Als Spitzenklassemodell unter den Bluetooth Kopfhörer mit ANC (Active Noise Cancelling) Feature sind zwei Geräte immer wieder in Diskussion gebracht worden. Dabei handelt es sich einerseits um den Sony WH-1000XM2 und andererseits um den Bose QC35 II Kopfhörer. Sonys Variante wurde viel für seinen mangelnden Komfort, das mittelmäßige ANC und ein Grundrauschen bei eingeschalteter Noise Cancelling Funktion kritisiert. Seit September 2018 legt der Hersteller nun mit dem neusten Modell Sony WH-1000XM3 nach und möchte diese Punkte überarbeiten. Ob ihnen das gelungen ist und wie sich die neuen Kopfhörer gegen die Konkurrenz schlagen, erfahrt ihr im Test. 

Hervorragendes ANC und Ambient Sound 

Was sich definitiv als besser herausstellt ist die überarbeitete Noise Cancelling Funktion. Unter ANC (Active Noise Cancellation) versteht man eine aktive Geräuschunterdrückung, die mithilfe von 5 Mikrofonen und einem daraus erzeugten Gegenschall realisiert wird. Umgebungsgeräusche werden bei diesen Kopfhörern bis auf ein Minimum reduziert, sodass man sich voll und ganz auf die Musik konzentrieren kann. Natürlich kommt das wieder auf den Einsatzzweck an. Man darf von der Technik nicht erwarten, dass es die laute Stimme des Sitznachbarn, Bohrarbeiten des Nachbarn oder Motorengeräusche der Autos unhörbar macht. Diese werden lediglich etwas gedämpft, sind aber durchaus noch wahrnehmbar. Vielmehr werden Töne einer niedrigen Frequenz wie beispielsweise die Lüftung in einem Fenster-losen Badezimmer oder Brummgeräusche bei einer Zugfahrt perfekt unterdrückt. Auch bei dumpfen in die Wohnung hallenden Stimmen der Nachbarn, wenn diese mal wieder Besuch empfangen, schafft der Kopfhörer Abhilfe. Kurz gesagt werden leise Geräusche und niedrige Frequenztöne gut gefiltert, während extremer Lärm oder unregelmäßige Klänge nur leicht gedämpft werden.
Der Hersteller hat aber nicht nur an der Stärke des ANC gebastelt, sondern auch das Grundrauschen fast komplett entfernt. Im Gegensatz zum Konkurrenzmodell eines Bose QC35, vernimmt man beim WH-1000XM3 so gut wie kein Rauschen mehr, wenn ANC eingeschaltet ist. Dieses ist nur ein wenig zu hören, wenn man sich in einem komplett stillen Raum befindet und die ANC Funktion einschaltet. Man muss sich aber schon konzentrieren, um hier etwas erkennen zu können. 

Wer allerdings Musik hören möchte und seine Umwelt noch mehr wahrnehmen möchte, nutzt die Ambient Sound Funktion. Damit ist es möglich die Umgebungsgeräusche noch deutlicher zu hören. Man kann somit zum Beispiel den Klang laut aufdrehen und bekommt das Klingeln an der Haustüre dennoch mit. 

Die Sonderfunktionen wie Active Noise Cancelling und Ambient Sound können sich bei dem Gerät durchaus sehen lassen. Die Kopfhörer gehören mit zu den besten, was man im ANC Segment erwarten kann.

Apropos Klang: Der Klang kann sich zwar nicht mit Kabel-gebundenen Kopfhörern messen, ist aber trotzdem sehr gut gelungen. Bass lastige Musik kann über die Sony Headphones ohne Probleme bei einer schönen Qualität genossen werden. Natürlich ist der Klang Geschmackssache. Die einen greifen lieber zum Bose und andere wiederrum können sich nicht mehr vom Sony trennen. Für meinen Geschmack tun sich hier beide Modelle nicht viel und bieten für Bluetooth Kopfhörer einen einzigartigen Sound. 

