Heute möchte ich euch mein Interview mit Adrian Sausemuth vom RaceEffect in Leipzig näher bringen. Bei RaceEffect handelt es sich um eine Motorsportlounge, in der ihr an Autorennen in einem High-End Full-Motion-Simulator teilnehmen könnt. Nach dem Interview hatte ich dann auch die Möglichkeit, den Simulator selbst auszuprobieren. Wie diese Erfahrung war, erfahrt ihr nach dem Interview.

Tobias (PS4Source): „Kannst du bitte dich und deine Position im Team vorstellen?“
Adrian (RaceEffect): „Ich bin Adrian Sausemuth und ich bin hier der Filialleiter bzw. Storemanager von RaceEffect. Ich bin quasi die leitende Position und habe den Überblick hier. Ich bin auch für die Mitarbeiter zuständig, falls irgendwelche Fragen aufkommen und auch für alle möglichen Firmen- und Eventanfragen.“

Tobias (PS4Source): „Und Interviewanfragen.“
Adrian (RaceEffect): „Genau Interview und alles mögliche. Werbeanfragen. Alles was direkt ans Unternehmen gerichtet ist. Dafür bin ich dann zuständig.“

Tobias (PS4Source): „Du hast bei der Kontaktaufnahme erwähnt, dass du im E-Sport tätig bist. Konzentrierst du dich da auf Rennsport oder auch auf andere Genre?“
Adrian (RaceEffect): „Mein Vater ist im Motorsport tätig und seit ich klein bin, bin ich da voll drin. Da natürlich der reale Motorsport etwas teurer ist, ist das hier komfortabler und nicht so Geldbeutel schmälernd. Irgendwann habe ich mich mal entschieden, okay wenn nicht das, dann Sim-Racing. Ich bin jetzt mittlerweile nicht mehr so aktiv als Fahrer, aber ich bin fürs organisatorische bei z.B. Yeet eSports zuständig. Das ist ein Team, dass ziemlich im Kommen ist seit knapp einem Jahr. Auch mit sehr bekannten und schnellen Fahrern. Da bin ich für alles zuständig, was Grafiken oder Media allgemein angeht und gebe hier und da meinen Ideensenf dazu. Als Fahrer selbst, ich würde gerne mehr fahren, aber das lässt die Zeit nicht zu.“

Tobias (PS4Source): „Ich habe auf eurer Website gesehen, dass es Tickets gibt mit 29 Euro für 30 Minuten z.B. Empfiehlst du da eine bestimmte Zeit für Einsteiger oder auch Kenner?“
Adrian (RaceEffect): „Für komplette Einsteiger, die noch gar nichts so mit Sim-Racing oder mit Motorsport am Hut haben, würde ich definitiv sagen, schon eine Stunde. Also auch um in den Simulator einfach rein zu kommen. Man braucht da auch Zeit mit den Pedalen und so was. Die Bremse ist zum Beispiel nicht zu vergleichen mit der von einem normalen Auto. Genauso auch das Pedal und die Lenkung. Das ist alles sehr direkt. Also eine Stunde würde ich auf jeden Fall empfehlen. Zu vielen die hier spontan rein kommen, sage ich immer, dass sie erst einmal eine halbe Stunde machen und am besten rein kommen sollen. Aber wenn ihr in einer Gruppe seit z.B., wir haben ja auch häufig Gruppen oder Junggesellenabschiede hier, da sage ich mindestens eine Stunde. Es macht dann auch einfach mehr Spaß, wenn man schon so langsam drin ist und weiß, wie die Strecke funktioniert. Damit man die Harmonie aufrecht erhält, würde ich schon eine Stunde empfehlen. 2 Stunden bieten sich dann eher an, wenn man in einer achter Gruppe ist. Wir haben gerade zwar nur 4 Simulatoren da, weil vier auf einem Event beim Paunsdorf Center sind. Da sind mit unserem Trailer vier Simulatoren vor Ort.“

