Releasetermin: 15.02.2019

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: Action, Ego Shooter
Entwickler: 4A Games
Herausgeber: Deep Silver, Koch Media

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Nach dem großen Erfolg des Romans Metro 2033 von Dmitri Gluchowski wurde eine Videospiel-Adaption geschaffen, die derzeit aus 3 Teilen besteht. Der dritte Teil hört auf den Namen Metro Exodus und erzählt die Geschichte von Artjom und seiner Crew, die nach Leben außerhalb der Metro suchen. Im Spiel wird erstmals die Oberfläche bereist und größere Gebiete zum Erkunden geboten. Doch kann der beliebte Horrorfaktor und die tolle Story des Shooters auch nach den Änderungen weiterhin überzeugen? Erfahrt es im Test. 

Die Welt außerhalb der Metro 

In Metro Exodus erkundet Protagonist Artjom das Land außerhalb der Metro, da er dort hofft auf andere Menschen zu treffen. Nach wenigen Minuten wird klar, dass menschliches Leben auf der Welt weiterhin existiert. Ein großes Geheimnis um den Krieg wird aufgedeckt, das Artjom und seine Leute dazu zwingt, die Metro zu verlassen und sich auf eine weite Reise zu begeben. Auf ihrem Trip stoßen sie auf jede Menge Freunde, die der Gruppe bei Gefahren beistehen, sowie Feinde, welche ihnen an die Gurgel bzw. Vorräte wollen.  

Unterwegs seid ihr mit der Aurora, einer alten protzigen Eisenbahn, die gleichzeitig als Basis für euch und eure Crew dient. Dort habt ihr die Möglichkeit durch eure Notizen zu stöbern, Ausrüstung an der Werkbank zu verbessern und spannende Gespräche mit euren Kollegen zu führen. Gerade letzteres wird im Spiel stark fokussiert und überzeugend umgesetzt. All eure Crewmitglieder haben euch immer etwas zu sagen. So lauscht ihr teilweise lustigen unterhaltsamen Gesprächen oder lernt sogar noch einige Nebeninfos zur Geschichte und der Welt von Metro Exodus kennen. Wer an der Story interessiert ist, sollte demnach genau zuhören, was euch eure Kameraden zu sagen haben. Schön ist auch, dass die Gespräche selbstständig getriggert werden und ihr nicht per X-Taste jeden einzelnen ansprechen müsst. Dadurch wirken die Unterhaltungen noch etwas realistischer. Man könnte sagen, dass die einzelnen Charaktere einem so noch mehr ans Herz wachsen. Weniger realistisch hingegen ist, dass der Hauptcharakter in den Gesprächen stumm bleibt. Man muss demnach leider sagen, dass es sich hier eher um Monologe als Dialoge handelt. Das ist sehr schade, da Artjom eigentlich eine sehr gute deutsche Synchronstimme erhalten hat. Diese hört man aber leider nur dann, wenn er in den Ladebildschirmen zu Wort kommt. Trotzdem ist das Spiel prall gefüllt mit jede Menge Phrasen der einzelnen Charaktere und es wird nicht langweilig, diesen leise zuzuhören. 

Auf der Aurora erfahrt ihr einiges zur Story und kommt in wunderschöne Gespräche mit der Crew.

Neben diesen Punkten hat man auch die Möglichkeit sich auf der Aurora frei zu bewegen. So könnt ihr während der Fahrt auch die äußeren Bereiche des Zugs betreten und die an euch vorbeiziehende Welt beobachten. Passende Soundgeräusche des Windes und der Gleise unterstützen die dabei aufkommende Atmosphäre ungemein. Die Leute aus dem Spiel haben Jahre unter der Erde verbracht und sind nun das erste Mal in der Freiheit unterwegs. Das Gefühl, das sie dabei innehaben müssen, kann man durch das erstklassige Flair des Spiels sehr gut nachvollziehen. 

Genießt die an euch vorbeiziehende Landschaft, während ihr ein paar Gesprächen der Besatzung lauscht.

Die Story gleicht also einem typischen Überlebensszenario in einer postapokalyptischen Welt. Vieles erinnert auch an Serien wie “The Walking Dead”, die die Gruppe aufgrund deren Lage ständig anderen Gefahren ins Auge blicken muss. An sich ist die Thematik und die damit verbundene Geschichte des Spiels nicht neu, kann aber trotzdem durch einige Twists, eine einzigartige Atmosphäre und spannende Charaktere überzeugen und unterhalten. 

