Releasetermin: 05.07.2019

Medientyp: Download
Genre: Adventure
Entwickler: Jo-Mei Games
Herausgeber: Electronic Arts

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Auf der E3 2018 stellte EA das aus der eigenen Indie Label Produktion EA Origins stammende Projekt von dem Berliner Jo Mei Studios vor. Eine kleine Gruppe stellte das Werk namens Sea of Solitude auf die Beine, welches sich von anderen Spielen abhebt. In einer gleichzeitig bunten sowie depressiven Welt werden die Gefühle und Probleme von Protagonistin Kay hervorgehoben und mit viel Phantasie und Metaphern untermalt. Die Entwickler stellen eine kurze Geschichte vor, welche die Spieler zum Nachdenken bewegen soll und auf wahren Begebenheiten aus dem Leben von Direktorin Cornelia Geppert basiert. Ob es den Berlinern gelingt, die Menschen mit ihrem Spiel zu berühren und betroffenen eventuell sogar zu helfen, klärt sich in diesem Test. 

Einsamkeit in der Welt von Kay

Im Spiel übernehmen Spieler die Rolle von Kay, die mit diversen Problemen von Eltern und Geschwistern bis hin zu Beziehungen zu kämpfen hat. Alle Probleme, mit denen ihr im Spiel konfrontiert werdet, verdeutlichen eine eigenständige Art von Einsamkeit. Es werden beispielsweise Themen wie Mobbing angesprochen, das auf die Einsamkeit durch soziale Ausgrenzung verweist. Dabei begegnet ihr auf eurer Reise den wichtigsten Personen in Kays Leben und müsst herausfinden, was alles schiefgelaufen ist und wie ihr dabei helfen könnt, diese vorgefallene Problematik wieder gerade zu biegen. Getreu dem Motto “When humans get too lonely, they turn into monsters”, sprich “Wenn Menschen zu einsam werden, verwandeln sie sich in Monster”, sind alle Figuren, denen ihr im Spiel begegnet, Monster. Die Charaktereigenschaften der jeweiligen Person spiegeln sich in der Form des Monsters wider. Sunny, der Bruder von Kay, zum Beispiel wird im Spiel als großes scheues Vogelmonster dargestellt, da sein Selbstvertrauen aufgrund des Mobbings stark abgenommen hat. Aber nicht nur die Monsterformen haben eine eigenständige Bedeutung, sondern auch das Setting wurde so designed, dass jeder Gegenstand als auch jede Interaktion im Spiel eine persönliche Symbolik darstellt. 

Kay trifft auf jede Menge Monster, die die Charaktereigenschaften jeweilger Personen widerspiegeln.

Die Welt von Sea of Solitude spielt hauptsächlich in einer abstrakten Variante von Berlin. Die Stadt ist überflutet und enthält jede Menge Areale, an denen sich der Höhepunkt eines Konfliktes ausgetragen hat. Auch die Farbgestaltung ändert sich im Spiel am laufenden Band und deutet auf die momentane Gefühlslage von Kay hin. Ist sie gerade in der Stadt unterwegs und durchlebt schöne Erinnerungen, wirkt die Welt bunt und farbenfroh. Kommen wir allerdings den Problemen näher, wird die Farbegestaltung zunehmend düsterer und grauer.
Untermalt wird die Symbolik zusätzlich durch englische Dialoge im Spiel, die euch die aktuelle Gefühlslage noch näher vermitteln.
Grundsätzlich geht es im Spiel also um diverse Problemstellungen, die im wirklichen Leben durchaus ein Thema sind. Der Titel greift diese intensiv auf und zeigt euch auf eine abstrakte Art, wie man mit diesen Gefühlen umgehen sollte und wie man sie schlussendlich akzeptiert, um auf lange Dauer damit abzuschließen. Bei Letzterem beweist das Werk von Cornelia Geppert durchaus, dass es betroffenen Personen helfen kann, sich mit den eigenen persönlichen Konflikten auseinanderzusetzen und die Dinge so zu akzeptieren, damit man in ein positiveres Leben gehen kann. 

Die Farbgestaltung im Spiel verdeutlicht Kays aktuelle Gefühlslage. Alle Interaktionen in der Welt haben eine tiefere Bedeutung in Kays Leben.

