Releasetermin: 23.04.2019

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: Beat’em Up
Entwickler: Netherrealm Studios, QLOC, Shiver
Herausgeber: Warner Bros. International Enterprises

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Mit Mortal Kombat 11 erschien bereits der elfte Ableger der brutalen Prügel-Reihe. Im neusten Teil wird Story-Modus und ein innovatives sowie rabiates Kampfsystem wieder großgeschrieben. Es werden einige Neuerungen in den Kämpfen als auch den unterschiedlichen Modi versprochen. Wie das umgesetzt wurde und, ob es den Erwartungen gerecht wird, erfahrt ihr im Test. 

Tritt, Schlag, Kombo, Knochenbruch 

Zunächst möchte ich mal auf den wichtigsten Faktor des Spiels eingehen: Das Kampfsystem. Wie man es aus der Mortal Kombat Serie gewohnt ist, geht es auch in Teil Elf ordentlich gewaltsam zu. Da wir es hier seit über 10 Jahren erstmals in Deutschland mit einer ungeschnittenen und ungekürzten Fassung der Reihe zu tun haben, kommen die Splatter Effekte ordentlich zur Geltung. Hier und da seht ihr eigentlich in jedem Kampf Knochenbrüche oder Blutspritzer aller Art. Das verleiht den Kämpfen ein äußerst befriedigendes Gefühl, wenn man seinen Widersacher förmlich auseinandergenommen hat. 

Auch im neusten Teil hauen sich somit Spieler somit on- oder offline ordentlich Kombos um die Ohren. Jeder der momentan insgesamt 25 Charaktere hat eigene Angriffe und Kombos auf Lager, die sich pro Kämpfer mit einer anderen Tastenkombination ausführen lassen. Dabei spielt jede Taste eine wichtige Rolle. Sowohl Viereck und Dreieck als auch die Kreis- und X-Taste sind für Angriffe vorgesehen. Das Steuerkreuz bzw. der linke Analogstick ist neben dem Bewegen des Charakters auch für andere Angriffe relevant. Ihr gebt damit vor, aus welche Richtung der Schlag oder Tritt kommen soll und geht somit gegen das Blocken des Gegners vor. Blockt dieser in einer stehenden Position, hilft beispielsweise ein Angriff von unten. Es ist aber auch möglich Griffe gegen den Block einzusetzen, die mit der L1 Taste ausgeführt werden.
Außerdem leiten alle Tasten Kombos der Kämpfer ein. Da aber wie oben erwähnt pro Charakter andere Kombos verwendet werden, ist nicht jede Taste automatisch eine Kombo. Ein wildes Button Mashing funktioniert nicht. Jeder Kämpfer nutzt andere Tastenkombinationen für Kombos. Somit ist bei manchen Viereck – Dreieck – Kreis eine Kombo, während andere dann nur einen einzigen Schlag lassen würden und zwar in dem Fall den von Viereck. In Mortal Kombat steht deshalb die Technik in den Kämpfen an oberster Stelle. Wer seine Angriffe lernt, weiß diese nutzen zu können und kann im Kampf ordentlich triumphieren. Um sich mit jedem Charakter auseinander zu setzen, hat das Spiel ein ausführliches Tutorial in Petto. 

In Mortal Kombat 11 reiht ihr komplexe Kombos aneinander, die pro Charakter unterschiedlich ausgeführt werden.

Übung macht den Meister 

Die Tutorials teilen sich in Grundlagen und fortgeschrittene Techniken auf. Als Scorpion wird euch jede einzelne Sonderregel und Technik in kleinen Schritten beigebracht. Auf dem Screen könnt ihr die Tastenkombination einsehen und euch sogar eine Preview der Kombo anzeigen lassen. Wer den Befehl erfüllt, lernt den nächsten Schritt. Am Ende eines Tutorials winken Belohnungen wie neue Anpassungsgegenstände. 

Ausführliche Tutorials erklären euch das Spiel Schritt für Schritt.

Diese Tutorials eignen sich sehr gut, damit auch Anfänger in das System von Mortal Kombat reinkommen können. Wer aber viel lieber die Kombis der einzelnen Charaktere lernen möchte, kann das ungehindert tun. Das Spiel bietet euch eigene Tutorials pro Charakter an. Dort habt ihr die Möglichkeit, alle Kombos und Spezialaktionen des Kämpfers zu testen und euch einzuverleiben. In einem separatem Trainingsmodus kann gelerntes noch weiter ausgefeilt werden. 

