Releasetermin: 16.06.2020

Medientyp: Download
Genre: Shooter/Strategie
Entwickler: V1 Interactive
Herausgeber: Private Division, Take 2 Interactive

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Letztes Jahr um die gamescom herum wurde uns ein neues Spiel vorgestellt, das aus der Feder von Marcus Lehto stammt. Dieser ist dem ein oder anderen als Mitgründer des Halo Universums und Designer des ikonischen Master Chiefs bekannt. Mit seinem neusten Werk, das sich Disintegration tauft, möchte er seiner eigenen Vision nachgehen und einen besonderen Strategie Shooter mit einzigartiger Story erschaffen. Ob die Umsetzung des Genre Mixes aus dem Hause V1 Interactive gelungen ist, erfahrt ihr im Test.

Strategie oder Shooter? Warum nicht beides?

Mit Disintegration kommt ein Titel auf den Markt, der Elemente aus Ego-Shootern und Strategie-Spielen vereinen und so für ausreichend Abwechslung sorgen möchte. Mit dem Genre Mix sollen sowohl Strategen als auch Baller Fans auf ihre Kosten kommen.

Grundsätzlich bewegt ihr euch in einem sogenannten Gravcycle. Das ist eine Art Hover-Bike, das bis an die Spitzen mit tödlichen und explosiven Waffen ausgestattet ist. Mit eurem futuristischen Fahrzeug fliegt ihr durch die Luft und attackiert feindliche Truppen von oben. Durch das breite Arsenal an unterschiedlichen Waffen kommt so schnell keine Langeweile auf. Mal nutzt ihr eine Vorrichtung aus Doppel-MPs, mal Schrotflinten, Sniper oder Raketenwerfer bzw. MGs. Ordentliches Treffer Feedback sorgt zudem für ein befriedigendes Abschussgefühl. Das funktioniert demnach auch aus der Entfernung sehr gut und das, obwohl manche Feinde dann gerne mal wie kleine Ameisen aussehen, wenn man aus der Luft attackiert.
Noch mehr Spielgefühl kommt auf, wenn man die Vorzüge der Umgebung nutzt. Per Scan könnt ihr explosive Fässer oder Autos ausmachen und diese unter Beschuss in die Luft jagen. Wer das sorgfältig nutzt und stets die Augen offenhält, kann so kleinere Gruppen direkt beseitigen. Generell muss ich an dieser Stelle auch nochmal die Physik Engine loben. Wände von Häusern fliegen bei Explosionen in die Luft, brechen komplett ein oder einzelne Fasern splittern sich nach und nach ab. All das sorgt für ein Gunplay, das auch nach mehreren Stunden noch unterhält.

Tolle Physik-Engine: Unter Beschuss splittert die Fassade komplett ab.

Für Freunde der Strategie wurde an Features auch nicht gespart. Ihr seid nämlich nicht alleine während den Missionen unterwegs, sondern zieht mit einem Team übers Schlachtfeld. Anders als ihr, ist eure Mannschaft aber zu Fuß unterwegs. So könnt ihr neben dem Geballer auch kleinere Fußtruppen befehligen. Und das funktioniert auch ganz gut. Dank dem Navigieren durch die Luft habt ihr stets den Überblick über eure Kollegen und könnt ihnen ganz einfach per Knopfdruck Anweisungen erteilen. Damit teilt ihr ihnen mit, welche Gegner sie priorisiert angreifen sollen, mit welchen Dingen sie interagieren müssen oder ob sie sich zurückziehen sollen.
Das ist aber noch nicht alles, denn jedes Mitglied verfügt zusätzlich über eine Spezialattacke, die nach einem gewissen Cooldown nochmal eingesetzt werden kann. Per Richtungstaste aktiviert ihr diese Fähigkeiten, die zwischen Betäubungsgranaten, einem Verlangsamungsfeld oder einem Artillerieangriff variieren. Um euch noch ein wenig mehr strategischen Freiraum einzuräumen, wird das Geschehen zum Zeitpunkt der Aktivierung der jeweiligen Spezialfähigkeit verlangsamt. So könnt ihr in Ruhe euer nächstes Ziel anvisieren, ohne dabei Druck von feindlichen Einheiten zu bekommen.