An der Erzählung von Sea of Solitude ist also definitiv nichts auszusetzen. Durch die grafische Gestaltung, die Dialoge, den gut durchdachten Charakteren sowie die Motive rund um das Thema Einsamkeit kann man die Grundproblematik im Leben der Protagonistin nachvollziehen und fühlt entsprechend mit ihr mit. Besonders Menschen, die im reellen Leben ähnliche Probleme mit Einsamkeit haben, werden besonders durch den Titel angesprochen. Umso schwerer wird es für Personen, die im familiären und freundschaftlichen Umfeld keiner solcher Probleme begegnet sind. Die eigentliche Zielgruppe von Sea of Solitude sollte aber relativ schnell klar werden.
Ein Kritikpunkt ist jedoch die Synchronisation. Diese ist zwar auf Englisch, wurde aber von Deutschen eingesprochen. Dementsprechend hört man einen deutsch-englischen Akzent raus, der sich ein wenig negativ auf die Immersion auswirkt.  

Nachdem ich hier hauptsächlich auf die Thematik des Spiels eingegangen bin, folgen nun ein paar Worte zum Gameplay des Spiels. 

Bekämpft die Schatten und erkundet die Welt

Das Gameplay in Sea of Solitude ist relativ simpel gehalten. Ihr steuert Kay zum Teil auf einem Boot durch die überschwemmte Stadt, seid aber auch an Land unterwegs. Hin und wieder verfolgt euch ein bösartiges Tiefseemonster, das euch an den Kragen will, wenn ihr nicht schnell genug überflutete Abschnitte überquert. Generell bietet der Titel jede Menge Gameplayeinlagen. Mal müsst ihr Puzzle mit Lichtern lösen, bösartige Schatten vertreiben, vor Monstern fliehen, Jump and Run Einlagen meistern usw. 

Sea of Solitude enthält jede Menge Gameplay-Einlagen. Darunter das Einsammeln von Schatten, Vertreiben von Monstern und mehr.

Das Spiel enthält somit jede Menge unterschiedliche Passagen, die zusammen aber nicht allzu viel Innovation mit sich bringen. Es ist dennoch schön zu sehen, dass sich die Macher auch im Gameplay Mühe gegeben haben, durch diverse Elemente ein abwechslungsreiches Spiel auf die Beine zu stellen. 

Damit ihr die Areale der Stadt ein wenig ausführlicher erkundet, sind auch Sammelobjekte im Spiel integriert. Das teilt sich in Flaschen, die weniger relevante Texte enthalten, sowie in zu vertreibende Möwen auf. Die Motivation bleibt bei diesen Aufgaben aber leider etwas aus, da es bis auf das Lesen der Texte sonst keine Belohnungen gibt. 

Die Höhepunkte der Emotionen

Zum Schluss wären da noch die Bosskämpfe. Diese spiegeln den Höhepunkt der Probleme der Protagonistin mit den damit verbundenen Personen wieder. Im Spiel stellt ihr euch somit euren Ängsten und versucht ein Mittel zur Lösung zu finden. Begleitet werden die Bossfights durch jede Menge Dialoge, die das Grundproblem mit der jeweiligen Person näher beschreiben. 

Jeder Bosskampf verfügt über seine eigene Art ihn zu bekämpfen. Die vorher angesprochenen Gameplay-Elemente spielen dann eine etwas tragendere Rolle, sind aber zu keinem Zeitpunkt extrem herausfordernd. 

In den Bosskämpfen kommen die Gameplay-Elemente des jeweiligen Kapitels zum Einsatz.
Wertung im Einzelnen
Atmosphäre
9
Grafik
8
Gameplay
7
Technik
8
Story & Erzählung
8
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Lexrer
Hallo zusammen, mein Name ist Alex, bin derzeit 24 Jahre alt und lebe derzeit im Ruhrgebiet in der schönen Wasserstadt Mülheim an der Ruhr. Zu meinen Hobbys gehören u.a. Sport, Kino, Videobearbeitung und natürlich das Spielen, Informieren und Konsumieren von Videospielen aller Art. Ich freue mich euch jederzeit mit den spannensten Neuigkeiten aus der Gaming Branche zu versorgen. :) Gamer bin ich seit meiner Kindheit und nutze seit jeher hauptsächlich die Playstation als Platform. Falls Fragen bestehen, könnt ihr mich gerne kontaktieren. Genres: Action, Horror, Shooter, Adventure, RPG, Online Gaming, Beat Em Up, MMO, Walking Simulator, ...