Releasetermin: 14.05.2019

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: Shooter
Entwickler: Avalanche Studios, id Software
Herausgeber: Bethesda Softworks

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Nach knapp 8 Jahren schickt Bethesda mit Rage 2 den Nachfolger des postapokalyptischen Shooters ins Rennen. Teil 1 wurde für seine schwache Story, die interaktionsarme Welt und einige Grafikfehler kritisiert. Mit Rage 2 möchten die Just Cause Macher Avalanche Studios sowie die Doom Entwickler id Software alles besser machen. Die Welt soll bunter, chaotischer und fülliger ausfallen als der direkte Vorgänger. Auch am Shooting-Gameplay soll sich einiges getan haben. In wie fern das zutrifft, erfahrt ihr im Test. 

Fetzende Kämpfe mit chaotischen Fähigkeiten 

Was sofort positiv auffällt ist das fetzige Gunplay, das Rage 2 mit sich bringt. Man startet direkt mit einer Assault Rifle und ballert alles weg, was einem in den Weg kommt. An Splatter Effekten wird auch nicht gespart. Überall platzen Köpfe oder andere Körperteile, was den Impakt der Gefechte steigert. Auch die Soundeffekte hauen ordentlich rein und vermitteln ein überzeugendes Gefühl, mit den heftigsten Waffen des Landes umherzustreifen. 

Zu Beginn des Spiels gibt es nur eine Pistole und die erwähnte Assault Rifle. Auch mit einem Wingstick ausgestattet schnetztelt ihr von Anfang an eure Gegner. Alle anderen Waffen werden im Laufe des Spiels hinzugefügt und fühlen sich unterschiedlich gut an. Die Shotgun verarbeitet Gegner in der Nähe zu Kleinholz und der Raketenwerfer wirkt sich auf gut gepanzerte Feinde aus. Hinzu kommen noch etwas abgedrehtere Waffen wie Impulsgewehre oder ein Revolver, der Fernzünde-Munition verschießt und alles auf Knopfdruck in Brand setzen kann. 

Die Waffen hauen ordentlich rein und klingen wie Waffen klingen müssen.

Neben den Waffen-Arsenal nutzt der Protagonist einen Anzug, welcher euch spezielle Fähigkeiten nutzen lässt. Diese ergänzen die Kämpfe um weitere Möglichkeiten eure Feinde auseinander zu nehmen. Stoßt sie beispielsweise mit einem kräftigen Stoß meterweit durch die Lüfte oder springt in die Höhe und landet einen mächtigen Slam, der Gegner vom Boden reißt. Durch das Verwenden dieser vielen Tricks, hebt sich Rage 2 von gewöhnlichen Shootern ab und die Kämpfe verlaufen wesentlich schneller als auch amüsanter.
Wie eure Waffen, stehen diese Sonderlocken dem Charakter auch nicht von Anfang an zur Verfügung. Im Laufe des Spiels müsst ihr sogenannte Archen finden, und die Fähigkeiten installieren. Die Archen sind überall in der Welt verteilt und lassen sich per Informationen von NPCs finden oder auf eigene Faust suchen. Da sich das Kampfsystem aber äußert befriedigend anfühlt, ist man stets motiviert, diese Stationen zu suchen, um seinen Charakter ständig mit neuen Waffen oder Fähigkeiten zu belohnen.  

Mithilfe eurer Anzug-Fähigkeiten schleudert ihr Feinde meterweit durch die Lüfte.

Das impulsive Gunplay in Kombination mit den besonderen mächtigen Fähigkeiten ist ein gern gesehenes Feature, das die Gefechte durchgehend begleitet und auch auf Dauer nie langweilig wird. Das, verbunden mit den peppigen Soundeffekten und dem wuchtigen Trefferverhalten bei Feindkontakt, macht Rage 2 zu einem intensiven Spiel, das andere Shooter in der Kategorie Gunplay nicht so schnell erreichen. 

Overdrive Boost sorgt für Zerstörung 

Den Höhepunkt erreicht Rage 2 durch den Overdrive Modus. Dieser temporäre Boost verstärkt all eure Waffen, Fähigkeiten und Geschwindigkeiten, was euch einen großen Vorteil gegen starke Feinde und Gruppen ermöglicht. All eure Knarren verändern außerdem den Feuermodus, sodass beispielsweise euer Impulsgewehr nicht überhitzen kann oder die Fernzünde Munition des erwähnten Revolvers direkt bei Kontakt explodiert. 