Tobias (PS4Source): „Wie anstrengend kann man sich das vorstellen? Es wird ja auf der Website als Motorsport wirklich beschrieben. Wie vergleichbar ist es auch, wenn man es mit Videospielen oder auch normalen Autofahren vergleicht?“
Adrian (RaceEffect): „Ich würde sagen, wenn du wirklich 2 Stunden in dem Ding drin sitzt ohne Pause, da kannst du danach das T-Shirt wechseln, wenn du dann vielleicht noch ein Rennen fährst. Gegen 8 Personen ist es entspannter. Wenn ich jetzt aber mit so 20 Personen ein Rennen fahre, ist man schon am Start sehr am schwitzen. Es ist auch ein Sport von der Konzentration her. Du musst unheimlich konzentriert sein. Du fährst teilweise eine halbe bis zu 2 Stunden am Stück. Gerade bei diesen Endurance-Rennen, wo ich auch schon mitgefahren bin, fährt man 2 Stunden, bis der erste Fahrerwechsel ist. Da bist du einfach alle, da natürlich jede Runde stimmen und jede Runde noch schneller als die vorherige sein muss, da der Sprit weniger und man damit leichter wird. Ich würde schon sagen, wenn man hier ohne Pause eine Stunde fährt, ist es schon echt anstrengend. Es geht auf die Arme, die Po- und Rückenmuskulatur, weil man in dem Sitz auch angespannt drin sitzt. Wir haben tatsächlich die Sitze schon so heruntergeregelt, dass es für den Einsteiger entspannter ist, aber wir haben natürlich auch so ein wenig Herausforderung dabei. Dass es anstrengend war, sagen auch eigentlich alle, die noch nie gefahren sind. Bei so einer halben Stunde, fängt es dann auch schon an, echt anstrengend zu werden.“

Tobias (PS4Source): „Es ist also auch etwas für Leute, die keinen Führerschein haben?“
Adrian (RaceEffect): „Auf jeden Fall. Wir haben einige, die häufiger vorbeischauen, die keinen Führerschein haben. Sie finden das immer total cool, trotzdem zu fahren, aber eben virtuell. Bei uns kann man nichts kaputt machen. Wenn du mit 200 gegen die Mauer fährst, passiert auch nichts. Da halten wir den Spaß noch höher als die Realität. Wir versuchen einen guten Ausgleich zu finden, dass das einfach passt.“

Tobias (PS4Source): „Ich habe auch gelesen, es gibt über 300 Autos und 100 Strecken. Ist es geplant, dies noch zu erweitern?“
Adrian (RaceEffect): „Wir versuchen aktuell, es sogar ein wenig zu reduzieren und dafür eher aktuellere Fahrzeuge reinzubringen. Assetto Corsa hat eine hohe Mod-Kompalibität. Die Community, die hinter Assetto Corsa steht, ist nach wie vor aktiv. Das Spiel ist, glaube ich, 2014 rausgekommen. Jeden Monat kommen immer wieder neue Fahrzeuge und auch aktuelle Fahrzeuge, die wirklich detailgetreu sind. Z.B. die Formel 1 Fahrzeuge von 2022 kann man sich holen. Wir versuchen, das eher zu reduzieren und zu gucken, was sinnvoll ist. Eher Qualität statt Quantität. Bei den Strecken haben wir sehr, sehr viele. Wir haben in Europa fast alle, die es so gibt. Der Plan wäre, dass wir die aus den USA noch mitnehmen. Da gibt es noch einige wie Daytona. Von Nord Amerika fehlen noch ein paar Strecken, die ich noch gerne mit dabei hätte. Aber auch da viele fragen, ob wir beispielsweise Daytona haben.“

Tobias (PS4Source): „Gibt es da bei den Strecken auch so etwas wie Wetterwechsel oder das man es einstellen kann?“
Adrian (RaceEffect): „Es gibt auch dynamisches Wetter tatsächlich. Man kann das sehr spezifisch einstellen und sagen, man möchte einen ganz bestimmten Prozentsatz nach 2 Stunden. Man kann den Zeitmultiplikator verändern. Wir nehmen meistens alles, was trocken und entspannt zum Fahren für Einsteiger ist. Der Regen ist sehr komplex. Man rutscht extrem viel. Wenn es längere Rennen sind, man z.B. 30 Minuten lang fährt, versuchen wir, dass es sich optisch auch ein wenig verändert und es nicht so starr ist, da es einfach cooler aussieht. Oder wir sagen, der Zeitmultiplikator ist sehr hoch, dass man in den Abend reinfährt. Das finden auch viele cool. Das könnte meiner Meinung nach noch ein wenig dynamischer sein. Das man sagt, es wird ein wenig kühler.“

