Releasetermin: 10.04.2018

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: Action Game
Entwickler: Iron Galaxy
Herausgeber: Maximum Games

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Am 10. April erschien mit Extinction ein Action Spiel von Iron Galaxy. Die Entwickler haben nach 5 Jahren ihren dritten Originaltitel veröffentlicht. Zwischenzeitlich wirkten diese an anderen großen Titel als Unterstützer mit. In Extinction müsst ihr als Avil gegen riesige Oger antreten, um die Menschheit vor dessen Zerstörungslust zu bewahren. Dabei gilt es die Riesen zu exekutieren, indem ihr Kopf vom Körper abgetrennt wird. Die Entwickler versprechen ein abwechslungsreiches Gameplay mit einer großartigen Story. Ob sie halten können, was sie versprechen, erfahrt ihr in diesem Test. 

Ein frustverbreitender Oger folgt dem nächsten 

Der Fokus liegt in Extinction auf dem Exekutieren der 50 Meter hohen Riesen. Ähnlich wie in einem Attack on Titan müssen den Giganten die Köpfe abgetrennt werden, indem ihr an ihren Nacken gelangt. Um dorthin zu gelangen, müssen den Riesen die Gliedmaßen abgetrennt werden. Schneidet ihr diesen die Beine ab, gehen die Oger in eine Sitzposition über, sodass ihr an ihrem Rücken entlangklettern könnt. Oben angekommen, schneidet ihr den Riesen die Köpfe in einer coolen Slow Motion Animation ab. Nebenbei sind auch Kämpfe gegen kleinere Schergen in Menschengröße vorhanden, die für Kämpfe am Boden mit schön designten Kombis sorgen. 

Das ist leider aber auch das einzig Gute, das es zum Gameplay zu berichten gibt. Was im ersten Level noch Spaß macht, wird spätestens nach Level 3 träge, denn jedes Level wiederholt sich. Der einzige Unterschied: Es wird nur schwerer. Die riesigen Titanen namens Ravenii kommen teilweise mit Rüstungen daher, die an ihren Beinen, Armen oder sogar am Kopf angebracht sind und zerstört werden müssen, bevor ihr an dessen Gliedmaßen gelangt. Die Rüstungen an sich haben allerdings an diversen Stellen kleine Schlösser, die komplett zerstört werden müssen, damit ein Rüstungsteil kaputt geht. Wir können nun mal rechnen: 4 Rüstungsteile (2 an den Armen, 2 an den Beinen) mit jeweils bis zu 4 Schlössern pro Teil an den Beinen und 2 an den Armen macht 12 Hiebe allein schon für die Rüstungen. Danach habt ihr Zugang zu allen Gliedmaßen, die durch zusätzliche Hiebe auch noch einmal abgetrennt werden können. Natürlich müsst ihr euch nicht zwingend an die Arme und deren Rüstungen vergreifen, Sinn macht es aber trotzdem, da ihr sonst ständig beim Aufstieg zum Kopf von den Armen zerquetscht werdet. Viel Zeit zum Klettern habt ihr dann aber nicht, denn die Gliedmaßen wachsen relativ schnell wieder nach. Seid ihr dann am Kopf angekommen, kommt es vor, dass manche Ravenii auch am Kopf eine Rüstung tragen, die bis zu 2 Schlösser haben kann. Eins davon baumelt manchmal sogar direkt vor den Augen der Riesen. Es ist leider unheimlich schwierig dieses zu erreichen. Oftmals danebentreffen und wieder auf den Boden fallen ist vorprogrammiert. Dann ist oft auch schon das Bein wieder nachgewachsen und ihr dürft erstmal zuschauen, wie euer Charakter zu Matsch verarbeitet wird. Einige Schlösser lassen sich sogar nach dem ersten Treffer nicht zerstören, sondern müssen 2-mal attackiert werden. Ein Greifhaken bringt euch zwar näher an den Rücken der Titanen, was aber auch nicht sonderlich hilfreich ist, da ihr ziemlich schnell wieder abgeschüttelt werdet, wenn dem Oger noch alle Gliedmaßen zur Verfügung stehen. Bis ihr es aber dann endlich mal geschafft habt, ein Schloss zu zerstören, werden ungeübte Spieler ein paar Versuche brauchen. Der Angriff auf die Riesen wird durch einen kurzen Slow Motion Modus unterstützt. Der ist aber so kurz, dass das Timing stimmen muss. Oftmals kommt es vor, dass ihr gerade zum Schlag ansetzen wollt und der Riese daraufhin das Bein von euch wegbewegt.  