Befindet ihr euch im Overdrive Modus, zerfleischt ihr eure Feinde wortwörtlich.

Das riesige Arsenal an Power Ups und kranken Waffen nutzen aber leider auch nur bedingt gegen gepanzerte Feinde. Die Rüstung ist teilweise so stark, dass es ein ganzes Magazin der Assault Rifle benötigt, bis die Panzerung durchbrochen ist. Auch nach ganzen 4 vollen Treffern einer Shotgun steht der Feind noch und das auf dem normalen Schwierigkeitsgrad. Positionieren sich zum Beispiel nur 3 Gegner um euch herum, wovon 2 eine stärkere Rüstung haben, verhilft euch nur noch die Flucht und das Repositionieren.
Die Feinde an sich agieren wie man es aus einem Shooter gewöhnt ist. Deckung suchen und angreifen oder verrückt auf euch zu rennen ist das normale Vorgehen. Wer gerne auf Stealth Einlagen steht, muss hier darauf verzichten. Die Widersacher sehen euch sofort ab einer gewissen Entfernung und alle im Lager wissen stets, wo ihr euch befindet. In einzelnen Fällen ist es möglich sie abzulenken, aber das kommt so gut wie nie vor. 

Bosse sowie Minibosse fehlen in Rage 2 aber nicht. Die Bosskämpfe sind spannend designt und verfügen über mehrere Phasen und Taktiken, die man anwenden muss, um zu bestehen.
Auch bei Minibossen hilft sinnloses Draufballern nicht. Oft muss man gewisse Körperregionen zerstören, um Schilde runterzufahren oder ähnliches. Nach einer Weile stellt man allerdings fest, dass die Minibosse sich eigentlich nur aus Ogern zusammensetzen. Was zu Beginn noch neu und spannend ist, wird aber spätestens ab der Hälfte des Spiels zur repetitiven Wiederholungstour. 

Die Hauptbosse sind eine wilkommene Abwechslung, während die Mini-Bosse hauptsächlich aus Ogern bestehen.

Upgrades ohne Ende 

Um später im Spiel gegen die starken Truppen besser zu überstehen, stehen euch jede Menge Upgrades zu Verfügung. Alles, was ihr im Spiel nutzen könnt, kann verbessert werden. Alle Waffen erhalten neue Attribute wie schnelleres Nachladen oder größere Magazine, Fähigkeiten können beispielsweise mehr Schaden austeilen oder die Reichweite/Dauer erhöhen und Projekte stärken die Eigenschaften des Charakters.
Letztere schalten sich im Laufe der Story automatisch frei und versorgen euren Charakter zum Beispiel mit Fähigkeiten wie Granaten zurückwerfen oder passiven Eigenschaften wie erhöhte Inventargröße für u.a. Munition oder Heilungsgegenständen. 

Ihr könnt euch demnach ordentlich an Verbesserungen austoben. Auch jede Menge Fahrzeuge stehen euch im Spiel zur Verfügung, die man ebenfalls um neue Waffen usw. ergänzen kann. 

Großes Ödland – Viel zu tun? 

Mit den Fahrzeugen erkundet ihr die Welt von Rage 2. Neben Walkers “Phönix”, der euch von Beginn an zur Verfügung steht, erhaltet ihr im Laufe des Spiels Bikes, Trucks, Flugdrohnen und mehr. Das Fahrgefühl des Spiels ist aber leider nicht wirklich der Hammer und auch in der Welt gibt es keine richtig interessanten Orte, die zum Erkunden einladen. Triste Wälder, öde Wüsten, sich wiederholende Lagerplätze oder trostlose verwilderte Stadtgebiete stehen an der Tagesordnung. Es gibt zwar vereinzelt interessante Orte wie MBTV, in dem ihr in einer TV Show gegen Horden von Gegnern antretet, der Rennstrecke Chazcar-Derby oder einigen Stadtgebieten, aber diese kann man an einer Hand abzählen. Die Städte fallen jedoch relativ groß aus und sind voller NPCs, Shops, Questgeber oder Informanten. 
Dass der Großteil der Areale nicht so spannend ist wäre aber nicht so schlimm, wenn es wenigstens viel zu tun gäbe. 

Die Welt erkundet ihr zu Fuß und in Fahrzeugen. Leider ist diese relativ trist gestaltet und auch die Nebenaktivitäten lassen zu Wünschen übrig.

