Releasetermin: 19.02.2019

Medientyp: Blu-ray Disc, Download, Modul (Switch)
Genre: Visual Novel
Entwickler: 5pb.
Herausgeber: Spike Chunsoft, Ravenscourt

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Steins;Gate gehört zum Bekanntesten, was das Visual Novel-Genre zu bieten hat. Der Titel, der erstmals 2009 für Xbox 360 veröffentlicht wurde, zog eine sehr erfolgreiche Anime-Serie, Merchandise aller Art und weitere Videospiele nach sich. Mit Steins;Gate Elite ist nun eine neue Videospiel-Umsetzung auf den Markt gekommen. Dabei handelt es sich allerdings um kein neues Spiel, sondern vielmehr um ein Remake des Originals. Was genau es mit Steins;Gate Elite für PS4, Nintendo Switch und PC auf sich hat, verrate ich euch in meinem Review.

El Psy Kongroo

Ich will nicht allzu viele Worte über die Geschichte von Steins;Gate verraten. Zum einen hat das Original mittlerweile so viele Jahre auf dem Buckel, dass die meisten zumindest schon einmal von der Reihe gehört haben dürften. Zum anderen ist bei solch storylastigen Titeln jede Information eine zu viel – man möchte im Vorfeld möglichst allen Spoilern aus dem Weg gehen. Das Spiel dreht sich um den “Mad Scientist” Hououin Kyouma, der in seinem “Future Gadget Lab” inmitten von Akihabara, Tokyo, der Klärung naturwissenschaftlicher Phänomenen nachgeht. Mit seinem “Lab Members” hat der sonderbare Protagonist schon diverse Gadgets angefertigt, die bisher jedoch weniger erfolgreich waren. Im Vordergrund der Geschichte steht allerdings das Konzept von Zeitreisen, das die Figuren im Laufe der Handlung erkunden. Mehr möchte ich eigentlich nicht erzählen. Wer grundsätzlich Interesse an Zeitreisentheorien hat und Sci-Fi-Fan ist, sollte sich einfach auf das atemberaubende Erlebnis einlassen.

Zugegebenermaßen ziehen sich die ersten Stunden etwas. Nach einem interessanten Auftakt braucht die Handlung ein wenig, um in Fahrt zu kommen. Auch die schräge Hauptfigur kann zunächst befremdlich wirken. Ich gewöhnte mich allerdings sehr schnell an den komischen Kauz und kann euch versprechen, dass er im Laufe der Story eine ernsthafte Entwicklung durchmacht. Dranbleiben lohnt sich also! Als Visual Novel konzentriert sich das Spiel darauf, seine Geschichte zu erzählen. Seichte Interaktionsmöglichkeiten sind dennoch geboten, die darüber entscheiden, welche Storyroute man einschlägt. Dies geschieht mit Hilfe eines Mobiltelefons. Im Laufe der Handlung erhält Hououin Kyouma immer wieder Nachrichten. Der Spieler kann entscheiden, auf welche Schlagwörter man antworten möchte. Häufig ist es auch möglich, keine Antwort zu geben und eine Nachricht zu ignorieren, was ebenfalls den Storyverlauf beeinflussen kann.

Spielbarer Anime mit toller Präsentation

Steins;Gate Elite erzählt zwar nach wie vor dieselbe Geschichte, zeigt sich aber in einem anderen Gewand. Während das Original hauptsächlich mit Stillbildern gearbeitet hat und lediglich die Münder der Figuren beim Sprechen animiert waren, nutzt Elite Szenen aus dem Anime für eine hochwertige Präsentation. Die Animationen wurden perfekt auf die Visual Novel abgestimmt und laufen für einen besseren Lesefluss teils langsamer ab als im Anime. Extra für das Spiel wurden zudem einige Szenen, die nicht im Anime stattfinden, neu angefertigt. Während der Anime nämlich nur einen Handlungsstrang (das “True Ending”) erzählt, bietet das Spiel durch seine Entscheidungsmöglichkeiten mehrere Routen und insgesamt sechs Enden.

