertung als Zahl dar. Je höher der nummerische Wert, umso besser der Spieler. Durch das Wertungssystem kann die Aufstellung oder das Auswechseln durchaus besser zu geplant und somit strategischer vorzugegangen werden. Wie in den Vorgängern, wirkt sich die Erschöpfung aller Spieler über den Verlauf eines Spiels auf das Gameplay aus. Stark verletzte Spieler müssen ausgewechselt werden und die Pass- oder Lauffähigkeiten entkräftete Spieler lassen mit der Zeit nach.

Die Aufstellung zeigt alle Spieler des Teams inklusive Wertung und Gesundheit.

Spielerisch bleibt EA der bekannten Steuerung weiterhin treu. Pässe werden mit X ausgeteilt, geflankt wird weiterhin mit Viereck, gesprintet mit R2, der Spieler gewechselt mit L1, geschossen mit Kreis und so weiter. Oh und bevor ich es vergesse: Das Bewegen einer Spielfigur ist weiterhin mit dem linken Analogstick möglich.
Eine Neuerung ist das “Timed Finishing”, was euch einen verstärkten Schuss durch das erneute Betätigen der Kreistaste ermöglicht. Dadurch steckt wesentlich mehr Wumms in eurem Schuss, was die Torwahrscheinlichkeit um ein Vielfaches erhöht, wenn man richtig timed. Wer das Timing verhaut, droht über das Tor hinaus oder daran vorbei zu schießen. Und wem das allerdings zu kompliziert ist, kann das über die vielseitigen Einstellungen gerne auch ausschalten. 

Durch das neue „Timed Finishing“ werden Schüsse noch stärker und präziser abgefeuert.

Weiterhin neu ist das sogenannte “Active Touch System”. Dadurch wurden einige zusätzliche Animationen ins Spiel gebracht, die die Ballannahme deutlich verbessern sollen. Auch die Spieler auf dem Feld sind dank des Systems wesentlich aggressiver im Angriff und der Verteidigung. Anders gesagt: FIFA 19 enthält wesentlich mehr Pressschläge, die für ein verbessertes Spielerlebnis sorgen. Das Dazwischengehen der Spieler fällt in der Fußball Simulation in diversen Momenten durchaus auf. Die verbesserte Ballannahme ist jedoch nur für FIFA Veteranen spürbar. Ich habe dieses System im direkten Vergleich zum Vorgänger nicht spürbar wahrgenommen. 

Alex Hunter auf Erfolgskurs 

In FIFA 19 geht die lange Reise von Alex Hunter und Co zu Ende. Ziel ist es, den Pokal in der Champions League mit nach Hause zu nehmen. Ob und wie das gelingt, findet ihr im Laufe der “The Journey” Story heraus. 

Wie bereits im Vorgänger spielt ihr wieder mehrere Charaktere. Augenmerk bleibt natürlich bei Alex Hunter und seiner aufgebauten Karriere. Trotzdem ist Alex Halbschwester Kim Hunter sowie sein bester Kumpel Danny Williams ebenfalls in Alex Karriere involviert, die, wie es der Zufall so will, genauso Fußballspieler sind. Der Fakt unterschiedliche Charaktere zu spielen ist bereits aus dem Vorgänger bekannt. Neu ist jedoch, dass jeder Charakter seine eigene Storyline erhält. Genau wie Alex, kämpft Danny um den Erfolg in der Champions League, während Kim ihr Können in der Frauen Weltmeisterschaft versucht. Man kann innerhalb der Geschichte immer zwischen den Charakteren wechseln, um jede Perspektive zu betrachten. Das Spiel rät euch dabei sogar, welcher Charakter nun empfohlen ist, um ein besseres Verständnis des Zusammenhangs zu erhalten. Durch den Einsatz diverser Charaktere lernt man alle Facetten eines Fußballstars besser kennen und erlebt Erfolg sowie Enttäuschung gleichzeitig. 

Wählt nun zwischen einer von drei Storylines aus. Das Spiel rät euch, welcher Charakter an welcher Stelle die richtige Wahl ist.

