Releasetermin: 22.08.2019

Medientyp: Download
Genre: Action-RPG
Entwickler: Tokyo RPG Factory
Herausgeber: Square Enix

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I Am Setsuna und Lost Sphear sind dem ein oder anderen ein als atmosphärische RPGs bekannt. Mit Oninaki gehen Tokyo RPG und Square Enix jedoch eine etwas andere Richtung. Eine Prise mehr Action à la Diabolo und eine düstere Geschichte über Leben und Tod sollen für frischen Wind gegenüber den vorherigen Titeln der Macher sorgen. Ob sich dieser Wechsel positiv ausgewirkt hat, klärt sich im Test. 

Tod und Wiedergeburt 

In Oninaki schlüpft ihr in die Rolle von Kagachi, der als Wächter für das Leben nach dem Tod und die Wiedergeburt kämpft. Kagachi selbst hat seine Eltern schon in sehr jungen Jahren verloren. Ihm wurde als Kind bereits ans Herz gelegt nicht um die Verstorbenen zu trauern, da dies in der Welt von Oninaki die Wiedergeburt der Toten gefährdet. Und genau das ist auch der Job der Wächter. Mit der Macht ins Jenseits zu übergehen, zeigen sie den Toten den richtigen Weg zur Wiedergeburt und informieren derer Verwandten über die Konsequenzen, wenn man um seine Verstorbenen trauert. 

Ihr macht euch also auf den Weg und geleitet jede Menge Seelen, die nicht loslassen können, auf den richtigen Weg. Kagachi ist jedoch nicht der einzige Wächter. Mit u.a. seiner Kindheitsfreundin Mayura, arbeitet er in einer Gruppe von Wächtern und wird sich stellenweise auch mit Auseinandersetzungen im Reich und der Gruppe konfrontiert. 

Die Story von Oninaki ist düster und spannend erzählt. Ihr werdet mit der Thematik um Tod und Wiedergeburt konfrontiert.

Der Tod ist im Reich ein sehr großes Thema. In der Hauptstadt findet man immer wieder NPCs, die über Sprechblasen miteinander kommunizieren. Mit anderen NPCs kann man wiederum interagieren und erfährt mehr über die Sorgen und die Hinterbliebenen an sich. 

Allerdings gibt es auch einige Sekten, die diese Regelung ausnutzen und so viele Menschen sowie Mitglieder in den Freitod schicken. Darüber hinaus macht ein Schlächter die Runde, der als “Nachtteufel” im Reich bekannt ist. Neben dem Leiten verlorener Seelen, müsst ihr euch zudem mit den Sekten und den Machenschaften des Nachtteufels auseinandersetzen. 

Im Laufe der Story ergeben sich jede Menge spannende Twists. Ihr geht der Thematik von Leben und Tod auf den Grund und stellt euch das ein oder andere Mal dem Nachtteufel. Zudem schafft es Oninaki die Vergangenheit diverser Charaktere zu beleuchten, die in der Geschichte ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. 

Der mysteriöse Nachtteufel treibt sein Unwesen. Im Spiel geht ihr seinen Machenschaften auf den Grund.

Die Handlung hat viel Potential, das Oninaki ausführlich ausschöpft und die enthaltene Thematik bis ins Detail erzählt. Es könnte allerdings noch mehr drin sein, denn leider mangelt es dem Spiel an gut designten Videosequenzen. Diese kommen zwar vor, kann man aber an einer Hand abzählen. Die meisten Dialoge werden per Sprechblasenbilder abgehalten und sind unglücklicherweise nicht vollsynchronisiert. Stattdessen gibt sich das Spiel mit einzelnen japanischen Wörtern pro Satz zufrieden.
Spieler dürfen sich zudem über mehrere Enden freuen. Diese werden aber nicht durch Handlungen im Spielverlauf ausgelöst, sondern lediglich durch eine Entscheidung beim letzten Bosskampf. Entscheidungen im Spielverlauf sind zwar eingebaut. Wenn ihr hier aber die falsche wählt, seid ihr sofort Game Over und müsst diese neu treffen. Habt ihr somit einmal nicht genau aufgepasst, trefft ihr hier per TrialandError Prinzip irgendwann die richtige Entscheidung.
Gut gemacht ist wiederrum der Übergang ins Jenseits. 

Besuch im Jenseits 

Wie bereits erwähnt haben Wächter die Fähigkeit ins Jenseits zu übergehen, um dort die Seelen der Toten zur Wiedergeburt zu verhelfen. Das zeigt sich auch spielerisch. Ihr habt demnach im gesamten Spielverlauf die Möglichkeit per Knopfdruck das Jenseits zu besuchen. Der Aufbau der Welt bleibt gleich, allerdings findet ihr im Jenseits je nach Ort andere Gegner und NPCs, mit denen ihr interagieren könnt. 

So können Spieler auch Nebenquests von den verstorbenen Seelen annehmen. Leider gestalten sich die Nebenquests alles andere als spannend. Ihr müsst so entweder ein Monster besiegen, das aus der verlorenen Seele geworden ist, oder einen bestimmten Ort besuchen, den die Seele vor dem loslassen noch einmal sehen möchte. Belohnt werdet ihr mit einem Skillpunkt für eure Kampfaktionen. Durch den sich wiederholenden Aufbau der Nebenquests und den relativ mageren Belohnungen hält sich die Motivation für diesen Teil des Spiels etwas in Grenzen. 