Mit den Spezialfähigkeiten unserer Truppe können wir uns etwas strategischer platzieren. Im Bild wurde ein Verlangsamungsfeld aktiviert. Alle Gegner bewegen sich somit in Zeitlupe. Perfekte Gelegenheit für ein wenig Gegenwehr.

Egal ob Shooter Elemente oder das Befehligen der Truppen: Beide Ansätze sind durchweg gelungen und fügen sich super ins Spielgeschehen ein. Trotz anfänglicher Skepsis konnte mich der Genre Mix in Disintegration überzeugen und auch über lange Zeit ein angenehmes Spielgefühl vermitteln. Doch wie sieht es mit der Kampagne an sich aus?

Kampagne mit gut geschriebenen Charakteren

In der Kampagne schlüpft ihr in die Rolle von Romer Shoal, einem ehemaligen Promi und Moderator einer beliebten Gravcycle-Show. Leider wurden die Fahrzeuge aber verboten, weshalb er sie zu schmuggeln begann. Aufgrund dieses Vergehens landete er im Iron Cloud Gefängnis, aus dem er und seine Kollegen zu Beginn des Spiels ausbrechen. Danach treffen unsere mechanischen Hüllen auf den Menschen Waggoner und bilden gemeinsam eine kleine Widerstandsgruppe, die sich gegen die Machenschaften der Rayonne stellt, eine böse Robo-Gruppierung mit dem Ziel die menschliche Zivilisation zu vernichten. Letzteres ist der Prozess sein Bewusstsein in eine Roboter Hülle zu pflanzen. Warum wir überhaupt kämpfen, ist zu Beginn leider noch nicht ganz klar. Der Einstieg in die Story fällt demnach etwas schwer. Erst ungefähr ab der Hälfte fügt sich dann alles zusammen, es bildet sich ein roter Faden und die Erzählung nimmt Fahrt auf. Im Groben und Ganzen hat man hier aber eine unterhaltsame Geschichte geschaffen.

Die Geschichte benötigt etwas Eingewöhnungszeit, kommt aber hinterher ins Rollen.

In den 12 Story Missionen lernen wir mehr über unsere Crew, die Hintergrundgeschichte und kämpfen uns dann langsam zum Finale durch. Auf dem Weg dorthin lernt ihr eure Begleiter genauer kennen. Die Gruppe bildet einen guten Mix aus humorvollen und ernsthaften Charakteren. Besonders während den Missionen merkt man, dass man nicht allein unterwegs ist. Das liegt u.a. an den gut vertonten englischen Dialogen, die immer mal wieder zwischen den Personen geführt werden.

Der Aufbau an sich ist linear gestrickt. Ihr bewegt euch also durch schlauchige Areale und schaltet kleinere Wellen von Gegnern aus. Die Missionen fallen zwar alle recht unterschiedlich in ihrem grafischen Design aus und man hat sich bemüht unterschiedliche Gebiete mit einzubringen, aber vom spielerischen Aufbau her kommt mit der Zeit wenig Abwechslung auf. Man schießt Feinde ab, lässt die Crew Mitglieder mit einem Objekt interagieren und weiter geht’s. Das Prinzip zieht sich so eigentlich durch das ganze Spiel. Auch wenn die Gefechte für viel Unterhaltung sorgen, hätte ich mir etwas mehr Veränderung in den einzelnen Level gewünscht. Wer ein wenig genauer erkundet, stoßt häufig auf kleinere Behälter, die Ressourcen und manchmal Upgrade Chips beinhalten, die ihr wiederum in eure Crew oder den Protagonisten investieren könnt. Das macht ihr von einem dafür geschaffenen Hub Bereich.