Gameplaytechnisch wechselt ihr zwischen Fußballspielen und Training. Letzteres verbessert eure Werte und steigert das Ansehen beim Trainer. Am Ende des Trainings oder eines Spiels gibt es dann eine Gesamtwertung von eurem Trainer, der aufzählt, was gut gemacht wurde und was vielleicht noch verbessert werden sollte.
Mithilfe eines Entscheidungssystem werden neue Wege eingeschlagen. So könnt ihr beispielsweise auswählen, ob ihr lieber durch Radiodurchsagen oder Fotos für euch werbt. Manchmal steht ihr vor der Wahl einen neuen Manager auszuwählen oder gegen euren Kumpel zu spielen. Das System sorgt außerdem für unterschiedliche Antworten, die jeweils andere Verhaltensweisen und Dialoge hervorrufen. Außerdem übernimmt FIFA 19 eure Entscheidungen aus FIFA 18. Habt ihr den Vorgänger nicht gespielt, wird euch automatisch ein Manager zugeteilt und ihr müsst selbst einen Verein eurer Wahl aussuchen. 

Durch einen besonderen Kleidungsstil und spezifische Aufgaben, die ihr in einem Fußballspiel erfüllt, steigern sich eure Follower im Social Media Bereich. Abgerundet wird das durch Kommentare und Beiträge eurer Fans als auch News Feeds. Übrigens: Neue Kleidung wird durch steigende Zahlen in den Followern freigeschaltet. Wählt aber mit Bedacht, da zerrissene Hosen vielleicht euren Followerzahlen zu Gute kommen, aber einen schlechten Eindruck beim Team machen. EA hat hier an alles gedacht, was einen Promispieler ausmacht. Ein brauchbares Feature ist das allerdings nicht. Es dient lediglich zur Identifizierung des Charakters und dessen Fanbase. 

Insgesamt ist “The Journey” eine nette inszenierte Geschichte um Fußballstars, dessen Familie und Konkurrenten. Auch wenn die Erzählung an manchen Stellen ziemlich unrealistisch und langatmig wirkt, ist die Geschichte ein nettes Beiwerk zu den eigentlichen Fußballpartien und simuliert das Leben eines Profis. 

Abwechslung durch Spielmodi? 

Neben der Story rund um Alex Hunter und dem normalen Spiel, gibt es auch diverse neue Modi, um den Spielspaß weiter zu erhalten. Gerade im Anstoß Modus ist einiges dazu gekommen. Zum einen steht euch nun ein Spiel ohne Regeln zur Verfügung. Richtig gelesen: Es gibt in diesem Modus absolut keine Regeln. Es darf also Abseits ignoriert oder gefoult werden, was das Zeug hält. Dies ist sicherlich eine lustige Alternative, um ein wenig Chaos zu stiften.
Zum anderen zeigt ein Survival Modus, wie Battle Royal in einem FIFA funktioniert. Kleiner Spaß bei Seite – Der Survival Modus nimmt euch immer einen Spieler aus eurer Mannschaft, sobald ihr ein Tor geschossen habt. So wird die laufende Partie nach und nach immer schwieriger für das führende Team. Eine andere Variante des Anstoß Modus schreibt euch beispielsweise vor, Tore nur durch Kopfbälle oder Volleys zu erzielen.
EA versucht mit weiteren Modi ein wenig mehr Abwechslung zu schaffen, was ihnen auch gelingt. Gerade im lokalen Multiplayer kommen diese Änderungen sicherlich gut an und bieten mal etwas Neues, das man vorher noch nicht kannte. 

Was zuvor als Champions Cup bekannt war, ist nun die offizielle Champions League. EA hat nach 10 Jahren die Rechte erhalten, die zuvor noch bei Konami mit ihrem Pro Evolution Soccer lagen. Bis auf den Namen und die Lizenzen, ändert sich an diesem Modus lediglich, dass man nun die Wahl zwischen Gruppenphase, KO Runde und Finale hat. Vorher konnte man sich nur für das gesamte Tunier entscheiden, welches man mit der Mannschaft eurer Wahl bestritten hat. Diverse Zwischensequenzen und Siegerehrungen sind nach wie vor vorhanden, die noch immer für Spannung sorgen. 

In der Champions League spielt ihr in der Gruppenphase gefolgt von der KO Runde.

Am Multiplayer hat sich ebenfalls wenig getan. Noch immer spielt ihr mit eurem eigenen Team gegen Mannschaften aus aller Welt. Eine Neuerung gibt es allerdings: Durch “Division Rivals” werden mehrere Partien hintereinander ausgetragen. Am Ende einer Woche winken dann je nach Rang unterschiedlich hohe Belohnungen. Mit Echtgeld oder ingame Währung könnt ihr euch Lootboxen kaufen, um somit an bessere Spieler bzw. Verträge zu gelangen. Da wir hier aber immer noch von einer Pay2Win Mechanik sprechen, rate ich Anfängern von diesem Modus ab. Fifa eignet sich immer noch besser zum lokalen Multiplayer als online weiterhin Geld in das Spiel zu investieren und der Gefahr ausgesetzt zu werden, eine potentielle “Sucht” aufzubauen. 