Der Titel fordert eine gewisse Technik und diese ist für Anfänger sicherlich zu Beginn schwer umzusetzen. Dank der sehr ausführlichen und gut ausgearbeiteten Tutorials werden aber auch diese Gruppe von Spieler perfekt abgefangen und in die Prinzipien von Mortal Kombat eingeführt.  

Lieblingscharakter gefunden? Gut dann schnappt ihn euch und erlernt all seine Spezialitäten. Das Spiel hilft euch dabei.

Brutalität kennt keine Grenzen 

Für noch mehr Brutalität sorgen Fatalities oder Spezialaktionen. Letztere sind erneut individuell auf den jeweiligen Charakter angepasst und können durch diverse Buttonkombinationen verwendet und sogar mit der R1 Taste in einigen Fällen verstärkt und erweitert werden. Diese helfen dem Spieler meist aus brenzligen Situationen und sehen nochmal eine Ecke hübscher aus, kosten aber auch Energie aus eurer Spezialleiste.
Am unteren linken Rand des Interfaces seht ihr einen vertikalen und horizontalen Balken, der zu Beginn eines Kampfes gefüllt ist. Je nach Spezialaktion wird dieser Balken geleert. Man kann somit nicht durchgängig spezielle Projektile spammen oder starke Nahkampfangriffe ausführen, was das Spiel gut ausbalanciert.  

Wie schon beim Vorgänger könnt ihr in Mortal Kombat 11 die Umgebung zu eurem Vorteil nutzen. Dazu findet ihr auf jeder Map einige Gegenstände, die ihr gegen euren Gegner verwendet und in einige Situationen sogar eine coole kurze Animation hervorruft. Es lässt sich aber auch von einigen Punkten abspringen, um so hinter den Widersacher zu gelangen oder sich aus verzwickten Ecken zu befreien. So wird die Map prima ins Gameplay integriert und verschafft Spielern einen strategischen Vorzug. 

Nutzt die Umgebung zu eurem Vorteil und zeigt dem Gegner, wie es richtig geht. Ein herum liegender Speer erweist sich hier als äußerst nützlich.

Fatalities und Brutalities sind natürlich wieder mit von der Partie und sehen noch cooler aus denn je. Am Ende eines Kampfes kommen diese zum Einsatz, um den Feind gänzlich hinzurichten. Wie man es von Mortal Kombat kennt, muss für jeden Charakter eine Folge von Richtungstasten direkt gefolgt von einer Aktionstaste betätigt werden, um eine kurze, aber sehr gewaltsame Sequenz zu starten, der den Gegner in seine Einzelteile zerlegt. Wer die Fatalities trainieren möchte, kann dies übrigens in einem dafür vorgesehenen Modi nach Belieben mit Anzeige der Tastenkombi üben.
Komplett neu sind jedoch die sogenannten Fatal Blows. Diese Fatalitie ähnlichen Aktionen können einmal pro Match ausgeführt werden, wenn der eigene Lebensbalken im roten Bereich angekommen ist. Mithilfe der R2 und L2 Taste greift ihr euren Gegenspieler und es folgt eine kurze rabiat inszenierte Videosequenz, die die Lebensbalken des Feindes auf ein Minimum reduziert. Dadurch können zurückliegende Spieler ein großes Comeback starten und so das Match wieder drehen. Die Fatal Blows sind eine Bereicherung für das Spiel und sind auch nach dem X-ten Male noch spannend anzusehen. 

Fatal Blows sind brutale Attacken, die mächtig Schaden austeilen. Sie verleihen den Kämpfen das fehlende Sahnehäubchen.

Ein nettes Gimmick sind auch die Krushing Blows. Darunter versteht man kurze Animationen, die durch gewisse Kombos unter bestimmten Voraussetzungen aktiviert werden. Landet man einen Krushing Blow, zoomt die Kamera an das betroffene Körperteil des Gegners heran und man sieht in Zeitlupe Knochen brechen. Das ist nicht nur ein sehr gut aussehendes Style Feature, sondern macht auch noch deftig Schaden. Im Vergleich zum Vorgänger laufen diese Events nicht mehr zufällig und werden durch diverse Kombos freigesetzt. Jeder Krushing Blow kann aber nur ein Mal pro Match verwendet werden. 

Krushing Blows sind nicht mehr zufällig und lassen sich mit bestimmten Kombos auslösen. Das sind stylische Angriffe, die der Gegner deutlich zu spüren bekommt.