Auch das Setting beweist sich als besonders vielseitig und anspruchsvoll.
Da ihr hier durch Russland reist, kommt ihr an jede Menge unterschiedliche Orte. Dunkle Bunker, eisige Sümpfe oder heiße Wüsten sind hier nur die Spitze des Eisbergs. Jedes Gebiet birgt seine eigenen Geheimnisse, Gegner und Features. Ein paar sind linear aufgebaut, während ein paar andere ein etwas größeres Areal bieten, das von euch frei erkundet werden darf. Und selbst in den größeren Ortschaften gibt es unterschiedliche Abschnitte zu betrachten. Beispielsweise erklimmt ihr in eisigen Gefilden einen Silo oder durchforstet in der Wüste ein verlassenes Schiffswrack.
Durch diese Varianz bleibt Metro Exodus durchgehend ein Augenschmaus und wird so schnell nicht langweilig. 

Das Setting ist in Metro Exodus besonders Vielseitig und bringt jede Menge einzigartigen Flair mit sich.

Atmosphäre weiterhin beklemmend 

Der gewisse Horrorfaktor zeichnet ein Metro Spiel aus. Immer wieder gab es groteske Wesen, die euch sehr nah kamen und euch das Fürchten lehrten. Doch kann Metro Exodus da mit seinen weitläufigen Arealen mithalten?
Die Antwort ist: Definitiv. Es ist zwar richtig, dass ihr in den großen Weiten Gebieten offen herumstreift, trotzdem gibt es aber überall verstreut dunkle abgelegene Bunker oder zerfallene düstere & vor allem enge Gebäude, die den Tod quasi beinhalten. Hinter jeder Ecke muss mit einem der Mutanten gerechnet werden, der euch mit einem saftigen Jumpscare begrüßt. 

Enge düstere Gänge stehen immernoch an der Tagesordnung. Wer traut sich schon hier durchzulaufen?

Abgerundet wird das Ganze durch eine sehr unheimliche Soundkulisse und verstörende Geräusche der Mutanten, die euch sicherlich einen Schauer über den Rücken laufen lassen. Auch das Design ist sehr gut gelungen. Überall finden sich von Spinnenweben eingedeckte & verrottete Einrichtungsgegenstände, zerstöre Wände oder durchflutete Passagen. Die beklemmende Atmosphäre ist demnach 1A und passt sehr gut ins Spiel hinein. 

Aber auch außerhalb ist es weiterhin gefährlich. Auf dem See könnt ihr durch fischige Mutanten ins Wasser gezogen werden, zu Land schlafen an jeder Ecke Zombieartige Wesen und manchmal werdet ihr durch einen geflügelten Dämon in die Luft gezerrt. 

Mutanten gibt es sowohl innen als auch außen zur Genüge. Eins ist somit klar: Gefährlich ist es überall.

Neben den unheimlichen Kreaturen warten im Spiel aber auch menschliche Gegner auf euch, die u.a. an euren Vorräten interessiert sind. Immer wieder geratet ihr an eine größere Menschengruppe. Ihr habt dabei zwei Möglichkeiten: Entweder ihr schleicht und schaltet einen nach dem anderen aus oder ihr geht brachial vor und ballert alles nieder, was sich bewegt. Das Spiel schreibt euch das Vorgehen dabei nicht vor. Beim Schleichen habt ihr außerdem die Wahl, ob ihr Gegner nur bewusstlos schlagen möchtet oder sie mit dem Messer für immer ruhigstellen wollt.
Sind beim offensiven Weg nur noch 1 bis 2 Gegner übrig, legen Sie die Waffe beiseite, heben die Hände und ergeben sich. Es ist nun eure Wahl, ob ihr die Gegner ausknockt oder tötet.
Hiermit versuchen die Entwickler etwas Neues in das Shooter Gameplay einzubringen. Allerdings dient dieses “Ergeben-Feature” zur Atmosphäre und wirkt sich keinerlei anderweitig auf das Gameplay aus. Das Schleichen kam mir im Spielverlauf auch etwas schwieriger vor als bei anderen Shootern mit Schleich-Passagen. Oft wurde ich von Gegnern entdeckt, obwohl ich mich geduckt hinter einem Zaum versteckt und ich den Feind selbst noch nicht zu sehen bekommen habe. In dem Sinne steckt also etwas mehr Anspruch hinter diesem Feature als in anderen Genrevertretern. Schade ist, dass man Leichen nicht selbstständig verstecken kann und so immer mit dem Risiko leben muss, dass diese von seinen Kameraden gesehen wird. 