App erweitert Funktionalitäten 

Die App “Sony | Headphones Connect” bietet sogar noch mehr Möglichkeiten den Sound zu beeinflussen. Per Touchscreen könnt ihr demnach einfach an den Reglern spielen und so das eigene Erlebnis verbessern. Auch die Intensität des ANC lässt sich beliebig über die App einstellen, was sich als besonders hilfreich herausstellt.
Außerdem bietet Sony die Möglichkeit über die App Firmwareupdates für das Gerät herunterzuladen, die Ausschaltzeit anzupassen, die Funktion des ANC Knopfes zu ändern oder den Klangmodus zu wechseln. Wer sich für die Kopfhörer entscheidet, sollte auf die App nicht verzichten. Diese ist kostenlos für Android und Apple Geräte verfügbar.
Folgendes Video gibt euch einen Einblick wie das Ganze funktioniert. 

Mängel in Bluetooth Qualität 

Nicht so gut gelungen ist die Bluetooth Funktionalität. Während Konkurrenzprodukte ohne Weiteres mehrere Verbindungen gleichzeitig zulassen und man per Tastendruck einfach dazwischen wechseln kann, ist das Sony Modell auf eine begrenzt. Möchte man also die Sony Headphones mit einem anderen Gerät verbinden, muss zunächst die aktuelle Verbindung manuell getrennt werden. Zudem kommt, dass man sich stellenweise eigenständig wieder mit dem Bluetooth Zuspielgerät verbinden muss, nachdem das Gerät einmal ausgeschaltet wurde. Demnach erkennt der Sony WH-1000XM3 nicht immer automatisch das zuletzt verbundene Gerät. Daraus lässt sich erschließen, dass ein wenig Aufwand mit dem Einrichten der Bluetooth Connections nötig ist, um diese in vollem Umfang nutzen zu können. 

Die Reichweite des Geräts kann sich mit anderen Geräten der Premiumklasse messen und ist durchaus ausreichend. 

Positiv zu vernehmen ist, dass dieses Modell mit Bluetooth 4.2 ausgestattet ist, während der direkte Vorgänger nur 4.1 unterstützt hat. 

Touchpad als Design-Feature 

Sony zeigt, dass sie in der Zukunft des Touchpads angekommen sind und verbauen solch eine Funktionalität direkt in ihre Kopfhörer. Mit leichten Streich- und Tippbewegungen auf der Oberfläche der rechten Ohrmuschel kann zwischen Songs auf einer Playlist navigiert, Musikstücke angehalten oder die Lautstärke beeinflusst werden. 

Das Touchpad bereichert die Bedienungs-Funktionalität ungemein. Lästiges Knöpfchen-Drücken entfällt somit fast komplett.

Auf der linken Seite sind zwei Knöpfe angebracht, die zwischen ANC, dem normalen Modus und Ambient Sound wechseln sowie den Akkustand des Gerätes abfragen oder es ein- und ausschalten.
Durch den Einsatz des Touchpads werden weitere unnötige klappernde Tasten nahezu komplett ausgelassen und sich somit nur auf die wichtigsten Knöpfe begrenzt. 

Leider gibt es bei einigen Personen ein Fehlverhalten, das die Funktionalität des Touchpads bei niedrigen Temperaturen einschränkt. Aufgrund aktuell milder Temperaturen konnte ich dieses Verhalten während des Testverlaufs allerdings nicht feststellen. Ob in Zukunft ein Firmwareupdate geplant ist, welches diese Eigenart beheben soll, bleibt abzuwarten. 

Ein Nachteil bringt das Touchpad aber mit sich: Man sollte darauf achten, dass man beim Abnehmen des Gerätes nicht zufällig auf das Sensorfeld gelangt, da ansonsten versehentlich gewisse Funktionen versehentlich ausgeführt werden. Ausschalten lässt sich das Touchpad leider nicht. 

Angenehmer Komfort 

Bisher konnten die Bose QC35 hier den Punkt erzielen. Die Sony WH-1000XM2 waren auf langer Dauer nicht sehr bequem. Das ist ein Aspekt, den das neue Modell WH-1000XM3 in Angriff genommen und ordentlich an der Bequemlichkeit gefeilt hat. Mittels weicherer Polster wird der Tragekomfort deutlich angenehmer. Selbst nach mehreren Stunden vernimmt man keinen zu großen Druck an den Ohrmuscheln. Dennoch muss auch gesagt werden, dass immer noch die Innenpolster von den Ohren berührt werden. Hier hat der Bose den Vorteil, der über extra auf die Ohrmuschelform angepasste Innenhöhlen verfügt. Nichts desto trotz können nun auch die Sony Headphones über einen größeren Zeitraum getragen werden, ohne befürchten zu müssen, dass sie zu stark drücken. 

