Releasetermin: 27.04.2018

Medientyp: Blu-ray Disc, Download
Genre: Puzzle, Comedy
Entwickler: Owlchemy Labs
Herausgeber: adult swim games

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Nur wenige Serien haben das Glück wie die Animationsreihe Rick und Morty, ein derart großer popkultureller Erfolg zu werden. Viele Fans zitieren das dauerbesoffene Genie und seinen debilen Neffen im Alltag und keine andere Serie kann von sich behaupten, die legendäre Szechuan Sauce von McDonalds – zumindest in Amerika und für einen ausgewählten Kreis – aus dem Jahre 1998 zurückgebracht zu haben. Die Sci-Fi-Figuren begnügen derzeit Fans auf der ganzen Welt mit der dritten Staffel und wir nehmen das zum Anlass, einmal die Videospieladaption von Adult Swim Games auf den Prüfstand zu stellen. Vor einigen Monaten erforschten die ikonischen Figuren erstmals die virtuelle Realität, was nun auch auf Playstation VR verfügbar ist. Wir stellen euch heute Rick and Morty: Virtual Rick-ality vor, das alternativ auch für HTC Vive und Oculus Rift veröffentlicht wurde.

Spieler übernehmen die Rolle eines Morty-Klon, der belanglose Arbeiten verrichten soll, während der echte Morty und Rick auf galaktischen Reisen unterwegs sind. Dass unsere Tätigkeiten dabei absolut bekloppt ausfallen, dürfte sich jeder Fan der Vorlage denken können. Mal machen wir die Wäsche für Rick, mal hantieren wir mit seinen explosiven Laborressourcen herum und mal befreien wir seinen Computer von Spam. Das Geschehen findet hauptsächlich im Labor von Rick statt, wo wir uns zwischen drei Stationen hin und her teleportieren können. Damit aufgrund mangelnder Spielumgebungen keine Langeweile aufkommt, schickt uns Rick mit einer Portal-Maschine zudem an eine Handvoll anderer Orte, wo wir ebenfalls kleinere Rätsel mit den unterschiedlichsten Gegenständen lösen müssen. Zumeist fordert Rick, der durch eine virtuelle Uhr mit dem Spieler spricht, uns auf, diverse seiner Apparate zu nutzen und verschiedene Elemente miteinander zu verknüpfen. Während dies zu Beginn noch recht simpel ausfällt, werden die Instruktionen von Rick zunehmend komplexer.

Das Vorgehen hat mich stark an Job Simulator erinnert, das eins meiner ersten VR-Erlebnisse darstellt. Da mit Owlchemy Labs dieselben Entwickler hinter dem Spiel stecken, ist die Ähnlichkeit also kein Zufall. Virtual Rick-ality hebt sich mit seinem Humor ab, der nicht nur in der Serie, sondern hier auch im Spiel fantastisch funktioniert. Fans der Reihe stehen hier nicht nur erstmals den beiden Protagonisten (zumindest virtuell) gegenüber, sondern treffen zum Beispiel auch auf Mr. Meeseeks und können mit vielen bekannten Erfindungen von Rick herumspielen.

Natürlich wird der schräge Humor nicht jedem gefallen, doch wer schon Spaß an den bisherigen drei Staffeln der Serie hatte, wird hier bestens unterhalten werden. Das Präsenzgefühl ist gut umgesetzt und so fühlt man sich immer wieder mitten in eine Episode von Rick und Morty hineinversetzt. Es ist schade, dass wir dabei weitestgehend stationär im Labor bleiben, die beiden Hauptfiguren also nicht auf einer ulkigen Reise begleiten können. Trotzdem wird der Titel durch sein VR-Geschehen für jeden Fan ein besonderes Erlebnis sein.

Rick and Morty: Virtual Rick-ality erfordert zum Spielen neben der Playstation VR-Brille und der Playstation Kamera auch zwei Playstation Move-Controller. Mit dem Dualshock 4 kann nicht gespielt werden, da Spieler im Gameplay voll und ganz auf ihre Hände angewiesen sind. Gegenstände werden aufgehoben und platziert, Hebel werden betätigt, Schubladen werden geöffnet. Die Tätigkeiten verhalten sich intuitiv und laufen dank Bewegungserfassung so ab, wie man sie auch im echten Leben umsetzen würde. Weil Spieler sich gelegentlich auch bücken und in alle Richtungen strecken müssen, ist durchaus ein großes Spielfeld nötig. Spieler sollten mindestens zwei Meter Abstand zur Kamera halten und allen voran unmittelbar links und rechts neben sich keine Gegenstände oder Möbelstücke stehen haben. Ein Spieldurchgang im Sitzen ist quasi unmöglich, weshalb man für ausreichend Platz schaffen sollte.

Leider hat die Bewegungserfassung in meinem Fall nicht einwandfrei geklappt. Allen voran die Controller sind gelegentlich aus der Sicht der Kamera geraten, was das Absolvieren einiger Manöver knifflig gestaltete. In Sachen Tracking zeigt sich bei Playstation VR, dass die Hardware primär für Erfahrungen im Sitzen entworfen wurde. Auf HTC Vive und Oculus Rift ist ein besseres Tracking gegeben, sodass man zur Version am PC greifen sollte, sofern man ein Headset auf dem PC besitzt.

Schade ist auch, dass Virtual Rick-ality ein recht kurzer Spaß ist. Nach etwa 90 Minuten ist die Handlung beendet. Sofern man Job Simulator bereits gespielt hat und schon mit dem Spielgefühl vertraut ist, mag man sogar noch schneller fertig sein. Wer alle Easter Eggs entdecken möchte, kann die Spielzeit geringfügig erhöhen. Insgesamt aber handelt es sich um eine kurze Erfahrung, die leider nur bedingte Wiederspielbarkeit hat. Rick and Morty-Fans kommen beim UVP von 30€ möglicherweise auf ihre Kosten, alle anderen können auch auf einen Sale warten.

Dafür überzeugt das Erlebnis besonders in einem Sektor: Grafik und Sound sind fantastisch umgesetzt. Der Grafikstil eignet sich toll für die virtuelle Realität und lässt vergessen, dass für die Darstellung von VR-Inhalten jede Menge Rechenpower nötig ist und die Grafik deshalb zumeist darunter zu leiden hat. Die bunte Comic-Grafik sieht jedenfalls recht hübsch aus. Auch die Akustik kann überzeugen. Die englischen Originalsprecher sind höchst amüsant und haben die Figuren mit viel Leidenschaft synchronisiert. Zudem sind sämtliche Soundeffekte toll umgesetzt.

Wertung im Einzelnen
Spaßfaktor
7.5
PSVR-Umsetzung
7
Inhalt und Umfang
6
Grafik und Sound
9
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