Viel zu entdecken 

Abseits der Mutanten und menschlichen Gegner gibt es auch so viel in den offenen Arealen zu entdecken. Immer wieder erhaltet ihr Nebenquests von eurer Crew, die optional durchgeführt werden können. Dabei handelt es sich zum Beispiel um das Auffinden einer Gitarre für euren Kollegen oder das Befreien von Gefangenen der Wüstengegner.
Jede Nebenquest belohnt euch mit weiteren Informationen zur Geschichte und bringt euch manchmal wertvolles Loot, mit dem ihr eure Waffe oder eure Ausrüstung verbessern könnt. 

Egal ob ihr einen Teddybären oder eine Gitarre zurückbringt: Es ist immer schön in die fröhlichen Gesichter zu blicken.

Loot ist potentiell wichtig, um euch im Spiel einen erhabenen Vorteil zu verschaffen. Zum Beispiel findet ihr so Gegenstände wie u.a. ein Nachtsichtgerät, eine besser Geschützte Atemmaske, einen Munitionsgürtel oder eine stärker leuchtende Taschenlampe, die sich in Metro Exodus sehr nützlich erweisen. 

Durch spannende Infos oder tolles Loot werden Spieler zum Abschließen diverser Nebenquests motiviert. Außerdem können so parallel noch unbekannte Ortschaften erkundet werden, die es, schon allein wegen der Detailfülle, Wert sind gesehen zu werden. Aber einige Regionen sollten noch aus einem anderen Grund mit Vorsicht genossen werden. 

Da die Welt durch einen Atomkrieg verwüstet wurde, sind bestimmte Bereiche radioaktiven Strahlungen ausgesetzt. Euer Charakter ist dem jedoch mit der bereits angedeuteten Atemmaske ausgestattet, die Artjom in diesen Momenten davor schützt. Wie im echten Leben wird die Maske mit Filtern verwendet, die nach kurzer Zeit gewechselt werden müssen. Sind nach einer bestimmten Zeit keine Filter mehr vorhanden, segnet euer Charakter das Zeitliche.
Die radioaktiven Orte werden durch auffälliges Atmen und Kratzgeräusche gekennzeichnet. Solltet ihr eins davon wahrnehmen, müsst ihr sofort die Maske aufsetzen. 

Seid ihr mal nicht auf Erkundungstour oder in hitzige Kämpfe verwickelt und spricht mit einem NPC werden des Weiteren diverse Interaktionsmöglichkeiten angeboten. Egal ob geraucht, getrunken oder Gitarre gespielt wird: Sicher ist, dass es das Spiel definitiv lebendiger macht und seinen Teil zum Flair beiträgt. 

Realistisches Waffengefühl 

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Titels ist das Waffensystem. Gerade in Metro Exodus wurde dies sehr realistisch nachempfunden. Ihr schießt somit nicht einfach nur drauf los, sondern müsst gelegentlich eure Waffen nach starkem Verbrauch an einer Werkbank säubern. Damit wird vermieden, dass sich die Waffen abnutzen und später unbrauchbar werden. Das gleiche gilt für eure Atemmaske. Steckt ihr viele Treffer ein, während eure Maske aufgesetzt ist, nimmt diese Schaden und muss im Anschluss wieder an einer Werkbank repariert werden.
An einer Werkbank bietet sich die Möglichkeit Waffen mit gefundenen Verbesserungen wie anderen Läufen, Magazinen oder Visiere auszustatten. Zudem könnt ihr dort auch gefundene Ausrüstung anlegen oder Munition herstellen. Ist gerade mal keine Werkbank in der Nähe, lässt sich das Wichtigste auch unterwegs an eurem Rucksack herstellen. Es lässt sich zwar nicht jede Art von Munition unterwegs kreieren, aber Medkits sowie Filter sind kein Problem. Auch schön ist, dass sich an eurem Rucksack alle gefundenen Waffenteile problemlos anlegen lassen. So muss nicht immer zwingend die nächste Werkbank aufgesucht werden, wenn man gerade mal in der Not ist. Nach einer Zeit sollten allerdings trotzdem mal die Waffen gesäubert werden und das geht nur an diesen Stellen. 

