Releasetermin: 08.02.2019

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: Action RPG
Entwickler: Marvelous, Bandai Namco Studios
Herausgeber: Bandai Namco Entertainment

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Bandai Namco veröffentlichte God Eater 3 bereits im letzten Jahr in Japan. Seit dem 08. Februar 2019 ist der Monster Hunter Konkurrent auch hierzulande erhältlich. Nach einigen Remakes und Spin-Offs der Reihe, können Fans der Serie endlich einen vollwertigen God Eater Titel auf Playstation 4 und Windows PCs genießen. Doch bietet die Fortsetzung genug Neuerungen und verfügt über ausreichend Reiz, um Fans sowie Neulinge begeistern zu können? Erfahrt es im Test. 

Zu den lebenden Waffen! 

Wie auch schon in den Vorgängern dreht sich in God Eater 3 alles darum, den riesigen Kreaturen mit monströsen Waffen entgegen zu treten. Dazu stehen euch im Spiel unzählige unterschiedliche Waffen zur Verfügung, mit denen sich verheerende Kombis freisetzen lassen. Die sogenannten God Arcs bestehen wie die Aragami Kreaturen im Spiel aus Orakelzellen und können den Gegnern daher gewaltigen Schaden zufügen. 

Ein bisschen mehr Tiefe bringen diverse Techniken wie beispielsweise das Burst System in das Kampfgeschehen. Sobald ihr im Burst Modus seid, teilen eure Hiebe nicht nur mehr Schaden aus, sondern sehen auch direkt noch schicker aus.
Fokus der God Arcs liegt allerdings auf dem Transformieren. Jede Waffe sei es Schwert, Hammer, Sense, Sichel oder Doppelschwerter kommt mit ihren eigenen Kombos, Spezialattacken und Transformationen daher. Letzteres können beispielsweise ein Schild, ein doppelseitiger Speer oder diverse Kanonen sein. Das Repertoire an Schusswaffen ist mit Lasern, Rifles und vielem mehr ebenfalls groß genug, um für genügend Abwechslung in den Kämpfen zu sorgen. Selbst die Munition kann nach eigenem Ermessen eingestellt werden. Ihr könnt demnach entscheiden, ob ihr mit normalen Kugeln, Eiskugeln, Heilkugeln und vielem mehr schießen möchtet. 

Eure Waffe kann unterschiedliche Formen annehmen. So zu Beispiel die einer bestimmten Kanone.

Interessant wird es, wenn ihr im späteren Spielverlauf ausreichend Materialien zum Craften eigener Munition gesammelt habt. Mithilfe der Kombination aus unterschiedlichen Materialien lassen sich die ausgefallensten Kugeln herstellen. Eigenschaften wie Streuung und Reichweite sind hier nur die Spitze des Eisbergs.
Wer neue Kugeln oder Fähigkeiten freigeschaltet hat, kann diese ebenfalls in einem Testraum ausprobieren, bevor er sie ausrüstet.  

Die Kämpfe an sich verlaufen wesentlich schneller als das Pendant im Monster Hunter Universum. Das gilt sowohl für das Movement der Waffen als auch die Lebenskapazität der Aragami. Kleine Kreaturen sind innerhalb weniger Sekunden erledigt, während die größeren Artgenossen ein paar Minuten benötigen. Wer das Konzept große Monster zu erlegen interessant findet, aber nicht so viel Zeit mitbringen kann, für den ist dementsprechend God Eater 3 sicherlich eine bessere Option als ein Monster Hunter World.
Was ich persönlich als ein wenig störend empfand, ist dass diverse Aragami zu flüchten beginnen, wenn sie kurz vor dem Tod stehen. Sie suchen den nächsten Heil Spot und sind schneller zu Fuß als unsere menschlichen Protagonisten. Oft rennt man ihnen erfolglos hinterher und wird nach kurzer Zeit abgehängt. Man kann ihnen zwar mit den Schusswaffen zusetzen, aber die Steuerung spielt hierbei manchmal nicht richtig mit. In einigen Situationen muss man zum Visier wechseln und die Biester darin einfangen, um sie treffen zu können. Leider sind die Widersacher dann bereits schon um die Ecke. Es hilft somit nur noch einen Schildsprung, mit denen ihr euch mehrere Meter nach vorne katapultiert. Aber auch das ist limitiert, da es eurer Ausdauerleiste stark zusetzt. Abhilfe schaffen diverse Items wie Fallen, die man vorher auf dem Feld platzieren kann. Generell kann man sich während des Kampfes mit Gegenständen buffen oder Lebenspunkte wiederherstellen. 

