Releasetermin: 18.09.2018

Medientyp: Download
Genre: Mystery Thriller, Rätsel
Entwickler: SpectreVision, Ubisoft Montreal
Herausgeber: Ubisoft

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Elijah Wood ist bekannt für diverse Schauspiel-Rollen wie „Frodo Beutlin“ in „Der Herr der Ringe“. Auch in dem ein oder anderen erfolgreichen Film hat er als Producer mitgewirkt. In Zusammenarbeit mit Spectre Vision und Ubisoft kreierte er nun das Spiel Transference, das hauptsächlich als VR Spiel entwickelt wurde, aber auch ohne VR Brille gespielt werden kann. Die Entwickler sprechen von einer Kombination aus intensiven Story lastigen Filmen und der Interaktion mit Spielen. In Transference betretet ihr das Bewusstsein von 3 Personen. Um zu fliehen gilt es nach Hinweisen zu suchen und damit Rätsel zu lösen, während ihr immer weiter in die dunklen Geheimnisse einer kleinen Familie eindringt. Ob das Konzept und die Mischung aus Film und Spiel in Ubisofts Transference aufgeht, finden wir in diesem Test heraus. 

Das Bewusstsein dreier Menschen 

Kern von Transference ist, dass ihr in das Bewusstsein einer kleinen Familie gesperrt werdet, die aus Sohn Ben, Vater Raymond und seine Frau Katherine besteht.
Familienvater Raymond ist Wissenschaftler, dessen Ziel es ist, sein und das Leben seiner Familie für die Ewigkeit in einen virtuellen Raum zu sperren. Er möchte das Leben digitalisieren, um ewiges Leben zu ermöglichen. Ein Video Log von Raymond lädt euch zu Beginn dazu ein, in die virtuelle Welt einzutauchen und selbst zu sehen, was seine Forschung gebracht hat. Schnell wird allerdings klar, dass dies nicht so verlaufen ist wie geplant. Es wurde ein Fehler gemacht, den das Spiel jedoch nicht direkt erklärt. Allgemein erzählt das Spiel eine Geschichte, die man sich durch Hinweise und Videokassetten erarbeiten muss, um zu verstehen, was dort vorgefallen ist. Man bekommt die Story somit nicht vorgekaut, sondern muss selbstständig mithilfe diverser Hinweise analysieren, was genau in der Familie und beim Experiment vorgefallen ist. 

Erlebt wird also das Bewusstsein jeder einzelnen Person in der Familienwohnung. Mithilfe von Lichtschaltern wechselt ihr zwischen den Visionen der verschiedenen Personen. Sohn Ben sieht die Wohnung beispielsweise mit vielen Spielzeugen und kindlicher Dekoration, während Vater Raymond überall Forschungsgeräte aufgestellt hat und der Look allgemein etwas heruntergekommener ausschaut. 

Jede Bewusstseinsebene hat ihren eigenen Look. Im Bild die Wahrnehmung des Sohnes.

Unterstützt wird die mysteriöse Story durch den Einsatz von diversen Rätseln, die sich oft über verschiedene Wahrnehmungen der einzelnen Personen strecken. Mal müsst ihr einen Türgriff aus einem anderen Bewusstsein holen und mal die gleiche Radiosequenz einstellen.
Die Rätsel sind allerdings nicht allzu schwer und lassen sich schnell lösen. Manchmal verlaufen diese auch nach dem Trial-and-Error Prinzip, ohne sie komplett verstehen zu müssen. 

Rätsel sind ebenfalls vertreten. Dieses löst ihr mithilfe des Notenblatts.