Insgesamt macht das Spiel in Punkto Kampfsystem alles richtig und liefert diverse Neuerungen, die es zu einem einzigartigen Erlebnis machen. Dank der Neuerungen merkt man Mortal Kombat 11 an, dass es viele Kritikpunkte aus dem Vorgänger wieder verbessert hat. Doch so gut das Kampfsystem auch abschneidet – Wie sieht es mit der Story aus? 

Gut vs Böse – Gegenwart vs Vergangenheit 

Bekannterweise kann der Story Modus in Beat Em Ups nicht mit denen aus Adventure Games mithalten. Mortal Kombat hat sich über die Jahre aber trotzdem eine verzwickte Story aufgebaut, die sogar das Zeitreisen anspricht. Der neuste Teil setzt auf die Geschehnisse der Vorgänger an und stellt euch vor den bisher mächtigsten Gegenspieler der Serie. Kronika, Hüterin der Zeit möchte die Balance zwischen Gut und Böse wiederherstellen und bringt so das Raum-Zeit-Kontinuum durcheinander. Das führt dazu, dass bekannte Charaktere mitsamt deren Persönlichkeiten aus den ersten Teilen in die Gegenwart des neusten Ablegers geraten und so einiges über ihren zukünftigen Werdegang erfahren. Aber nicht nur die Guten, sondern auch frühere Erzfeinde wie Shao Kahn kommen so wieder zurück und stellen sich euch in den Weg. Von da an beginnt ein großer Kampf gegen Kronika und ein Konflikt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. Die Handlung von Mortal Kombat 11 ist durchgängig aufregend und kommt mit einigen Wendungen aus, die man so nicht erwartet hätte. 

Aufgrund der Tatsache, dass wir hier vom bereits elften Hauptteil sprechen und die Story an die Vorgänger ansetzt, werden Neulinge in der Geschichte allerdings sehr schnell abgehangen. Wo Veteranen eine durchaus gelungene und spannende Story mit vielen Twists bekommen, stellen sich Anfänger oft folgende Fragen: Warum ist Liu Kang in der Gegenwart böse? Wer ist Shinnok oder Shao Kahn? Über was für ein vergangenes Turnier sprechen die da? Was ist das für ein Klan und welche Rolle spielt er?
Was man aber dennoch sagen kann ist, dass die Handlung aufregend erzählt wird und das Aufeinandertreffen von zukünftigen Charakteren immer wieder witzig zu beobachten ist – zumal einige Figuren über die Jahre einen großen Charakterwandel mitgemacht haben und so wieder mit ihrem alten Ich konfrontiert werden. 

Die Story ist spannend erzählt und wird durch die Zeitreisen Thematik nochmal richtig interessant. Zudem ist es immer lustig, wenn das zukünftige Ich auf das Vergangene trifft.

Soviel zum erzählerischen Aspekt der Story. Nun komme ich auf den technischen Teil dieses Modi zu sprechen. Der Story Mode von Mortal Kombat 11 kommt mit einer großen Reihe an Videosequenzen daher, die teilweise besser gestaltet und umgesetzt worden sind, als in manchem CGI Film. Die Animationen und Mimiken der Cutscenes sind eindrucksvoll aufgeführt und fühlen sich beim Anschauen sehr zufriedenstellend an. Man fühlt sich teilweise so als wäre man in einem interaktiven Film unterwegs.
Die Handlung ist währenddessen in 10 Kapitel aufgeteilt. Jedes Kapitel liefert eine große Anzahl an Videosequenzen mit jeweils 4 Kämpfen, die der Charakter beschreitet, um den es gerade in dem Abschnitt geht. An dieser Stelle muss ich den Übergang von Zwischensequenzen und Gameplay hoch loben. Der Titel schafft es erneut spannende Videosequenzen zu präsentieren, die komplett ohne Ladezeiten nahtlos ins Gameplay übergehen. Dabei schwenkt die Kamera direkt aus der Cutscene in die Anfangsposition des Kampfes. Ein kurzer Spruch der Charaktere und schon geht die Prügelei los. Sobald ihr den Gegner zu Grund und Boden gestampft habt, schwenkt die Kamera wieder zu eurem Charakter und die Videosequenz wird fortgefahren. 

Die Videosequenzen in der Story sind aufwendig gestaltet und die Choreografie der Kämpfe kann sich sehen lassen.