Dämonische Kämpfe 

Den Kampf sagt ihr im Spiel den sogenannten Gefallenen an. Das sind die Monster im Spiel, die aus ehemaligen Seelen entstanden sind, die den Tod nicht akzeptieren konnten und so zu lange im Jenseits verbracht haben. Hilfe holt ihr euch von euren Dämonen. Das sind ebenfalls verlorene Seelen, die sich an uns binden können. Dadurch sind wir mit ihnen verbunden und können ihre Fähigkeiten im Kampf nutzen. Es gibt einige Dämonen, welche mit unterschiedlichen Waffen und Skills daherkommen. Ihr habt die Wahl zwischen normalen u.a. Schwert- oder Speerfähigkeiten oder Dämonen mit spezielleren Waffen wie Sensen oder Fäusten. Mitführen könnt ihr insgesamt 4 Dämonen, die ihr nach Belieben im Kampfgeschehen wechseln könnt. 

Mit ihnen führt ihr ihre spezifischen Standardattacken aus, könnt aber auch bis zu 4 Skills pro Dämon ausrüsten, die ihr im Fähigkeitsbaum freigeschaltet habt. Jeder besitzt demnach einen eigenen Skillbaum, den ihr mit Skillpunkten ausbauen könnt. Skillpunkte erhaltet ihr zum einen wie bereits erwähnt durch Abschluss der Nebenquests und zum anderen durch die Trefferanzahl an Feinden. Nach einer bestimmten Anzahl an Treffern, die ihr dem Gegner mit einem Dämon zufügt, erhaltet ihr einen Skillpunkt für den ausgerüsteten Dämon.  

Kämpfe werden aus der Vogelperspektive bestritten. Dank diversen Dämonen könnt ihr mehrere unterschiedliche Spezialattacken ausführen.

An Säulen könnt ihr euch zudem die Erinnerungen der Dämonen ansehen, um mehr von ihrer traurigen Vergangenheit zu erfahren. Die Geschichten der einzelnen sind sehr verschieden und spannend erzählt. Leider sehen wir auch hier keine richtigen Zwischensequenzen ihrer Vergangenheit, sondern lediglich den Dämonen selbst, der euch über die dramatischen Ereignisse informiert. 

Durch die hohe Varianz an Dämonen, kann sich auch die Anzahl an Spezialattacken durchaus sehen lassen. Die Kämpfe bestreitet ihr ähnlich wie in einem Diablo aus der Top-Down Perspektive und gehen gut von der Hand. Auch das Trefferfeedback fällt positiv aus.
Etwas bemängeln muss ich aber die Varianz an Gegnerarten. Im Laufe des Spiels besucht ihr bereits abgeschlossene Gebiete neu und die Gegner verändern sich lediglich in ihrer Farbe, der Anzahl an Lebenspunkten und erhalten eine etwas größere Attacke. Ab der Hälfte des Spiels hat man dann quasi bereits alle Gegner gesehen. Dafür können sich die Bosse allerdings sehen lassen. 

Fetzige Bosse & vielfältige Waffenupgrades 

Immer wieder im Spiel stellt ihr euch größeren Bossgegnern, die mal mehr und mal weniger Herausforderung bieten. Einige verfügen sogar über mehrere Phasen, da sich ab einer bestimmten Anzahl an verbliebenen Lebenspunkten das Angriffsmuster ändert und diese somit noch gefährlicher werden. Mit der richtigen Auswahl an Waffen, fallen euch die Bosskämpfe allerdings leichter. 

Im Spiel gibt es viele mächtige Bosse, denen ihr gegenübertreten müsst.

Für jeden Dämon erhaltet ihr im Laufe des Spiels immer bessere und neuere Waffen. Die gefundenen Waffen können bei Bedarf ebenfalls beim Alchimisten in der Hauptstadt aufgewertet werden. Zudem bieten die Waffen Sockelplätze, die mit sogenannten Schattensteinen besetzt werden können. Dadurch erhaltet ihr weitere Boni auf eure Ausrüstung wie u.a. mehr Lebenspunkte oder spezielleren Effekt wie beispielsweise die Wahrscheinlichkeit auf direkten Tod bei Treffer.
Das Waffensystem ist eine nette Ergänzung im Spiel, aber auch nicht zwingend notwendig, um das Spiel erfolgreich abzuschließen. Mit den gefundenen Waffen alleine könnt ihr auch wunderbar die Gegner bekämpfen und seid nicht zwingend auf die Sockelung und Aufwertung angewiesen. 

Wertung im Einzelnen
Story
8
Gameplay
7
Grafik und Technik
6
Inhalt & Umfang
6
Sound
8
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Lexrer
Hallo zusammen, mein Name ist Alex, bin derzeit 24 Jahre alt und lebe derzeit im Ruhrgebiet in der schönen Wasserstadt Mülheim an der Ruhr. Zu meinen Hobbys gehören u.a. Sport, Kino, Videobearbeitung und natürlich das Spielen, Informieren und Konsumieren von Videospielen aller Art. Ich freue mich euch jederzeit mit den spannensten Neuigkeiten aus der Gaming Branche zu versorgen. :) Gamer bin ich seit meiner Kindheit und nutze seit jeher hauptsächlich die Playstation als Platform. Falls Fragen bestehen, könnt ihr mich gerne kontaktieren. Genres: Action, Horror, Shooter, Adventure, RPG, Online Gaming, Beat Em Up, MMO, Walking Simulator, ...