Zerstört zuerst die Schlösser, damit ihr an die Gliedmaßen kommt und lasst euch dabei nicht zerquetschen.

Ihr könnt euch also sicherlich vorstellen, wie lange es dauert, einen von den Riesen zu erlegen und wie viele Versuche benötigt werden. Das ist aber weitaus nicht das einzige Problem von Extinction. In Kombination mit diesem greift noch ein viel größeres Problem, das das Spiel eher zum Frust als zum Spaß verleitet.
Es ist sogar leider ein Zeitlimit in Form von Beschützen implementiert worden. Oben rechts in jedem Level befindet sich eine prozentuale Anzeige, die den „Gesundheitsstatus“ der Stadt darstellt. Die Ravenii haben es auf die Stadt bzw. die Gebäude aus dem Level abgesehen und fangen an alles zu Kleinholz zu verarbeiten, was ihnen in den Weg kommt. Es ist aber nicht immer ein Ravenii unterwegs, sondern auch mehrere. Während ihr euch also mit Ravenii 1 beschäftigt, hat Ravenii 2 genügend Zeit, um die Gebäude zu zerstören. Ist die komplette Stadt zerstört, habt ihr das große Vergnügen, das Level komplett neu zu beginnen. Dazu kommt, dass ihr zusätzlich Bürger beschützen müsst, die dann von den kleineren Schergen attackiert werden. Werden zu viele Bürger getötet, gilt das Level ebenfalls als verloren. Um zum finalen Schlag am Kopf des Riesenogers anzusetzen, muss vorher zusätzlich eine Anzeige gefüllt werden. Denn nur wenn diese komplett aufgeladen ist, könnt ihr einen Ravenii töten. Und wie füllt man diese Anzeige? Indem man Bürger rettet, Schergen tötet, oder den Riesen Gliedmaßen abtrennt. Nach dem erfolgreichen Sieg über einen der Giganten, muss die Anzeige allerdings erneut gefüllt werden, ehe ihr einem anderen Titanen den Gar aus macht. 

Da ihr also ständig dazu gezwungen seid, an 3 Orten gleichzeitig aufzutreten und euch je nach Ravenii extrem lange an dem Riesen aufhaltet, geht das Konzept leider überhaupt nicht auf, auch wenn es Potential hatte. Es ist nun sicherlich vorstellbar, dass das Spiel mehr Frust als Spaß verbreitet und einem unglücklicherweise schnell die Lust vergeht. 

Es gibt zwar einen Skillbaum, mit dem ihr euren Charakter verbessern könnt, aber einen sehr großen Unterschied macht das leider auch nicht. Die Upgrades liefern größtenteils nur verbesserte Statuswerte. Die Kombis für die Schergen und die Angriffe auf die Titanen bleiben von Beginn bis zum Ende des Spiels gleich. 

Tiefgreifende Story? 

Ja, eine Story ist im Spiel ebenfalls vorhanden. Als letzter Sentinel namens Avil macht ihr euch auf, um die Menschheit vor den bedrohlichen Ravenii zu schützen. Das ist auch schon der Kern der Story. Es geht einzig und allein darum, alle Riesen zu beseitigen und die Menschheit zu schützen. Twists und tiefgreifende Handlungsmomente bleiben komplett aus. Videosequenzen gibt es nur sehr wenige und selbst diese sind nur in einem gezeichneten Look zu sehen. Schöne CGI Sequenzen wie aus dem Trailer sind gar nicht vertreten. Zwischen den einzelnen Levels der Kampagne interagiert euer Charakter per Sprechblase mit den wichtigen und wenig ausgebauten Charakteren der Handlung. Mir war leider öfters danach die Texte zu überspringen, da mich die Geschichte des Spiels überhaupt nicht fassen konnte. 