Tobias (PS4Source): „Wie würdest du beschreiben, was Besucher:innen hier erhalten?“
Adrian (RaceEffeckt): „Wenn man hier herkommt, kriegt man erstmal etwas komplett neues, was es so nirgends so wirklich gibt. Klar, man kennt Go-Kart-Fahren, zumindest die meisten. Die meisten saßen bisher auch nicht in einem High-End Full-Motion-Simulator. Im Osten sind wir auch der einzige Store. Wir haben noch Kollegen, die im Westen verteilt sind. In Bonn, Köln, Dortmund, Essen, Hamburg und Bremen. Man kriegt eine komplett andere Erfahrung, als z.B. beim Go-Kart-Fahren. Man hat die Möglichkeit mit jedem Fahrzeug auf fast jeder Strecke zu fahren. Vielleicht auch eine Strecke, die man schon immer einmal fahren wollte, z.B die Nordschleife mit einem GT3 Fahrzeug. Man kriegt jede Bodenwelle mit und jeden Randstein. Das ist ein ganz anderes Gefühl. Man wird in den Sitz reingezogen, wenn man bremst. Jede Bewegung, die das Fahrzeug macht, kriegst du einfach mit. G-Kräfte simulieren, ist ein wenig schwierig. Das funktioniert technisch leider nicht. Aber es ist so nah wie möglich. Die Bremse ist sehr straff, wie im echten Rennauto eben auch. Viele schaffen dann auch nicht die 50 Prozent Bremskraft. Ich denke, dass beschreibt es ganz gut. Eine einzigartige Erfahrung auf jeden Fall.“

Tobias (PS4Source): „Weil du meintest, dass ihr jetzt beim Sommerfest beim Paunsdorf Center seid, plant ihr auch bei z.B. der Caggtus zu sein?“
Adrian (RaceEffect): „Geplant ist es. Wir wollen vom Unternehmen mehr in Richtung Events gehen, weil wir auch die Möglichkeit haben, mobil zu sein. Wir haben einen Trailer, wo wir die Simulatoren reinstellen können. Das wäre auch Regen geschützt. Da ist eine Klimaanlage drin. Oder wir transportieren sie in die Halle selbst. Es ist immer gut, wenn man lokal mehr Präsenz zeigt. Da könnte man ein Rennen oder auch Turnier draus machen. Wir haben eine Anfrage aus München für ein Event erhalten und dort ein Turnier ausarbeiten sollen. Ich finde das auch cool und das ist voll meins.“

Damit endete das Interview. Wie schon oben erwähnt, durfte ich mich dann noch selbst in einen der Simulatoren setzen. Während ich das Interview nieder schrieb, viel mir auf, dass es gar nicht leicht ist, euch noch etwas zu erzählen, das Adrian noch nicht erwähnt hat. Da ich noch gar nichts mit Racing-Sims zu tun hatte und meine letzte Fahrt in einem echten Auto schon ewig her ist, stellte Adrian für mich den Beginnermodus mit Fahrthilfen ein. Natürlich gibt es auch höhere Modi ohne diese. Außerdem sah ich die riesige Auswahl an einstellbaren Möglichkeiten. Von offensichtlichen Dingen wie ein Auto oder die Strecke zu wählen, kann man den Benzinstand, die Intensität der Bremsen und so vieles mehr aussuchen.

Zuerst fuhr ich mit Gangschaltung und Pfeilen zur Empfehlung, wo man lang fahren sollte. Somit fand ich mich mehr und mehr in die Simulation ein. Irgendwann stellte er dann die Pfeile und die Gangschaltung aus, damit ich mich mehr auf die Strecke selbst und die Geschwindigkeit konzentrieren konnte. Nach und nach probierte ich dann also die Grenzen der Geschwindigkeit in jeder Kurve aus. Während ich so auch öfters von der Strecke abkam, merkte ich wie genau der Simulator die Untergründe wiedergibt. Jeder Untergrund fühlt sich anders an. Meine Fahrtzeit verbesserte sich immer wieder und mit der Zeit entwickelte ich wirklich das Verlangen besser zu werden. Es macht Spaß, immer wieder neue Wege für eine schnelle Runde zu entdecken. Aber wie Adrian auch schon meinte, geht es mit der Zeit auf die Arme, aber auch wie ich finde auf die Beine.

Abschließend lässt sich sagen, dass ein Besuch bei RaceEffect wirklich ein einzigartiges Erlebnis bietet. Wenn ihr Interesse habt, könnt ihr euch die offizielle Seite ansehen. Dort könnt ihr auch Termine buchen.

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Hi, hier ist Tobias. Ich studiere derzeit und meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit Kochen und Zocken. Dabei bevorzuge ich Games mit guter Story, Langzeitmotivation oder einem Couch-Coop Modus.