An einer Werkbank könnt ihr eure Waffen säubern, Munition herstellen, Waffenteile anbringen, Ausrüstung anlegen und reparieren.

Um diverses Zeug überhaupt anzufertigen zu können, benötigt man allerdings Crafting Materialien. Überall in der Welt von Metro Exodus liegen daher Metalle und Chemikalien rum, die es zu sammeln gilt. Allzu viel sollte man davon jedoch nicht erwarten. Das Craftingsystem ist aufgrund von 2 zu findenden Materialarten sehr grob und einfach gehalten. Dadurch bleibt das Spiel aber übersichtlich und fokussiert sich nicht zu stark auf das Sammeln von Materialien.
Gefundene Waffen sollten auch immer zerlegt werden, um Metalle, Waffenteile und Munition zu erhalten. 

Technik 

Die Technik in Metro Exodus ist beides: Grafisch wunderschön und stellenweise problematisch. 

Wie bereits erwähnt glänzt das Spiel durch wunderschöne Grafik und das nicht nur auf PC, sondern auch auf einer Playstation 4 Pro. Es ist unheimlich detailreich und verzaubert durch wunderschöne Lichteffekte als auch unterschiedliche Texturen. Jedes Kapitel bietet zudem neue Mutanten und wartet mit einer tollen Soundkulisse auf. Dadurch wirkt der Titel enorm atmosphärisch und reist jeden Spieler mit sich.
Die FPS bleiben ebenfalls konstant. Im gesamten Spielverlauf konnte ich auf meiner Playstation 4 Pro keine Framedrops feststellen.
Darüber hinaus werden die Videosequenzen grundsätzlich aus der Ich-Perspektive betrachtet und gehen daher wieder nahtlos in das Gameplay über. Aus diesem Grund kann man sich besser mit dem Charakter identifizieren und alles wirkt etwas realistischer. 

Trotz all den guten Punkten gibt es auch etwas Negatives zu berichten.
Metro Exodus leidet noch unter diversen Spielebugs. Nicht selten kam es vor, dass der gute Artjom an leichten Erhöhungen festklemmte, sich nicht an den niedrigsten Felsen hochziehen wollte oder auf einmal unter die Erde fiel, nachdem ein fliegender Mutant ihn auf den Boden geworfen hat. Dass Gegenstände plötzlich durch die Luft schweben, ist im Spiel ebenso keine Seltenheit mehr.
Auch die KI ist stellenweise durch das erwähnte “direkte Entdecken” äußerst fragwürdig und sollte dahingehend nochmal überarbeitet werden. Im Zug kam es in ein paar wenigen Situationen außerdem zu lästigen Tearingproblemen, was sich aber noch im Zaun halten lässt und den Spielfluss somit nicht zu stark einschränkt. 

Ein weiterer großer Minuspunkt sind die Ladezeiten. Steigt man neu ins Spiel ein, darf man schonmal bis zu 4 Minuten warten ehe man ins Spiel gelassen wird. In der Zeit kann man sich noch gemütlich einen Kaffee machen und auf Toilette gehen. Dass die Gespräche und Videosequenzen auch etwas unter dem stummen Artjom leiden, habe ich ja bereits oben erwähnt.

Wertung im Einzelnen
Story
9
Gameplay
9
Inhalt & Umfang
8
Grafik & Technik
7
Atmosphäre
9
Sound
9
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Lexrer
Hallo zusammen, mein Name ist Alex, bin derzeit 24 Jahre alt und lebe derzeit im Ruhrgebiet in der schönen Wasserstadt Mülheim an der Ruhr. Zu meinen Hobbys gehören u.a. Sport, Kino, Videobearbeitung und natürlich das Spielen, Informieren und Konsumieren von Videospielen aller Art. Ich freue mich euch jederzeit mit den spannensten Neuigkeiten aus der Gaming Branche zu versorgen. :) Gamer bin ich seit meiner Kindheit und nutze seit jeher hauptsächlich die Playstation als Platform. Falls Fragen bestehen, könnt ihr mich gerne kontaktieren. Genres: Action, Horror, Shooter, Adventure, RPG, Online Gaming, Beat Em Up, MMO, Walking Simulator, ...