Die Tätigkeiten in der Open World sind zwar umfangreicher als im Vorgänger, erfreuen sich aber an der Formel, die mittlerweile jeder kennt und wie in vielen anderen Titeln auf Dauer langweilen. Ca. 5 Arten von Beschäftigungen stehen euch zur Verfügung, die sich ständig wiederholen. Rennen fahren, Banditenlager leerräumen, Türme zerstören, Konvois beseitigen, Straßensperren aufheben oder Archen suchen sind die Nebenaktivitäten, die ihr ständig im Spiel machen werdet.
Die Story-Missionen heben sich natürlich von diesem Prinzip ab, sind aber leider nach wenigen Stunden absolviert. 

Die Belohnungen dieser Tätigkeiten können sich allerdings sehen lassen. Ihr erhaltet Skins für eure Waffen, neue Fähigkeiten und Knarren in den Archen und jede Menge Material für die Upgrades jeglicher Art. 

Rage 2 verschenkt im Design der Aktivitäten und der Welt leider jede Menge Potential, was dem Shooter sicherlich gutgetan hätte. Die repetitiven Missionen und ausdruckslosen Areale ziehen das Spiel sehr in die Länge und motivieren auf Dauer leider nur sehr bedingt. 

Verrückter Humor 

Was den Titel aber besonders macht ist der wahnsinnige Humor. Gerade in den kurz erwähnten Städten finden sich jede Menge NPCs, die komische Gesten ausüben und seltsame Unterhaltungen führen. Es kam nicht selten vor, dass ich mich mit offenem Mund vor dem Bildschirm vorgefunden habe und mich gefragt habe “Welche Phantasie muss man haben, um auf so einen abgedrehten Scheiß zu kommen?!”.  Die Konversationen sind nämlich so vulgär und schräg, dass man sich teilweise einfach nur lachend an den Kopf fassen muss. Ich habe mich öfters neugierig dazu gesellt und der 3er Gruppe zugehört, was sie zu sagen hatten. Heraus kam unter anderem das hier…. 

„Ich habe gehört er hat ihm den Schwanz abgeschnitten und ihn daran ersticken lassen….. Hä, wie soll das denn funktionieren? Ich meine der ist doch nicht groß genug – ihr wisst schon – ohne Blut drin…. Naja, mein Sohn ist mal an einem Würstchen erstickt.“

So ungefähr laufen jede Menge Gespräche ab. Auch wenn das ein wenig stark abgedreht ist, gibt das Rage 2 gepaart mit einer tollen deutschen Synchro und skurril gekleideten Figuren eine besondere Note, die dem Spiel ein einzigartiges Merkmal verleiht.
Um das Ganze nochmal bildlich zu verdeutlichen, habe ich noch folgende Bilder Galerie für euch: 

Stumpfe Story

Die Geschichte in Rage 2 ist der Teil des Spiels, auf den die Entwickler am wenigsten Wert gelegt haben. Sie ist vorhanden, aber wirklich nichts Besonderes. Als letzter Ranger nehmt ihr Rache an der bösen Fraktion die Obrigkeit, die zuvor euren Heimatort angegriffen hat. Tiefgründige Themen wie Verlust, Freundschaft, Familiendramas oder ähnliches sollten hier allerdings nicht erwartet werden. 

Ihr bekommt die Knarre in die Hand und das Spiel gibt euch durch die Story einen Grund die Feinde zu zerfetzen. Mehr steckt leider nicht dahinter. 

Wertung im Einzelnen
Gunplay
9
Story
6
Welt & Umfang
7
Sound
8
Grafik & Performance
7
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Lexrer
Hallo zusammen, mein Name ist Alex, bin derzeit 24 Jahre alt und lebe derzeit im Ruhrgebiet in der schönen Wasserstadt Mülheim an der Ruhr. Zu meinen Hobbys gehören u.a. Sport, Kino, Videobearbeitung und natürlich das Spielen, Informieren und Konsumieren von Videospielen aller Art. Ich freue mich euch jederzeit mit den spannensten Neuigkeiten aus der Gaming Branche zu versorgen. :) Gamer bin ich seit meiner Kindheit und nutze seit jeher hauptsächlich die Playstation als Platform. Falls Fragen bestehen, könnt ihr mich gerne kontaktieren. Genres: Action, Horror, Shooter, Adventure, RPG, Online Gaming, Beat Em Up, MMO, Walking Simulator, ...