Selten habe ich ein Kampfspiel mit Storymodus gesehen, der so gut in Szene gesetzt wird und nahezu komplett ohne Ladezeiten auskommt. Egal ob man gerade eine Videosequenz schaut oder einen Feind im Kampf aufmischt – Fakt ist: Es macht Spaß.  

Die Türme als weitere Aktivitäten 

Abseits der Story hat Mortal Kombat 11 aber noch mehr zu bieten. Eines der weiteren Features ist der Towers Modus. Mit einem Charakter eurer Wahl kämpft ihr euch durch eine Reihe von Gegner, um am Ende Kronika in einen Endkampf gegenüberzustehen. Wer den Endkampf gewinnt, wird nicht nur mit neuen Gegenständen belohnt, sondern erfährt auch, was euer Charakter tun würde, wenn er die Macht hätte die Vergangenheit zu verändern. Man kann sich das Ganze ähnlich wie einen Arcade Modus vorstellen. Ihr müsst nach gewonnenem Kampf aber nicht mit den vorherigen verlorenen Gesundheitspunkten weitermachen.  

Die Towers stellen eine Reihe von Kämpfen dar. Nach Abschluss winken Belohnungen für das Anpassungssystem.

Wer nach noch mehr Herausforderungen sucht, kann sich an den Towers of Time versuchen. Dieser Modus funktioniert genauso wie oben beschrieben, wirft aber mit einigen Extras und Behinderungen um sich, die euch den Kampf erschweren. Beispielsweise kommen Modifikatoren zum Einsatz, die eure HP kontinuierlich schwächen oder Bomben vom Himmel regnen lassen. Das System ist ein netter Beisatz zum normalen Towers Mode, bringt aber häufig zum Verzweifeln, wenn man aufgrund von unfairen Behinderungen ständig das Zeitliche segnet. 

Anpassungssystem und Loot-Boxen Gefahr in der Krypta 

Um es sich im Towers of Time Modus einfacher zu machen, können Charaktere mit Items angepasst und verstärkt werden. Hier kommen wir aber nun zum großen Manko des Spiels. In der Krypta könnt ihr per Third-Person Perspektive ein großes Areal entdecken, das voller Kisten auf euch wartet. Inhalt dieser Kisten sind unzählige Gegenstände für eure Kämpfer. Das umfass beispielsweise optische Dinge wie neue Skins, Zeichnungen oder Hintergründe, aber auch Gegenstände, welche eure Attribute steigern. Das Problem hierbei ist allerdings, dass die Kisten in der Krypta schon fast mit Loot Boxen verglichen werden können. Man investiert erhaltene Ingame Währung aus den Kämpfen oder Towers, um die Kisten zu öffnen. Leider kennt man den Inhalt der Kisten aber nicht, da dieser zufällig ist. Ehe ihr euer Lieblingsitem gefunden habt, kann es mit hoher Wahrscheinlichkeit vorkommen, dass ihr alle Coins ausgegeben habt und noch immer nicht das gefunden habt, was ihr möchtet. Ihr habt nun zwei Möglichkeiten: Entweder ihr erspielt euch mehr Coins in den Towers oder ihr gebt Echtgeld dafür aus. Letzteres wird gefühlt durch dieses System leider ein wenig suggeriert. 

Natürlich ist das nur optionaler Content, der euch nicht am Story Modus oder den normalen Gefechten hindert, aber dennoch schade, dass das Ganze auf dem Zufall basiert. 

Wertung im Einzelnen
Story
9,5
Kampfsystem
9,5
Inhalt & Umfang
8,5
Grafik & Performance
8,5
Anpassungssystem
6
Sound
9
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Lexrer
Hallo zusammen, mein Name ist Alex, bin derzeit 24 Jahre alt und lebe derzeit im Ruhrgebiet in der schönen Wasserstadt Mülheim an der Ruhr. Zu meinen Hobbys gehören u.a. Sport, Kino, Videobearbeitung und natürlich das Spielen, Informieren und Konsumieren von Videospielen aller Art. Ich freue mich euch jederzeit mit den spannensten Neuigkeiten aus der Gaming Branche zu versorgen. :) Gamer bin ich seit meiner Kindheit und nutze seit jeher hauptsächlich die Playstation als Platform. Falls Fragen bestehen, könnt ihr mich gerne kontaktieren. Genres: Action, Horror, Shooter, Adventure, RPG, Online Gaming, Beat Em Up, MMO, Walking Simulator, ...