Auch die Bügel zwängen sich nicht zu stark um den Kopf, sitzen je nach Einstellung aber wiederum fest genug, um nicht direkt vom Kopf zu fallen. Die Polsterungen um die Ohren und den oberen Kopfbereich sind mit Kunstleder umhüllt und vermitteln ein angenehmes Tragegefühl. 

Die Polsterung ist sehr weich und drückt nicht zu stark am Kopf. Der Einsatz von Kunstleder trägt zum schönen Design bei und liegt angenehm an.

Was die Akkulaufzeit betrifft, gibt Sony eine maximale Laufzeit von bis zu 30 Stunden an. Diese Angaben haben sich im Verlauf des Tests nicht ganz bestätigt. Eine Laufzeit von 20 – 25 Stunden konnte aber dennoch mit eingeschaltetem ANC gehalten werden. Erfreulich ist, dass der Akku innerhalb von 3 Stunden bereits vollgeladen ist. Wer allerdings nicht gleich 25 Stunden am Stück hören möchte, kann das Gerät aber auch nur eine halbe Stunde laden lassen. Das reicht schon für ein paar weitere Stunden völlig aus. 

Im Lieferumfang ist neben dem USB-C Ladekabel auch ein 1,2m langes Klinkenkabel enthalten, um die Kopfhörer auch am Klinkenanschluss zu betreiben. Wer das Gerät einschaltet, kann dann auch weiterhin die ANC oder Ambient Sound Features während des Kabelbetriebs genießen. Hinzu kommt ein Doppel-Klinken-Adapter für In-Flight-Entertainment-Systeme in Flugzeugen.
All das ist in einer qualitativen Tasche verpackt. Diese sieht nicht nur schön aus, man kann die Sony WH-1000XM3 auch damit unbeschadet überall mit hinnehmen, um sie problemlos unterwegs zu nutzen. 

Die Kopfhörer werden in einer schönen Tasche verpackt. Diese enthält ein USB-C Ladekabel, ein Klinkenkabel und einen Adapter für In-Flight-Entertainment-Systeme in Flugzeugen.

Schickes Äußeres 

Durch weichere Polster und den Einsatz von Kunstleder punktet nicht nur der Komfort, sondern auch das Design. Dieses ist schön schlicht gehalten und wird nicht durch große protzige Logos oder aufdringliche Schriftzüge verunstaltet. Das Modell gibt es in 2 Farbvarianten: Silber und Schwarz. Beide werden durch einen kleinen goldenen “Sony” Schriftzug geziert, der auf den Bügeln platziert ist. Auch die Anschlüsse für die Kabel sind in einem leichten Goldton gehalten. Die Nutzung eines weiteren Farbtons bringt mehr Varianz in die Farben und macht die Kopfhörer ansehnlicher, ohne dabei zu stark hervorzustechen.  

Das Design ist ebenfalls gut gelungen. Ein hauch Gold am Logo und den Anschlüssen sorgt für zusätzliche Farbvarianz.
Wertung im Einzelnen
Active Noise Cancelling
10
Klang
9
Bluetooth Funktionalität
8
Komfort
9
Design & Ausstattung
9
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Lexrer
Hallo zusammen, mein Name ist Alex, bin derzeit 24 Jahre alt und lebe derzeit im Ruhrgebiet in der schönen Wasserstadt Mülheim an der Ruhr. Zu meinen Hobbys gehören u.a. Sport, Kino, Videobearbeitung und natürlich das Spielen, Informieren und Konsumieren von Videospielen aller Art. Ich freue mich euch jederzeit mit den spannensten Neuigkeiten aus der Gaming Branche zu versorgen. :) Gamer bin ich seit meiner Kindheit und nutze seit jeher hauptsächlich die Playstation als Platform. Falls Fragen bestehen, könnt ihr mich gerne kontaktieren. Genres: Action, Horror, Shooter, Adventure, RPG, Online Gaming, Beat Em Up, MMO, Walking Simulator, ...