Bei geringer Lebenserhaltung fangen einige Aragami an zum nächsten Heilsport zu fliehen. Ihr kommt da nur schwer hinterher.

Ein weiterer ausschlaggebender Punkt ist das Verbinden mit euren Teampartnern. Nach ein paar Kombis könnt ihr in diesen Status übergehen, damit ihr aktuelle Buffs mit euren Partnern teilen könnt. 

Ihr seht, dass God Eater 3 an seinen Möglichkeiten im Kampf nicht spart und euch unzählige Alternativen zum Vernichten eurer Gegner bereitstellt. Auch, wenn das auf den ein oder anderen zu Beginn ein wenig erschlagend wirken kann, machen die Schlachten nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ordentlich Spaß. 

Welt- und Gegnerdesign 

Missionen sind unterteilt in Storymissionen und optionale Missionen. Alle Arten startet ihr aus einer Art Lobby heraus. Dort könnt ihr euch einerseits auf den Kampf vorbereiten, indem ihr euren Charakter ausrüstet, oder mit anderen Personen interagieren. Manchmal bietet euch das Spiel eine Auswahl an unterschiedlichen Antworten, um eure Meinung zu einem Thema preiszugeben. Das wirkt sich jedoch nicht auf den Verlauf der Story aus. Dieses Feature wurde implementiert, da der eigene Charakter leider nicht spricht, sondern seine Gefühle lediglich durch Mimik und Gestik ausdrückt. Manchmal muss zwingend mit bestimmten Charakteren interagiert werden, damit ihr wieder Missionen starten könnt. Gekennzeichnet werden diese Personen durch eine Sprechblase über dessen Köpfen.

In der Lobby könnt ihr mit Kameraden sprechen und euren Charakter ausrüsten, bevor ihr dort die Mission startet.

Bei Start einer Mission werdet ihr von der Lobby in das jeweilige Gebiet gebracht. Die Level fallen leider relativ klein aus und müssen in einer bestimmten Zeit absolviert werden. Außerdem haltet ihr euch in vielen Storymissionen im gleichen Areal wieder auf, was ich ein wenig schade finde. Das lässt das Action RPG trotz des tollen Kampfsystems stellenweise ein wenig repetitiv wirken. 

Was dem Titel jedoch wieder positiv angerechnet werden kann, ist das tolle und überzeugende Monster Design. Alle Aragami sehen von Grund auf unterschiedlich aus und bringen andere Bewegungsmuster und Attacken mit sich. Einige der Biester haben eine Schwäche gegen bestimmte Elemente, die man beispielsweise in diversen Kugeln ausrüsten kann. Es ist immer spannend die einzelnen Monster auf deren Schwachpunkte zu untersuchen und die einzigartigen Angriffsmuster zu begutachten. 

Monster und Waffen Design sind sehr gut gelungen.

Was nehme ich denn heute? 

Vielseitig ist auch das Customization System in God Eater 3. Die genannten Waffenarten gibt es in unzähligen Seltenheitsgraden. Je seltener umso stärker die Waffe. Dazu gesellen sich eine breite Anzahl an unterschiedlichen Burst Fähigkeiten, diverse Kugelarten, Statusboni und vieles mehr.  

Um Zugriff auf das Herstellen besserer Waffen zu erhalten, müssen Missionen bewältigt werden. Je schwieriger die Mission umso hochwertiger der Waffenplan, den man erhalten kann. Um daraus endgültig die Waffe herzustellen, müssen zusätzlich diverse Items gesammelt werden, die es ebenfalls in den einzelnen Missionen zu finden gibt.
Wer möchte, kann seine erhaltene Waffe ebenfalls um einige Stufen upgraden. Dazu werden aber auch bestimmte Materialien benötigt. 

Am Ende einer Mission erhaltet ihr unzählige Materialien und Waffenpläne, die eure Ausrüstung verbessern.

Das Spiel orientiert sich demnach stark an einem Loot-basierten Sammelspiel. Freunde vom Sammeln hochwertiger Items dürften sich darüber sicherlich freuen. 