Von den ersten Minuten an war mir klar: Ich habe noch nie solch eine tolle Präsentation in einer Visual Novel erlebt. Das fängt an bei den stylischen Menüs, die für jene in Persona 5 zur echten Konkurrenz werden. Den Satz “wie ein spielbarer Anime” habe ich sicherlich schon häufiger erwähnt. Noch nie aber traf er besser auf einen Titel zu. Die Anime-Szenen bringen den Lesestoff fantastisch herüber und lassen die Ereignisse dynamischer denn je wirken. Ich war im Vorfeld skeptisch, bin nun aber durchaus überzeugt. Wer sich zwischen Spiel und Anime nicht entscheiden kann, bekommt hier einen tollen Kompromiss geboten.

Nicht in allen Belangen verbessert

Die Umsetzung von Entwickler 5pb. kommt allerdings mit zwei großen Problemen daher. Zum einen wurde nicht der gesamte Inhalt des Originalspiels verwertet. Einige der alternativen Storyrouten wurden vom Animationsstudio White Fox brandneu animiert, andere wurden leider ausgelassen. Für Neulinge, die das ursprüngliche Spiel nicht kennen, mag dies weniger dramatisch sein. Fans des Steins;Gate Universums werden allerdings enttäuscht sein, da in Elite ein Charakter aus einem der alternativen Handlungsstränge gar nicht auftaucht. Das zweite Problem sehe ich in der Anime-Präsentation. So dynamisch und hochwertig sich das Geschehen auch anfühlt, hat mir der Grafikstil von Steins;Gate schlicht besser gefallen. Anbei habe ich euch einen Vergleich zwischen Steins;Gate auf der PS Vita und Steins;Gate Elite auf Nintendo Switch angefertigt. Welche Optik findet ihr besser? Die Präsentation ist in Elite zwar fantastisch, doch die Ästhetik des Originals ist und bleibt etwas Besonderes.

Ich habe auf der Nintendo Switch gespielt. Die Version hat mir sehr gut gefallen und ist klasse umgesetzt. Allen voran die vielen Optionen (Geschwindigkeit des automatischen Textdurchlaufs, Transparenz des Textfensters, Lautstärke der Stimmen und Soundeffekte) sehe ich in einer Visual Novel gerne. Mich hat allerdings gestört, dass die Switch-Fassung keine Nutzung des Touchscreens macht. Zum Weiterschalten des Textes müssen Knöpfe gedrückt werden, sofern man nicht den Auto-Modus aktiviert hat. Bei Spielen des Genres habe ich auf der Vita und der Switch eigentlich gerne, dass ich auch per Bildschirmberührung den nächsten Text angezeigt bekomme. Ich hoffe, dass dieses simple Feature eventuell durch einen Patch nachgereicht wird.

Bonusspiel inkludiert – Steins;Gate Linear Bounded Phenogram oder ein 8bit-Abenteuer

Steins;Gate Elite wird mit einem Bonusspiel ausgeliefert. Je nach Plattform erhalten Käufer entweder einen Downloadcode für Steins;Gate Linear Bounded Phenogram (PS4 und PC) oder für 8bit Steins;Gate (Nintendo Switch). Schade, dass man somit vor der Qual der Wahl steht, wenn man mehrere Plattformen besitzt. Schade auch, dass die Bonusspiele nicht wirklich einen vergleichbaren Inhalt bieten. Linear Bounded Phenogram ist eine vollwertige Visual Novel, die euch mindestens 15-20 Stunden abverlangt. Sie ist vor mehreren Jahren bereits in Japan erschienen und ist nun erstmals lokalisiert als HD-Remaster verfügbar.

Steins;Gate 8bit wurde hingegen speziell für den Release von Steins;Gate Elite angefertigt, ist nur rund 60-90 Minuten lang. Es gibt nicht einmal eine Speicherfunktion. Das 8bit-Abenteuer ist sehr charmant umgesetzt und eine wirklich nette Dreingabe. Dennoch finde ich, dass die Aufteilung der Bonusinhalte nicht gerade gut gelöst wurde. Gerne würde ich nämlich auch Linear Bounded Phenogram auf der Switch erleben können, ebenfalls sicherlich PS4- und PC-Spieler genauso den 8bit-Titel. Hoffentlich landen die fehlenden Spiele auf den jeweils anderen Plattformen auch noch im digitalen Shop zum Kauf.

 

Wertung im Einzelnen
Story
9.5
Optik und Präsentation
9
Sound
9
Umfang
8.5
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Dominik
Hey Leute, ich bin der Dominik, Redakteur, und stürze mich für euch gerne in die aktuellsten News und Reviews der PS4 :)