Die Charaktere interagieren über Sprechblasen. Eindrucksvolle animierte Videosequenzen bleiben leider aus.

Der Kampagne Modus besteht aus mehreren Leveln, die allesamt den gleichen Look verspüren lassen. Jedes Level hat die gleichen Grafiken und Texturen. Die Ravenii werden immer nach dem gleichen Prinzip erlegt und kommen im späteren Verlauf des Spiels mit Stachelrüstungen oder nicht zerstörbaren Rüstungen daher. Auch die Schergen werden schwerer und benötigen mehrere Hiebe zum Töten. Während dessen machen sich die restlichen Schergen über die eigentlich zu rettenden Bürger her. Jedes Level hat ein unterschiedliches Ziel. Mal heißt es eine bestimmte Anzahl Bürger zu schützen, mal ein paar Ravenii zu beseitigen und mal neben den Schützen der Stadt und der Bürger noch zusätzliche Türme eine bestimmte Zeit zu verteidigen. 

Im Grunde genommen habt ihr im gesamten Spiel immer die gleichen Ziele und das ganze System wird redundant. 

Optionale Nebenziele können auch abgeschlossen werden, die euch mehr Skillpunkte bringen. Diese bestehen je nach Level aus dem Abschließen der Hauptmission in einer bestimmten Zeit, dem Töten der Riesen mit 2 oder mehr abgetrennten Gliedmaßen, dem Retten von Bürgern und vielem mehr.  

Nebenbei nur wenig zu tun 

Einige Modi sollen für weiteren Spielspaß nach der Kampagne sorgen. Diese liefern allerdings nichts Neues und verleihen nicht den Antrieb weitere Oger zu erlegen. Ihr könnt euch online beweisen, indem ihr in einer bestimmten Zeit eine gewisse Anzahl Feinde besiegt. Das ist aber nur etwas für Leute, die starken Spaß am Spielprinzip haben und diesen auch der Welt vermitteln möchten. Nichts desto trotz könnt ihr euch weitere Skillpunkte verdienen, die ihr in Upgrades eures Charakters investieren könnt. Kommt ihr also mal in der Story aufgrund des hohen Schwierigkeitsgrades nicht weiter, könnt ihr euch durch die Modi ein wenig aufleveln. 

Technik 

Die Grafik kommt in einem Comiclook daher und die Attacken, auch wenn man diese an einer Hand abzählen kann, sind schick gemacht. Framedrops sind mir auf der Playstation 4 Pro im gesamten Spiel nicht aufgefallen. Die Vertonung ist nur auf Englisch mit deutschen Texten.  

Trotzdem lebt das Actionspiel von einigen Bugs, die im Kampf mit den Titanen auftreten. Oftmals registriert das Spiel nicht, wenn man einen Treffer auf das Schloss der Rüstungen gelandet hat und manchmal greift der Charakter nicht beim Klettern.
Auch mit Kameraproblemen hat das Spiel zu kämpfen. In einigen Situationen verläuft diese in die Körperteile der Riesen und versperrt einem die Sicht auf das aktuelle Geschehen. Am Aiming auf die Gliedmaßen muss ebenfalls noch gearbeitet werden. Einige Angriffe scheinen keine Wirkung zu haben, selbst wenn man direkt vor den Beinen der Giganten steht. 

Mögliche Kameraprobleme machen das Gameplay unnötig schwer.
Wertung im Einzelnen
Gameplay
3
Story
3
Inhalt und Umfang
5
Technik und Performance
6
Sound
5
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