Das Ascheland birgt viele Gefahren 

Storytechnisch dreht sich wieder alles ums Überleben und dem Bekämpfen der bedrohlichen Aragami. Der Protagonist tut sich demanach mit seinen Freunden zusammen, um dies zu ermöglichen. Als sogenannte Adaptive God Eater (AGE) tragen sie besondere Waffen mit sich, die aus dem gleichen Material gefertigt werden, aus dem auch die bösartigen Kreaturen bestehen. Sie sind außerdem in der Lage die schädlichen Aschepartikel über einen langen Zeitraum einzuatmen, ohne dabei gesundheitlich gefährdet zu werden.
Da die Welt von den Aragami überrannt wurde, bleiben alle normalen Menschen in sicheren Bunkern (sogenannte Ports). Jeder dieser Bunker verfügt über ihre eigenen God Eater, die für Basen draußen Missionen abschließen.
Das Spiel startet damit, dass ihr in einem dieser Ports eingesperrt seid und nur für Missionen die Chance habt, frische Aragami Luft zu atmen. 

Der Protagonist selbst wird zu Beginn des Spiels mithilfe eines einfachen Charakter Editors von euch erstellt. Demnach spricht eure Figur auch in Videosequenzen nicht, sondern signalisiert euren Kollegen nur durch Mimik und Gestik seine Meinung. Natürlich leidet die Immersion des Spiels darunter. Ein sprechender Protagonist hätte dem Titel sicherlich gutgetan. 

Die Missionen selbst startet ihr wie bereits erwähnt aus einem „Lobby“ Bereich.
Das Spiel wird also zwischen Lobbybereichen und Missions-Maps klar abgegrenzt. Eine Open World gibt es demnach leider nicht. Komplett linear kann man den Spielfluss aber auch nicht bezeichnen, da ihr in Lobby und Maps immer wieder zurückkehrt und Missionen beliebig wiederholen könnt. In diesem Punkt mangelt es dem Spiel demzufolge leider etwas an Abwechslung. Die Story selbst liegt im guten Durchschnitt. Sie ist unterhaltsam, bietet aber keine allzu großen Überraschungsmomente. 

Wie schlägt sich Grafik und Technik? 

Zur Technik lässt sich dieses Mal einiges sagen.
Der Farbstil der Grafik ist ziemlich matt gehalten worden, um die düstere und traurige Atmosphäre der Welt darzustellen. Die Grafik selbst unterscheidet sich positiv von deren Vorgängern, kommt aber an andere Genrevertreter auf der Konsole leider nicht ran. Hier und da gibt es ein paar unscharfe Texturen oder Kantenflimmern. Dazu kommt, dass man sich durch diverse sich wiederholende Maps an der Grafik schnell satt gesehen hat. Besonders viel Mühe gaben sich die Entwickler am Design der Waffen und Monster, welches mit vielen Details beeindruckt. 

Leider gibt es aber auch am Gameplay etwas zu bemängeln. Die Kamera verfängt sich gerne mal in Wänden, wenn man beispielsweise einen Gegner anvisiert hat. Die Übersicht geht demnach schnell verloren. Auch die Kollisionsabfrage könnte besser sein. Es passiert zum Beispiel sehr oft, dass man an Hindernissen nicht sehr schnell hochkommt. Gerade dann, wenn die Feinde anfangen zu fliehen, kommt man insofern nur noch schwer hinterher. 

So viele Kampfsysteme das Spiel auch haben mag, umso mehr hätte ich mir außerdem gewünscht, dass diese auch genauso gut erklärt werden. Gerade die Vorteile des Verbindungssystems oder wie man den Burst Modus aktiviert hatte ich nicht auf Anhieb verstanden, da es an der Erklärung mangelt. Es finden sich zwar unzählige Notizen im Menü, die neben den Systemen auch wichtige Storypunkte erklären, leider sind diese aber oft nicht ganz vollständig. 

Auch frage ich mich, warum die Entwickler im Spiel so viel Fanservice implementiert haben. Ich meine, wenn man sich die Oberweite von manchen weiblichen Charakteren ansieht, kann man stellenweise nur noch mit dem Kopf schütteln. Es ist zwar ein Spiel im Anime Look, aber das wirkt dann doch ein wenig nach “zu viel des Guten”. Unterstützt wird das zusätzlich durch einige Kamerafahrten, die sich auf gewisse Punkte weiblicher Figuren fokussieren. 

Alles in einem ist die Technik befriedigend. Die Waffen und Monster sind sehr schön designend, aber das Gameplay benötigt noch etwas mehr Feinschliff. 

Wertung im Einzelnen
Story
7
Gameplay
7
Grafik & Technik
6
Inhalt & Umfang
7
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