Der Trainingsmodus ist auch wieder dabei. Dort hat man die Möglichkeit in vielen kleineren Trainingseinlagen diverse Techniken zu trainieren. Ihr habt beispielsweise die Wahl, ob ihr Flanken üben möchtet, Torschüsse präziser macht, das Dribbling verbessert oder das Verteidigen trainiert. Das sind nur ein paar von sehr vielen Szenarien, an denen ihr im Trainingsmodus feilen könnt.
Training spielt wie bereits erwähnt auch im Storymodus eine wichtige Rolle. Auch bei der eigenen Karriere ist es möglich, die Werte des erstellten Spielers mit Trainingseinlagen zu verbessern. 

Apropos Karriere: Wie ihr bereits erahnen konntet, ist der Karriere Modus auch in FIFA 19 wieder mit von der Partie. Dort habt ihr die Wahl, ob ihr entweder als Trainer oder als Spieler durchstarten wollt. Match für Match kämpft ihr euch dabei hoch. Wählt ihr einen Trainer, verkauft oder kauft ihr neue Spieler für das Team, trifft Verhandlungen und so weiter. Ihr habt aber auch die Möglichkeit einen eigenen Spieler zu kreieren, der sich in einer Mannschaft eurer Wahl zum Erfolg kämpft. Ein Charakter Editor entscheidet über das Aussehen eures Spielers und das Training verbessert dessen Werte. Leider bietet der Karriere Modus im Vergleich zum direkten Vorgänger so gut wie keine Neuerungen. Lediglich ein paar optische Neuerungen sind vorhanden. Gameplaytechnisch ist dieser zu dem aus FIFA 18 kaum zu unterscheiden. 

Die ganzen Modi machen FIFA 19 äußerst umfangreich und halten den Spielspaß für eine längere Zeit konstant, wovon ebenfalls der lokale Multiplayer profitiert. 

Technik 

Technisch gesehen macht FIFA seinem Namen alle Ehre. Die Animationen sind flüssig und bieten eine Vielzahl an unterschiedlichen Bewegungen, die den Stars aus der Realität sehr gut nachempfunden sind. Egal ob Posen nach einem Torschuss oder das Diskutieren beim Foulspiel: Es wirkt genauso wie im echten Fußball. Durch die hohe Anzahl an Animationen fällt einem die Videospielsimulation schon fast gar nicht mehr auf. 

Auch die FPS blieben auf meiner Playstation 4 Pro im gesamten Spielverlauf stabil.
Da das Spiel mit der aus Battlefield oder Star Wars Battlefront bekannten Frostbite Engine entwickelt worden ist, haut FIFA in Punkto Grafik alles raus, was geht. Dank der Engine wirkt der Titel schon fast fotorealistisch. Das Gras auf dem Rasen bewegt sich, die Massen an Fans auf den Tribünen feiern und jubeln, das Netz des Tores ist optimal auf den Aufprall des Balles abgestimmt und die Animationen wirken klar und scharf.  

An der Lokalisierung des Spiels gibt’s allgemein ebenfalls nichts auszusetzen. Die Kommentatoren machen ihren Job gut. Der Sprecher spricht den Namen von so gut wie jedem Spieler aus und kommentiert über dessen Aktionen. Selbst Modi wie der Survival Modus werden mit Sprüchen versehen. Einige Sprüche wurden jedoch aus den Vorgängern übernommen, sodass einigen Zitate wie “das dürfte die Gelegenheit sein” ziemlich bekannt vorkommen sollten. 

Die KI macht einen guten Job. Besonders an den Verteidigern wurde geschraubt, die das Tor nun besser in Schutz nehmen als zuvor.
Lediglich das Passspiel wirkt in FIFA 19 leider etwas lascher und langsamer als im Vorgänger. Man gewöhnt sich allerdings mit der Zeit daran, sodass man das nicht als Gamebreaker bezeichnen kann. 

Wertung im Einzelnen
Story "The Journey"
8
Gameplay
8
Technik
8
Multiplayer lokal
9
Multiplayer online
7
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