Upgrades und Hub Welt

Im Hub Bereich steuert ihr Romer aus der Third-Person Perspektive und habt die Möglichkeit mit eurer Crew zu sprechen. Dabei erfahrt ihr manchmal ein paar Hintergrund-Details, andererseits verbergen sich dahinter auch mal sinnfreie, aber humorvolle Gespräche. Wer viel mit seinen Leuten redet, erhält zwar keine Bonis oder Items, kann dafür aber die persönliche Bindung zu den einzelnen Figuren stärken. Von manchen erhaltet ihr zudem Herausforderungen. Das sind ein paar Zwischenziele, für die ihr beim Abschließen mit Upgrade Chips belohnt werdet. Diese Upgrade Chips könnt ihr wiederum an der Hauptkonsole gegen Verbesserungen eintauschen.

Im Hub Bereich führt ihr Dialoge, stattet euch mit Upgrades aus und startet Missionen.

Von dort aus startet ihr Missionen und investiert Upgrade Chips. Die Verbesserungen bleiben aber überschaubar. Möglich sind beispielsweise eine geringere Abklingzeit für die Fähigkeiten, höherer Waffenschaden oder schnellere Regenerationszeiten. Upgrades für Waffen oder das „Tunen“ eines Gravcycles ist leider nicht machbar. Auch ist es nicht möglich Waffen für euer Gravcycle selbst zu bestimmten. In jeder Mission ist festgesetzt, welche Waffen man mitnimmt und welche Teammitglieder euch begleiten. Das ist zum einen gut, um jede Waffenart einmal näher kennenzulernen und einzusetzen, nimmt einem aber gleichzeitig ein Stück spielerische Freiheit.

Der Hub Bereich an sich ist zwar eine nette Ergänzung, wird aber hauptsächlich nur für die Dialoge verwendet und bleibt daher etwas hinter den Erwartungen zurück.

Multiplayer mit 3 Modi

Zu guter Letzt gibt es da noch die Multiplayer Matches. Diese bestreiten wir mit dem kompletten Arsenal, das schon aus dem Singleplayer bekannt ist. Zu Beginn eines jeden Matches wird eine gewisse Truppe von insgesamt 9 ausgewählt, die über verschiedene Fähigkeiten, Bodentruppen, Gravcycle und die damit verbundenen Waffen verfügt. In 3 unterschiedlichen Modi geht’s dem gegnerischen Team dann an den Kragen. Die Modi unterscheiden sich in einen konventionellen Capture The Flag Modus „Zone Control“, in dem ihr Basen des Gegners einnehmen müsst, dem „Collector“ Modus, bei dem es Behälter bei Abschuss zu sammeln gilt und dem „Retrieval“ Mode. Bei Letzterem müssen vom offensiven Team Kerne an einen bestimmten Kern gebracht werden. Das defensive Team stellt sich euch dabei in den Weg.

Wer mit einem Sieg hervorgeht, erhält zusätzlich Punkte, die man in Skins und ähnliches investieren kann. Mit den drei Modes zum Launch sorgt das Team hinter Disintegration schon für genug Abwechslung in den einzelnen Matches. Dies bildet eine solide Ergänzung zum Einzelspieler Modus und hält auch für Multiplayer Fans jede Menge Unterhaltung bereit.

Wertung im Einzelnen
Story
7,5
Gameplay
8,5
Multiplayer
8
Inhalt & Umfang
7
Sound
8
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Lexrer
Hallo zusammen, mein Name ist Alex, bin derzeit 24 Jahre alt und lebe derzeit im Ruhrgebiet in der schönen Wasserstadt Mülheim an der Ruhr. Zu meinen Hobbys gehören u.a. Sport, Kino, Videobearbeitung und natürlich das Spielen, Informieren und Konsumieren von Videospielen aller Art. Ich freue mich euch jederzeit mit den spannensten Neuigkeiten aus der Gaming Branche zu versorgen. :) Gamer bin ich seit meiner Kindheit und nutze seit jeher hauptsächlich die Playstation als Platform. Falls Fragen bestehen, könnt ihr mich gerne kontaktieren. Genres: Action, Horror, Shooter, Adventure, RPG, Online Gaming, Beat Em Up, MMO, Walking Simulator, ...