Nun komme ich zum Punkt „Atmosphäre“. Die Trailer des Spiels vermitteln leider zu schnell den Look eines Horrorgames. Transference besitzt zwar Horrorelemente und den ein oder anderen Jump Scare durch ein aus Daten bestehendes Wesen, diese sind jedoch nur Beiwerk und unterstützen die drückende Atmosphäre des Spiels. Die Sounds wirken verstörend und das Design kommt manchmal ziemlich grotesk daher (z.B. unheimliche Wandkritzeleien im Bewusstsein des Sohnes), jedoch beabsichtigt das Spiel die Story um das Experiment und dessen Dramatik zu schildern. Die Dramatik wird somit durch den Einsatz der unheimlichen Atmosphäre besser wiedergespiegelt und das Genre ist daher eher im Thriller oder Drama Bereich angesiedelt als im Horror Bereich.
Die Sounds und Effekte sind klasse. Überall vermittelt euch das Spiel durch Pixel oder Störungen, dass ich euch in einer virtuellen Welt befindet und die Ereignisse werden durch vermischte und unterschiedliche Stimmlagen der Charaktere noch skurriler als Mann es sich zu Beginn vorgestellt hat. 

Was ich etwas bemängeln muss ist der Umfang des Spiels. Da es auf VR ausgelegt ist, besitzt das Spiel nur eine sehr geringe Spielzeit. Nach ca. 3 Stunden laufen bereits die Credits über den Bildschirm. Bei so einer komplizierten aber sehr interessanten Story hätte ich mir ein wenig mehr Umfang gewünscht, der die Story noch weiter ausbaut. Vielleicht könnte man somit das Setting auch etwas erweitern, sodass man nicht nur die gleiche Wohnung in einem anderen Look betrachtet, sondern auch etwas anderes zu Gesicht bekommt. 

Immersion dank VR 

Wie bereits erwähnt liegt der Gameplay Fokus des Spiels auf der Immersion, die durch den Einsatz von VR Brillen geschaffen wird. Wer keine VR Brille besitzt, kann den Titel aber auch ohne VR genießen.  

Empfohlen wird trotzdem das Spiel mit einer VR Brille zu spielen, um sich noch besser mit der Story zu identifizieren. Auch das Betrachten und Untersuchen der Welt klappt in VR natürlich noch besser, da alles größer und weiträumiger erscheint. 

Die Grafik ist in VR sehr gut gelungen und vergleichbar mit der Grafik aus einem Resident Evil 7. Ohne eine VR Brille ist die Grafik natürlich nochmal besser und durchaus schön anzusehen. Personen, die Probleme mit Motion Sickness haben und denen schnell übel wird, haben sogar die Möglichkeit umfangreiche Einstellungen vorzunehmen, um das VR Erlebnis nach den eigenen Vorlieben anzupassen. Beispielsweise lässt sich die Kamera beliebig einstellen. Entweder ihr bewegt die Kamera frei oder mit Abstufungen, um die Übelkeit ein wenig zu nehmen. Auch die Geschwindigkeit lässt sich dabei konfigurieren. 

Interaktion und Steuerung 

Die Interaktion des Spiels verläuft über das Aufnehmen diverser Objekte, die die Welt von Transference schmücken. Jedes Objekt gibt Hinweise auf die Story und verrät das ein oder andere Detail über den jeweiligen Menschen. Oft wird sogar zusätzlich eine kurze Voiceline gesprochen, die die Gedanken der Person zu diesem Objekt wiederspiegeln.
Wie bereits erwähnt sind manche Gegenstände sogar essentiell notwendig, um in den Rätseln des Spiels weiterzukommen. Wer also mehr über die Geschichte von Transference erfahren möchte, sollte sich die Objekte genau ansehen. 

Diverse Gegenstände lassen sichen in Transference untersuchen und liefern einige Hinweise auf die Story.

Steuern lässt sich der Titel auf der Playstation 4 lediglich über den Controller. Während auf dem PC das Gamepad der Brillen unterstützt wird, wurde auf den Einsatz von Move Controllern in der Playstation 4 Variante komplett verzichtet. Das könnte unter anderem daran liegen, dass die Bewegungsteuerung der derzeitigen Move Controller durch einen fehlenden Joystick extrem eingeschränkt ist.  

Wertung im Einzelnen
Story
8,5
Gameplay
7
Inhalt & Umfang
6
VR Umsetzung
9
Sound
8,5
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